Canon EOS 1D vs. Nikon D2Hs

Sieht nicht nur massiger aus, ist auch massiger: 1585 g (Canon EOS 1D) gegen 1070 g (Nikon D2Hs).

Die Nikon D2Hs wurde hier ja schon ausführlich gewürdigt. Aber der Vergleich liegt nah, denn beide DSLRs lösen 4 Megapixel auf und sind 8 B/s schnell. 

An diesem Vergleich lässt sich aber auch dokumentieren, warum Nikon seit dem Verlust der drei Jahrzehnte langen Vormachtstellung im Reportage-/Sportprofilager um 1990 bis heute allenfalls wieder zu Canon aufschließen konnte. Nicht nur auf Grund des der Nikon F4 weit überlegenen EOS1-Autofokus' wechselten Nikon-Profis um 1990 scharenweise ins Canon-Lager. Werfen Sie einen kurzen Blick in Chris Niccolls Youtube-Video "Nikon F4: Unsung Cameras Of Yesteryear“ – etwa: „Unbesungene Kameras von gestern“ im Sinn von „Vergessene, nicht gewürdigte Kameras von gestern“. Und hören Sie, was ein Nikon-Fotograf von der Nikon F4 hält... Die Szene beginnt nach ca. 34 Sekunden und dauert etwa 15 Sekunden.

Selbst für den Laien ist die Canon-Übermacht aktuell leicht erkennbar, wenn man in den Pulk der Sportfotografen bei einer Olympiade oder Fußball-WM schaut. Die Mehrzahl der unübersehbaren, langen Teleobjektive ist (immer noch) weiß. Canons Farbe für derartige Objektive!

Schauen Sie doch bitte einfach mal auf diese Tabelle:

Vergleicht man Sensorgröße, Auflösung, Bildfrequenz und besonders die Anzahl der AF-Sensoren, würde man auch ohne die Rotmarkierung den enormen Fortschrittssprung 2002 bei Präsentation der Canon EOS 1D erkennen. Und nach 2002? Bis 2007 hängt Nikon trotz theoretischer Vorteile bei der maximalen ISO-Empfindlichkeit technisch hinterher. Erst mit der 12 Megapixel Vollformat Nikon D3 und ihrem 51-Sensor-Autofokus ist man endlich in der Lage Canon Paroli bieten zu können. Wobei die 10 Megapixel Canon EOS 1D MK III ja auch nicht von schlechten Eltern und noch schneller ist... Wobei ich (als Nikon Mann) erst mal nachlesen musste, dass es die Canon EOS 1D MK III war, wo selbst erfahrene FotografInnen auf einmal kaum noch in der Lage gewesen sein sollen, den störrischen EOS-Autofokus zu meistern... Zur aktuellen Vollformat 18 MP Canon EOS 1DX gibt es gar einen Leitfaden zur richtigen AF-Einstellung. Nach einem kurzen Blick in die PDF war ich versucht, eine Kopfschmerztablette einzunehmen ;-)

Genug davon, hin zur Canon „Ur EOS 1D“

Die wichtigsten technischen Daten stehen ja schon in der Tabelle von oben. Nachzutragen wären noch die imposanten Abmessungen von 156 x 158 x 80 mm. Am Kamerariemen geschwungen ist die EOS 1D mit 1.585 g Gewicht absolut geeignet zur Selbstverteidigung ;-)

Komplette Daten und gesamte Technik der Canon EOS 1D im englischsprachigen Manual

Autofokussensorverteilung

AF-Sensorverteilung – links Nikon D2H(s), Mitte Canon EOS 1D. Rechts: Bildsensorgrößenvergleich

Was die maximale Empfindlichkeit angeht, hat die Nikon D2H(s) mit ISO 6400 die Nase vorn. Die EOS 1D kann in der Erweiterung "nur" ISO 3200. Dafür hat die EOS 1D den mit 45 vergleichsweise dicht gepackten AF-Einzelsensoren einen Vorsprung vor der Nikon D2H(s). Zumindest bis zur Nikon D3 2007! Wie weit sich der größere 19x27 mm APS-H Sensor der EOS 1D gegenüber dem 15x23 mm APS-C Sensor der Nikon D2H(s) auf das bei höheren ISO-Einstellungen zunehmenden Rauschen in der Praxis vorteilhaft auswirkt, muss sich noch zeigen.

Warum hat Canon bei der EOS 1D einen etwas größeren APS-H-Bildsensor gewählt?

Der bis zur EOS 1D MK IV (2009) eingesetzte 19x27 mm große APS-H Bildsensor ein alter Bekannter. Bereits die 6 Megapixel Kodak DSLRs DCS 460 (Nikon N90S/F90x), DCS1 (Canon EOS 1n), Kodak DCS 560 (Canon EOS 1n), sowie die DCS 660/760 (Nikon F5) besaßen diese Größe.

In Dpreview gab es die Diskussion „APS-H sensor: Advantages and disadvantages“ etwa „Vor- und Nachteile des APS-H-Sensors“.

Obwohl Canon im gleichen Jahr (2002) mit der 11 Megapixel 24x36 mm Sensor Vollformat EOS 1Ds nachlegte, war die 4 Megapixel 1D möglicherweise gutmütiger, was die zu dieser Zeit noch für die analoge Fotografie gerechneten Objektive anging. Leichte Randunschärfen besonders bei kürzeren Weitwinkelbrennweiten und großen Blenden verschwanden durch den etwas kleineren 19x27 mm Bildsensor. Und mit der scheinbaren Brennweitenverlängerung von 1,3 geht weniger Bildwinkel im Weitwinkelbereich verloren! Aus dem 2,8/14 mm Canon L USM wurde ein 2,8/18 mm.

Canon EOS 1D – Nikon D2Hs

So wünschenswert ein 2,8/70-200 Canon L USM wäre, ich möchte neben Nikon keinen großen zweiten, zumindest keinen teuren Objektivpark aufbauen. Ein vergleichbares Zoom mit Lichtstärke f/2,8 von Sigma, Tamron oder Tokina wollte ich nicht, und das unstabilisierte 4/70-200 Canon L USM wird immer noch zwischen drei- und vierhundert Euro gehandelt. Auch das 1,8/85 mm wird gebraucht zwischen 270 und 330 Euro angeboten. Der 2/100 mm Yongnuo Nachbau des Canon gleicher Daten kostet rund 180 Euro. Da das vorhandene 1,8/50 mm Yongnuo sowohl auf der EOS D30 als jetzt auch auf der EOS 1D den Dienst verweigert, kommt schon deshalb kein Versuch mit dem verlockend preiswerten Yongnuo 2/100 in Frage! Und ob das Original Softfokus 2,8/135 mm Canon EF für die Sporthalle so prickelnd ist? Das 2,8/135 wird gebraucht bei Amazon für knapp 230 Euro angeboten... Also alles nicht so mein Ding.

Aber was nehmen, da die Canon Fraktion ihre 2,8/70-200 in de Sporthalle selbst braucht?

Wieder das 30 Jahre alte 3,5-4,5/35-105, das hier zusammen mit der zwei Megapixel Kodak/Canon EOS 1n/DCS520 vorgestellt wurde?

Die Wahl fiel auf ein weiteres, 30 Jahre altes "Schätzchen", das über die Brennweite durchgehend gleich lichtstarke Canon 4/70-210 EF von 1987. Gerne auch mal für um 100 Euro angeboten, war dieses Exemplar für maßvolle 65 Euro zu haben! Und dafür gab es ein Exemplar, bei dessen sichtlich ungebrauchtem, praktisch Neuzustand (!) lediglich die Originalverpackung fehlte ;-) Auf der EOS 1D mit dem größeren 19x27 mm APS-H Sensor und daraus resultierend einem Cropfaktor von 1,3 einem 4/91-273 mm Zoom entsprechend. Für die kurzen Brennweiten fiel die Wahl wieder aufs exzellente 3,5-5,6/28-80 mm Canon Mit Ultraschallmotor-AF-Antrieb, das bis 35 mm Brennweite seine Anfangslichtstärke von f/3,5 behält. Auf der Canon EOS 1D ein 36-104 mm Zoom.

Individuelle Einstellungen der Canon EOS 1D

Wer neben hohen Rauschen noch nie derartige streifenförmige Störungen – "Banding" – gesehen hat: Nikon D1 von 1999 bei ISO 6400.

ISO 3200 mit der EOS 1D

Schon ein bisschen vorweg genommen... Intro von einem Basketballspiel. Bitte auf die (4 MP bzw. Ausschnitt davon) Fotos klicken/tippen. 3,5-5,6/28-80 mm Canon USM EF von 1991, offene Blende, kürzeste Brennweite, Zeitautomatik! Von der Belichtung her gibt es nichts zu meckern!

15 Jahre Canon (1992-2007) haben ihre Spuren hinterlassen ;-)

So dass es nicht völlig fremd war, in den EOS 1D Menüs "rumzufummeln" und die 1D mit Hilfe der C(ustom)F(u)n(ktions) ganz nach meinen Wünschen zu konfigurieren. Um beispielsweise dem ausgewählten AF-Einzelsensor je nach Position im Bild und der Brennweite des Objektivs 7 bis 13 unmittelbar benachbarte AF-Sensoren dazu zu gesellen. Wozu? Erwischt der ausgewählte Sensor ausgerechnet ein kontrastloses Motivdetail, haben die Nachbarn vielleicht die Chance wenig daneben Kontrast zu finden und die Kamera automatisch scharfstellen zu lassen!

Geradezu putzig aber die Menüeinstellung „Geräuschreduz(ierun)g“. Häää? Diese Übersetzung von „Noise“ für Rauschen und dessen Reduzierung bei Langzeitbelichtungen und hohen Sensorempfindlichkeiten finde ich so peinlich, dass ich die Menüführung auf die Sprache „Englisch“ umgestellt habe.

Mit dem Text zur „Geräuschreduzierung“ weist die deutsche Bedienungsanleitung zur EOS 1D immerhin darauf hin, dass „Bildstörungen bei Aufnahmen mit langen Verschlusszeiten oder bei Langzeitbelichtungen und das Auftreten von horizontalen Steifen (Banding – siehe oben) bei Aufnahmen mit hoher ISO-Filmempfindlichkeit minimiert werden“ – können. Letzteres mit der Auswahl 2. Das behalte ich mal im Hinterkopf, wenn ein paar Testbildchen mit ISO 3200 tatsächlich derartige Streifen aufweisen sollten.

Nachdem ich mich beim Umstieg auf digitale Fotografie ab 1998 nie wirklich ums Rauschen der jeweiligen 1,3 MP Kodak/Canon EOS1n/DCS3c oder der 3 MP Canon EOS D30 und allen Nachfolgern bis 2015 gekümmert und fast ausschließlich im JPEG-Format gespeichert habe, schaue ich 2017 etwas genauer hin. Bei der vergleichsweise modernen Nikon D800 wird auch bei ISO jenseits der 6400 im JPEG-Format verblieben. 

Die alten „Sammel“-DSLRs lasse ich im Rohdatenformat speichern. Ein Grund ist sicher, das Adobe RAW/Lightroom bis auf die betagte 1,3 MP Kodak/Canon EOS1n/DCS3c und die restlichen ganz frühen DSLRs auf Kodak-Nikon-Basis, DCS200ciDCS410Kodak A(ssociated)P(ress) NC2000e praktisch jedes Rohformat meiner restlichen alten Kameras lesen kann und beim „Entrauschen“ sehr komfortabel ist. 

Ich meine mich zu erinnern, dass die Canon EOS 1D-Fraktion 2002 gern unter der ISO 1600 blieb. Aus meiner heutigen Sicht grundlos. Und damit die Verschlusszeiten stimmten, wurde halt ein 1,8/85 oder 1,8/200 mm Canon aufgesetzt. Die ISO-Wahl habe ich mit dem 4/70-210 mm nicht. Eine leichte Unterbelichtung in Kauf genommen, gibt es bei ISO 1600 und offener Blende als Verschlusszeit 1/640 s (eigentlich 1/500 s), etwas auszugleichen durch die höhere Farbtiefe (36 bit) des Canon Rohdatenformats. Beim 28-80 mm und Offenblende f/3,5 1/800 s.

Laden und Konditionieren ("Refreshing") der EOS 1D-Akkus

Weder in der englischen EOS 1D, noch in der deutschen Bedienungsanleitung zum Nachfogemodell EOS 1D MK II fand sich zu diesem Thema etwas. In der englischen Bedienungsanleitung zur EOS 1D MK II ist das Ladegerät NC-E2 ausführlich erklärt!

Ohne ISO Testreihe geht es nicht ;-)

Bitte auf die Screenshots klicken/tippen...

Der Begriff (Test-)Reihe trifft gar nicht zu!

Das sah bei diesem Motiv so gut aus, dass ich die ISO 800 und 1600 Fotos gleich weggelassen habe und hier nur das ISO-Maximum der EOS 1D – ISO 3200 – zeige. Zumindest wäre es in dieser Situation kein Problem Adobe RAW, die Auflösung von 2.464 x 1.648 = 4 mit ganz winzigen Abstrichen auf 4.096 x 2.740 = 11 Megapixel hochrechnen zu lassen! Oder anders, im Rohformat gespeichert und mit gemäßigten ISOs bis 400 aufgenommen, hat die EOS 1D trotz ihrer nur 4 Megapixel solche Reserven, dass sie sogar 2017 noch bestehen kann! Spannend wird sein, wie die ISO 3200 in der Sporthalle aussehen! Was mich allerdings wunderte: Die EOS 1D-Rohdateien trugen die Dateiendung TIF. Dass es sich bei den Rohdaten aber tatsächlich um solche handelt(e), war leicht an der Dateigröße feststellbar. Eine unkomprimierte 2.464 x 1.648 = 4 Megapixel TIFF-Datei hätte eine Größe von 11,6 MB. Die Rohdatei hat etwas über 4 MB, womit die Faustregel Auflösung in Megapixel gleich Rohdateigröße ungefähr hinkommt...

Zunächst noch die 4 MP ISO 3200 Aufnahme in voller Auflösung und die auf 11 MP hochgerechnete Variante:

ISO 3200 4 MP, ISO 3200 11 MP

Bitte auf die Fotos klicken/tippen...

Auch wenn das Tageslicht nicht mit dem Licht in der Sporthalle zu vergleichen ist, werden die ISO 3200 natürlich auch in der Halle probiert! Schon wegen der schnelleren Verschlusszeiten!

Ohne Basketball-Test geht es bei mir nicht!

Die ISO 3200 waren hier nicht zwingend, zeigen aber klar die Grenze der EOS 1D, wenn es etwas schlechter beleuchtet ist: Volles Format – 4 MP, keine EBV.

Sieg im Auswärtsspiel und Niederlage zu Hause: Mit 13 Punkten geführt und am Ende alles verspielt...

Die letzten Sekunden des FIBA Europe Cup-Spiels: Wirkungsvoll verteidigt, Bonn verliert den Ball, die letzte Chance und das Halbfinale, der Gegner (Paris) Nanterre 92 jubelt und zieht ins Finale...

Unterm Korb

ISO 3200 mit dem 4/70-210 Canon EF von 1987

Bitte auf die Fotos klicken/tippen. 

Alle Fotos mit der EOS 1D und den Objektiven Canon 3,5-5,6/28-80 USM und 4/70-210 EF (von 1987!). Die Fotos direkt unter dem Korb und Szenen nach dem Spiel mit dem 28-80, die Spielszenen aus der Distanz mit dem 70-210. EOS 1D TIFF-Rohdatenformat, Entwickeln mit Adobe Lightroom 4 und 5.

Die ISO 3200 vom "Bücheregal" und vom Intro zum Basketballspiel sind erstaunlich gut. Die ISO 3200-Qualität „wackelt“ aber mit genauer Belichtung, Lichtqualität und -menge. Ganz sicher sind ISO 3200 keine Stärke der frühen EOS 1D, sondern eher Notbehelf, wenn anders nichts mehr ging. Abgesehen davon verzeiht der vergleichsweise grobe Zeitungsdruck dieses digitale Korn. Wie eben früher der mit einem auf ISO 1600 gepushten Film. Kollegen berichteten aus ihrer Erinnerung, das sich die EOS 1D bei ISO 1000 deutlich wohler fühlt als bei ISO 1600! Langer Rede kurzer Sinn, ich werde bei Gelegenheit mal ein 1,8/85 mm Canon EF leihen, und das dann nachreichen.

Canon gegen Nikon? Canon UND Nikon!

Nur ein 28-80 Canon USM EF als "breitester" Winkel? Für keine 10 Euro gab es Abhilfe. In Form eines Nikon F-/Canon EOS-Adapters. Statt 28 mm (auf der EOS 1D 36 mm) Brennweite mit dem 4/20 mm Nikkor (gebaut zwischen 1974 und 1977) immerhin 20 mm x 1,3-Crop = 26 mm auf der EOS 1D. Wer Lust auf derartige Experimente hat, muss zumindest bei der EOS 1D einen Adapter mit Chip erwerben. Neben des Komforts die AF-Anzeige der EOS für die richtige Entfernungseinstellung zu haben, funktioniert auch nur dieser Adapter! Bei Adaptern ohne den Chip löst die EOS 1D aus, der Spiegel bleibt oben (ohne mechanisch irgendwo zu hängen!) und das wars. Objektiv/Adapter demontiert und alles läuft, als ob nie etwas gewesen wäre...

Das "falsche" Objektiv bedeutet aber Einschränkung. Es gibt eine Belichtungsmessung. Also wie früher ;-) "Die Sonne lacht – Blende 8". Oder etwas genauer: ISO-Empfindlichkeit als Kehrwert bei Blende 16 und ganz viel Sonnenlicht. Der Rest ist schätzen und unter Kontrolle des EOS 1D-Histogramms kontrollieren und probieren.

PS.: Ich sollte mich doch mal erbarmen und der "Belederung" der guten EOS 1D mal etwas Cockpitspray verabreichen...

Südschwedentrip = Besuch des Autowaldfriedhofs (mit der Canon EOS 1D)

Die erste eigene Profi-DSLR von Canon, die EOS 1D musste unbedingt noch in meine Sammlung.

Sie wurde von einem Profi so "im Keller gefunden", wie er sie vor Jahren verstaut hatte. Mit rund 42.000 Auslösungen noch nicht völlig abgewirtschaftet, kam sie für 130 Euro inkl. drei noch brauchbaren Akkus, Ladegerät und Netzteil in die Sammlung.

Mythos Canon? Oder: Nikon Wiedergutmachung

An der Tatsache, dass die Mehrzahl der ganz langen 300, 400, 500, 600 und 800 mm Teleobjektive in den Sportarenen der Welt in der Canon-Farbe weiß lackiert sind, gibt es nichts zu rütteln. Auch nicht an der Tatsache, dass Canon mit der EOS 1 1989 den Grundstein zu seiner heutigen Führungsrolle gelegt hat. Und mit der EOS 1D hatte Canon 2001 eine hervorragende DSLR vorlegte. Auch hier hat Nikon wieder (zu viele?) Jahre gebraucht, um mit der D2H (2003) und D2Hs (2005) dann aber nicht nur nachzuziehen, sondern sogar gleichwertige DSLRs anzubieten. Trotz des kleineren 15x23 mm APS-C-/DX-Sensors kam die Nikon D2Hs mit dem Licht in der Basketballhalle für mich besser klar, als die Canon EOS 1D mit ihrem größeren 19x27 mm APS-H-Sensor. Deshalb im Anschluss noch ein Vergleich Canon EOS 1D gegen Nikon D2Hs. Alle Fotos im Kamera-Roddatenformat gespeichert und mit Adobe Lightroom entwickelt. Die Regler für Schärfe und Rauschreduzierung (Luminanz) wurden auf Null geschoben.

Um wenigstens für eine gewisse Chancengleichheit zum bei der EOS 1D eingesetzten 4/70-210 mm Canon EF zu sorgen, wurde das 2,8/70-200 mm Nikkor um eine Stufe auf f/4 abgeblendet und natürlich auch bei ISO 3200 fotografiert. f/4, 1/1000 s. Natürlich kann dieser Vergleich nicht genau 1:1 gesehen werden, denn das Profi Nikon Zoom dürfte schneller, sicherer fokussieren, als das 30 Jahre alte Canon 70-210 Canon EF Amateur-Zoom. Sehen Sie bitte einfach selbst:

Wie lautete die Überschrift zum Erfahrungsbericht der Nikon D2X: "Nikon D2X, der überflüssige Erfahrungsbericht ;-)"

Das kann man auch für die Canon EOS 1D so übernehmen.

15 Jahre nach ihrer Vorstellung ist die EOS 1D immer noch eine Spitzenkamera. Wie im Bericht gezeigt, stellen 4 Megapixel Auflösung nicht die Grenze dar! Das Einzige, was ich gegenüber der Nikon D2Hs zu bemängeln habe, ist die bei der EOS 1D noch fehlende Vergrößerungsmöglichkeit bei der Bildkontrollwiedergabe – der Nachfolger EOS 1D MK II bietet das. Das macht die D2Hs (D2Xs) besser als die EOS 1D. Bei der Klasse des EOS-AF kann man die fehlende Kontrollmöglichkeit allerdings verschmerzen. Immerhin kann ich in der EOS 1D die Helligkeitsverteilung per Tonwertkurve kontrollieren. Und die EOS 1D hat in der 1D-Reihe ein Alleinstellungsmerkmal! Nur die Ur EOS 1D bietet 1/16.000 s als kürzeste Verschlusszeit, die man aber nicht so oft braucht ;-) Das Gewicht der EOS 1D ist allerdings "wahnsinnig"... Was die ISO 3200 angeht, geht die 4 Megapixel Nikon D2Hs mit einem kleinen Vorsprung über die Ziel-Linie. 

Ralf Jannke, Mai 2017

 

Comments (4)

  • Heinz Kühnert
    Heinz Kühnert
    at 06.07.2018
    Hallo !
    Guter Beitrag ,habe die Canon EOS D1 gerade geschenkt gekriegt,bin gespannt !?
    Habe 2Fragen ,Frage 1 welche Speicherkarte brauche ich? 2.Frage Bedienungsanleitung in Deutsch ?
    Schönen Tag noch !

    Gruß Heinz
  • Ralf Jannke
    Ralf Jannke
    at 06.07.2018
    EOS 1D

    Speicherkarte
    Bis 2 GB CompactFlash. Ich habe probeweise 4 und 16 GB eingeschoben. Werden akzeptiert, aber nur in 2 GB Größe formatiert…

    Bedienungsanleitung deutsch?
    Mir ist keine Downloadquelle bekannt. Der Link im Beitrag funktioniert, ist aber die englische BA…
  • Dirk Grünig
    Dirk Grünig
    at 20.04.2019
    Hallo,
    ich habe noch eine D1 und will diese verkaufen. was darf ich denn dafür noch verlangen? Sie ist in einem Top Zustand. Könnte mir da jemand einen Rat geben?
    Mit den besten Grüßen
  • Ralf Jannke
    Ralf Jannke
    at 20.04.2019
    Hi
    Wie bereits per Mail geschrieben wird die EOS 1D hier:
    https://www.digicammuseum.de/kameras/detailansicht/kamera/Kamera/show/eos-1d/
    auf 164 Euro Sammelwert taxiert. Die dort beschriebene EOS 1D wechselte für 30 Euro den Besitzer, ich habe 130 Euro für meine EOS 1D mit Ladegerät und drei funktionierenden Akkus gegeben.

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