Kodak DCS Pro 14n(x), 13,5 Megapixel Vollformat DSLR, Nikon F-Bajonett

Mit der "verrotteten" Kamera zu meinem geliebten "Rotten Place", dem Autoschrottplatz im Wald...

Aufnahme mit dem Apple iPhone 4s

Diesmal ganz bewusst nur mit zwei Objektiven

Mit dem im Intro schon gezeigten, "langweiligen" 1,4/50 mm AF Nikkor, das noch älter (Vorstellungsjahr 1986) als die Kodak ist. Es soll schärfemäßig nicht den besten Ruf haben, was nach meinen Erfahrungen aber nur für die Offenblende zutrifft. Ab f1/1,8 kann man es bedenkenlos benutzen. Und damit ist es auch lichtstark genug für die erste Version der Kodak DCS Pro-Reihe, der ich keine ISO 800 zumuten möchte. Und es hat Autofokus, wenn ich mit einem manuell zu fokussierenden Objektiv nicht zurechtkomme. Denn die Kombination wird durch ein noch älteres 3 Euro 2,8/35 mm Tokina mit M42 Schraubanschluss vom Flohmarkt ergänzt. Die Anpassung besorgt ein Adapter M42-/Nikon F mit Linse, damit die Unendlicheinstellung des 35ers nicht verloren geht.

Alle Daten, alles Wichtige zur 13,5 Megapixel Vollformat Kodak ist im Intro zur DCS Pro 14nx nachzulesen!

Åke Danielssons Autoschrottplatz im Wald…

Viel ist nicht mehr übrig vom einst kompletten Schild, das auf den Schrottplatz im Wald hinweist. Ich habe es noch komplett im Archiv – von vor sieben Jahren… Was es mit den unübersehbaren blauen Linien und den "Schneekristallen" auf sich hat, lesen sie weiter unten.

13,5 Megapixel

4 Megapixel

Brennweiten…

Die mit dem 2,8/35 mm Tokina aufgenommenen Fotos tragen das als simples Wasserzeichen im Bild. Der Rest mit dem 1,4/50 mm AF-Nikkor.

Linienkorrektur

Photoshop Elements 2019 (Photoshop ab CS5)

Die horizontalen und vertikalen blauen Linien und die "Schneekristalle"

Ganz klar: Dieser Bildsensor müsste ausgetauscht werden. Da sind ganze Reihen an einzelnen Fotozellen defekt oder wahrscheinlicher die jeweils dazugehörige Auslese-Elektronik. 

Rettung durch elektronische Bildverarbeitung - EBV? Ja!

Machbar, mir aber zu aufwändig. Mit der Photoshop-Funktion (ab Version CS5) "Auswahl/Rechteck/Feld auffüllen - inhaltbasiert" lassen sich die scharf eingegrenzten Linien so gut wie unsichtbar machen. Das Ganze als Photoshop-Aktion (Makro) aufgenommen/erstellt, ließen sich gleich alle Bilder auf je einen Mausklick entsprechend korrigieren, was die immer an der gleichen Position liegenden Linien angeht. Auf meinem Notebook habe ich nur Photoshop CS3...

Mittlerweile kann das auch Photoshop Elements, zumindest in der 2019 Version. Damit habe ich versuchsweise in einem Foto die auffälligen blauen Linien entfernt. Die Löschwirkung hängt von der Präzision der Auswahl fest.

Die "Schneekristalle" habe ich im Bild gelassen. Ich nehme an, dass die von einer punktuell beginnenden Fotozellenschichtablösung auf dem Sensor her rühren. Wie gesagt, dieser Sensor hat es "hinter sich", Reparatur mangels Ersatzteilen und Kosten (!) ausgeschlossen... Macht nichts, ich hab die "angefressene", aber historische Kodak trotzdem gerne in meine Sammlung aufgenommen!

Alle Fotos wurden im Kodak-eigenen Rohdatenformat aufgenommen und mit Adobe Lightroom 5.7.1 entwickelt.

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Blendet man den Fehler des Sensors aus, muss sich die erzielbare Schärfe 16 Jahre nach Vorstellung der 13,5 Megapixel Vollformat Kodak DCSPRO14nx nicht verstecken! Wie aber öfter im Zusammenhang mit der Kodak DCS-Linie erwähnt dürfte die 2002 vorgestellte, kaum weniger auflösende 11 Megapixel Vollformat Canon EOS 1Ds schon aufgrund ihrer Robustheit die bessere Wahl gewesen sein. Und konsequent im Rohdatenformat gespeichert, liefert(e) auch die Nikon 1DX von 2001 mit ihrem 15 x 23 mm APS-C/DX-Sensor 10 Megapixel. Die Kodaks gehörten eher ins Studio!

Eine Empfehlung sind die Kodak DCS Pro für Preise zwischen 300 und 400 Euro heute nicht mehr

Wenn sie laufen, liefern die Kodaks technisch erstklassige Ergebnisse. Wobei mir die DCS ProSLR/c mit Canon EOS-Bajonett und die DCS ProSLR/n mit Nikon F-Bajonett von den Bildergebnissen besser erscheinen als die Urversionen DCS Pro 14n/x. Sie rauschen weniger.

Ein richtiger Defekt kommt bei all diesen Kodaks aber einem Totalschaden gleich! Das muss sich im Preis einfach niederschlagen. Mit 70 Euro war es mir das Risiko wert der Sammlung eine – noch – funktionierende Vollformat-Kodak mit "leichtem" Sensorschaden hinzuzufügen. Aber eben nicht mehr wie 2015 nochmal um 300 Euro in die viel seltenere Kodak DCS ProSLR/c (mit Canon EOS-Bajonett) zu investieren.

Wer sich für eine robuste Vollformat-DSLR interessiert, sollte von den Kodaks die Finger lassen und sich stattdessen eine gebrauchte 12 MP Canon EOS 5D oder Nikon D700 holen. Beide (stark gebraucht) hier ab 250 Euro zu haben.

Ralf Jannke, April 2019

 

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben