Bohnensack Stativ

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 01. März 2021 - Wissen, Ausprobieren

Bitte was?

Beim fotografischen "Bohnensack" handelt es sich um eine etwa 20 mal 30 Zentimeter große Tasche, die an einer Seite über einen Reißverschluss verfügt. Die Tasche kann mit Bohnen oder anderem Material (*) befüllt werden. Durch diese Füllung passt sich der Bohnensack nicht nur der Oberfläche an, auf der er liegt. Die darauf liegende Kamera samt Objektiv lässt sich durch die nachgebende Füllung exakt ausrichten und verwacklungsfrei auslösen. Für Fotos in Grasnabenhöhe. Selbst ein hoch-flexibles so genantes Gorillapod wäre mir da schon zu hoch zu fummelig.

Eh ich weiter umformuliere und abkupfere, verlinke ich doch gerne auf den ausgezeichneten Beitrag "Bohnensack als Stativersatz" des Fachmagazins "FOTOHITS". Dort wird auch der Selbstbau eines Bohnensacks beschrieben, und was sonst beim Einsatz noch so zu beachten ist …

Jetzt ist der Begriff Füllung mehrfach erwähnt worden

Befüllt werden kann der Sack mit Bohnen ;-), Reis, Sand, kleinen Steinchen. Ich habe zu einem noch anderen Füllstoff gegriffen: Styroporkügelchen, die auch in so genannten Sitz-Säcken stecken.

Ich habe auch nicht selbst genäht, sondern gleich zum "Mercedes" der Bohnensäcke gegriffen und für 20 Euro einen Kalahari erworben. Wobei mir beim letzten Besuch eines Drogerie Markts beim Anblick eines Kirschkern-Kissens der ketzerische Gedanke kam, dass es so ein Teil für keine 5 Euro doch eigentlich auch tun müsste ;-)

Jetzt warte ich nur noch auf die Styropor-Kügelchen zum Befüllen. Und dann kann es mit den beiden Dreilinsern E. Ludwig Meritar 2,9/50 und FEINMESS DRESDEN Bonotar 1:4,5/105 mm V und anderen Objktiven losgehen.

 

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk