It's not a Trick, it's a Sony... Aber welche?

Hintere Reihe von links nach rechts: DSC-P20, DSC-S30, DSC-W12, vordere Reihe: DSC-P31 (links) DSC-P120 (rechts)

Nach einem der Sony Frühwerke, der ehrwürdigen Mavica FD83 von 1999, wo auf eine gewöhnliche 3,5" 1,44 MB Diskette gespeichert wird und einigen Flohmarktbesuchen, haben sich mittlerweile einige Cybershots angesammelt. Von der simplen 1,3 MP Kamera mit Festbrennweite zur hochwertigen 5 MP Sony mit Carl Zeiss Vario-Objektiv. Als da wären:

2000 Sony DSC-S30 (1,3 MP), technischen Daten in der Bedienungsanleitung

Vom Aussehen erinnert die DSC-S30 noch an den Übergang von der Sony-Mavica- zur Cybershot-Linie. Exakt wird er von der Sony MVC-FD200 eingenommen, die noch auf Diskette, aber bereits auch auf Memory-Stick speichern kann.

2001 Sony Cybershot DSC-P20 (1,3 MP), technische Daten in der Bedienungsanleitung

2002 Sony DSC-P31 (2 MP), technische Daten in der Bedienungsanleitung

2004 Sony DSC-P120 (5 MP)

2004 Sony Cybershot DSC-W12 (5 MP)

Dazu gesellt sich noch eine Cybershot DSC-F505V von 2000 im „Akkuschrauber“-Design, deren Erfahrungsbericht folgt. 

Nachdem ich im digitalkamera.de Kamera-Schnellzugriff die unter Sony gelisteten Kameras auf die DSC-Modelle reduziert und per Textverarbeitung die Wörter = Modelle zählen lassen habe, liegt die Summe bei über 200 Modellen! Nein, die möchte ich nicht sammeln ;-) Nicht mal zum Flohmarktpreis von 5 Euro pro Kamera... Aber ein Blick zu Sony sollte man schon riskieren. Aus meinem Bestand fiel die Testwahl auf die hochwertige DSC-P120/DSC-W12 und die simple DSC-P31, weil ich die einfach zum Hafenspaziergang eingesteckt hatte. Die DSC-S30 erwies sich bei genauerem Hinsehen als defekt. Bei viel Licht totale Überbelichtung, merkwürdige Artefakte, da dürfte sich der Sensor verabschieden :-(

Da wurde doch ein Kuckucksei untergeschoben ;-) Keine Frage, wo AIPTEK seine Pocket Cam 4000 AF "abgeguckt" hat.

Sony DSC-P31

Schärfemäßig OK, 1:1 Ausschnitte aus der 2 MP Datei. Als Vertreter der „Einfach-Sonys“ mit Festbrennweite ging die 2 MP DSC-P31 von 2002 auf einen kleinen Rundgang mit. Gekostet hat sie 5 Euro.

Im Zeitalter hochauflösender Smartphones obsolet, bleibt der Sony ein unbestreitbarer Vorteil: Während ich auf dem Monitor dieser Sony wie dem des Smartphones kaum etwas erkenne, wenn nur genug Tageslicht oder gar Sonne darauf fällt, ist der simple optische Sucher der DSC-P31 da überlegen. Da bleibt es nicht beim Raten!

Keine Nachbearbeitung, einfach auf 750 Pixel Bildbreite verkleinert.

Nur Kompaktheit als Konzept?

An "Liebling, ich habe die Kinder – äh die Sony geschrumpft." musste ich beim Vergleich der DSC-P120 (links) und DSC-W12 (rechts) denken.

Innerhalb eines Jahres zwei Kameras mit identischem Carl Zeiss Vario-Tessar 2,8-5,2/7,9-23,7 mm (38 bis 114 mm @KB) 3-fach Zoom. War das schon alles, nur die Kompaktheit? Gebraucht für 5 Euro inklusive 256 MB Memorystick vom Flohmarkt, gab es bei der DSC W12 (rechts im Bild) natürlich nichts zu überlegen. Gegenüber der DSC-P120 (links im Bild) hat die DSC W12 den Vorteil mit zwei gewöhnlichen 1,5/1,2 V AA-Batterien oder Akkus bestückt werden zu können. Und dabei ist sie mir sehr positiv durch geringen Stromverbrauch aufgefallen. Im gefühlt gleichen Zeitraum war bei der hier schon gezeigten Fuji FinePix 4700 schon der dritte Satz Akkus im Gehäuse, als in der Sony noch der erste Satz werkelte. Und die konventionellen Batterien/Akkus waren auch der Grund, dass ich in den Ferien zunächst mit der W12 statt der P120 mit ihrem (einen) Akku unbekannten Alters losgezogen bin.

Im Vergleich zur DSC-P120 erklären sich die größeren Abmessungen der W12 auch mit dem größeren 2,5“ Display. Das der DSC-P120 ist nur 1,8“ Zoll groß, löst aber mit 134000 Pixel geringfügig besser auf, als das der DSC-W12 mit 123200 Pixel.

Entsprechende Gebrauchsspuren verraten einen intensiven Gebrauch der W12, die einen sehr robusten Eindruck hinterlässt. Möglicherweise etwas zu robust, denn je nach Licht (Himmel im Hintergrund!) und merkwürdigerweise eher bei langen Brennweiten waren Flecken zu beobachten, die an typische Sensor(dreck)flecken erinnerten, die bei einer Kamera ohne Objektivwechselmöglichkeit aber eigentlich nicht vorkommen dürften.

Zum Vergleich habe ich deshalb auch mit der P120 fotografiert, die dagegen tadellos arbeitete.

Statt sämtliche technischen Daten und Möglichkeiten aufzulisten, verweise ich stattdessen auf die (deutschen) Bedienungsanleitungen oder das digicammuseum ;-)

Sony Cybershot DSC P120 (Bedienungsanleitung) und Digicammuseum

Sony Cybershot DSC W12 (Bedienungsanleitung) und die ganz ähnliche DSC W1

Was habe ich bei der P120/W12 vermisst? Die weitwinkligere und lichtstärkere 2/33 mm (Anfangsbrennweite umgerechnet auf KB) des Canon/Leica-Zooms der Panasonic Lumix LC5. So waren trotz der fest eingestellten ISO 400 einige Fotos mit f/2,8 verwackelt, die bei f/2 möglicherweise noch scharf gewesen wären. Für einen kleinen Sensor waren die ISO 400 aber OK. Wobei ich die durch Einstellung erzwungen habe, bevor die ISO-Automatik immer wieder versucht mit weniger ISO auszukommen, statt auf die (zu langsamen) Verschlusszeiten zu reagieren. 

Zu Beginn nicht besonders drauf geachtet, sollte man bei den (ur)alten Digitalkameras je nach Modell generell etwas im Bereich -1/3, -1/2 oder -2/3 EV unterbelichten. Die sonst zu schnell ausgefressenen Lichter werden es danken! Schatten, die noch Zeichnung haben, sind aufzuhellen, was ausgefressen ist, ist weg!

An den beiden Sonys gab es eigentlich nichts zu bemängeln. So mickrig sie sind, ohne die simplen optischen Sucher der P120 und W12 wäre das Fotografieren draußen im Sommer zum reinen Glücksspiel geworden! Nicht überzeugen kann Sonys mittlerweile wohl aufgegebener Memory-Stick. Auch wenn ich nur von einem uralten 4 und 32 MB und einem aktuellen 256 MB Pro O-Sony-Stick und einem 128 MB Lexar-Stick sprechen kann, zickte der 128er gerne mal rum. Die DSC W12 akzeptierte ALLE, die P120 nur den 256er und den 32er. Der 128er signalisierte einen Error. Vielleicht ein Firmwareproblem? Ich habe nicht weiter nachgeschaut...

Sony Cybershot DSC-W12 Beispielbilder

Bisher kannte ich den Hudson Hornet nur über den mehrfach mit den Kindern angeschauten Pixar Animationsfilm "Cars", wo die Autos menschliche Charaktere und Sprache bekommen.

Offensichtlich kennen sich die Macher von Cars bin in Details in der amerikanischen Autogeschichte aus. Eine der Haupt-"Personen" in Cars - Doc Hudson - ist der Hudson Hornet! Dieser Oberklasse-PKW wurde zwischen 1951 und 1954 gebaut. Sein Sechs-Zylinder-Reihenmotor besitzt einen Hubraum von 308 Kubik-Inch – sagenhafte 5 LITER –, der je nach Version 145, 170 oder 210 PS leistete. Ich möchte nicht wissen, was so ein Ungetüm an Sprit verbrauchte! 30 l/100 km? Dieser Wagen steht perfekt im Cars-Look lackiert und aufgebaut im Automuseum, wo ich die Sony Cybershot DSC-W12 dabei hatte. Und was für ein entspannter Besuch! Auf Nachfrage durfte ich den einen oder anderen Ständer mit den technischen Auto-Angaben fürs Foto kurz weg- und wieder zurückstellen. Ohne von einem uniformierten Wichtigtuer angeblafft zu werden. Die Fotos entstanden überwiegend mit der kürzesten Brennweite, mit offenen Blende (f/2,8) und ISO 400.

Zum Glück werden die Details in der ISO 400 Einstellung durch die kamerainterne Rauschreduzierung nicht komplett zugeschmiert! 1:1 Ausschnitt aus der 5 MP ISO 400-Aufnahme mit einmontiertem, kompletten Foto.

Unterwegs nach Aspö, eine Insel in den südschwedischen Schären

Aspö war früher militärisches Sperrgebiet, deren Zutritt ausländischen Besuchern verwehrt war. Jetzt kann das Kastell und ein Militärmuseum aus den Zeiten des kalten Kriegs besucht werden.

Auf das Zeigen der unmittelbar todbringenden Militärtechnik in Form schwerer Geschütze, diverser Raketen und Marschflugkörper habe ich verzichtet und mich stattdessen mehr der Nachrichtentechnik zugewandt. Durch die auch lichttechnisch düstere Umgebung alles mit ISO 400 aufgenommen.

Sony Cybershot DSC-P120 Beispielfotos

Wie schrieb Boris Jakubaschk in seiner Vorstellung der P120: „Sie erzeugt auf den ersten Blick knackscharfe Bilder, was aber zum großen Teil auf eine in Normaleinstellung ziemlich aggressive Kantenschärfung zurückzuführen ist. Für eine Nachbearbeitung per Software sind die Bilder also weniger geeignet.“ Für mich durchaus Geschmacksache! Wer wie ich 30 Jahre matschige Farbabzüge vom Negativfilm auch von besseren Labors „genossen“ hat, und für echte Schärfe SW selbst entwickelt und vergrößert hat oder in Farbe gleich Kodachrome 25/64 und Fuji 100 Diafilm nahm, nimmt diese „Kantenschärfe“ gerne an!

Das Foto wurde während der Fahrt in Richtung Schären vom Aussichtsboot aufgenommen.

Wurde in der südschwedischen Stadt Karlskrona ein bronzenes Denkmal gesetzt, der schwer arbeitenden Fischerfrau.

Noch zwei schnelle Eindrücke aus Karlskrona, aufgenommen mit der Sony Cybershot DSC-P120. Die einzige Korrektur bestand in der -2/3 EV Einstellung. Alles andere in Default-Einstellung der P120.

Ralf Jannke

Sie finden diesen Beitrag besonders gelungen, vollkommen verunglückt oder möchten noch etwas ergänzen? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion!

Dieser Beitrag wurde noch nicht kommentiert.

Kommentar schreiben