Objektivreparatur

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 21. August 2020 - Wissen, Reparieren

Welcher Nikon Service?

Es geht um eine Objektiv-Reparatur. Genauer um ein 2,8/80-200 mm AF-S Nikkor, das erste Telezoom dieser Brennweite inklusive der 70-200er, das den Autofokus-Antriebsmotor im Objektiv hat. Aber noch nicht stabilisiert ist. Problem: Der Entfernungsring blockiert im MF- wie AF-Betrieb bei etwa 5,5 m Entfernung. Wer Lust hat sollte sich dazu dieses kurze Youtube-Video ansehen.

https://youtu.be/SKzRtXN9Y-E

Das dort gezeigte 2,8/80-200 mm AF-S zeigt exakt das Verhalten, den Fehler auch meines Zooms. Der Youtuber zeigt auch die relativ simple Reparatur ganz ohne Ersatzteile. Auf diese Anleitung möchte ich aber nur im Notfall zurückgreifen und die Reparatur einem Nikon Service überlassen. Nach Kostenvoranschlag natürlich.

Wer hat Erfahrungen mit dem Nikon-Service und kann den Service xyz empfehlen. Aktuell fallen mir nur Albrecht in Köln oder der Service-Point München ein.

Update

Nikon Köln traut sich nicht, aber der Nikon Service München hat zugesagt. Ab 10. August geht das Zoom nach München, und ich werde später berichten.

No Risk no Fun ;-)

Der Nikon Service München war nicht nur willig, sondern auch fähig! Das Zoom ist repariert und kontrolliert wieder zurück. OK, etwas über 200 Euro war kein Pappenstiel. Aber offensichtlich wird eine Feinmechanik-/Elektronik-Stunde im Jahr 2020 mit ca. 150 Euro veranschlagt. Heißt die Differenz zu den 200 Euro besteht "nur" aus Kleinteilen und Porto … Und dennoch gut angelegte 200 Euro, denn ich hätte das Zoom beim Selbstversuch unter Umständen so beschädigt, dass es dann wirklich schrottreif gewesen wäre!

Mit dem 2,8/80-200 AF-S Nikkor ist jetzt das für die Z50/FTZ-Adpter benötigte lichstarke Zoom mit AF-Motor IM Objektiv wieder an Bord:

 

 

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk