Doppelkonverter …

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 10. März 2021 - Wissen, Ausprobieren

System- und Generationswechsel

Egal für wie unsinnig man diese gewagte Kombination aus 2,8/80-200 mm AF-S Nikon Zoom-Objektiv und zwei Telekonvertern (Nikon TC-17E II und TC-20E) hält

Die etablierte DSLR Nikon D4 ist nicht in der Lage, dieses 9,5/272-680 mm Zoom zu fokussieren. Was der spiegellosen Nikon Z6 problemlos gelingt! Doppel-Konverter und Zoom auf dem FTZ montiert – fertig! Läuft! Die mögliche Abbildungsqualität dieser Kombination muss noch genau getestet werden.

Was die Konverter einzeln leisten, ist hier nachzulesen: „Preiswerte, kompakte und brauchbare Brennweitenverlängerung: Telekonverter/Extender Teil 2

1986 habe ich selbst noch posaunt: Eine SLR mit Autofokus – niemals … Und heute? Wenn sich Nikon 2018 statt der aufwändigen Präsentation auf der letzten Photokina der Geschichte mehr Mühe gegeben hätte die Fähigkeiten der Z6/Z7 herauszustellen, hätte ich nicht lange über einen System-Wechsel nachgedacht. Die oben abgebildete D4 behalte ich für bestimmte Aufgaben, aber sie ist definitiv die letzte DSLR, die ich (gebraucht) gekauft habe. Ein guter Bekannter aus Brandenburg fotografiert jetzt mit zwei Z7-Gehäusen. Seine noch vorhandenen zwei Vollformat DSLR-Nikons gehen in den Verkauf!

Eine in zweifacher Hinsicht (un)mögliche Kombination

Mit einem 9,5/680 mm Supertele bei ISO 204.800 aus der Hand fotografiert

Die ISO-Zahl ist natürlich ein reiner Notbehelf. Die durch zwei Telekonverter erreichbare Brennweite könnte aber mehr werden als ein Notbehelf! Spannend wird es, ob die Kombination aus FTZ-Konverter zum Einsatz auf spiegellosen Z-Nikons, TC-17E II, TC-20E und 2,8/80-200 mm AF-S bei Offenblende und gutem Licht eine brauchbare Abbildungsschärfe liefern kann. Das wird natürlich ein Praxisbericht, wenn es mit dieser speziellen Supertelebrennweite auf Bilderjagd geht …

Die übrigens nur funktioniert, weil wie im "Telekonverter/Extender Teil 1" beschrieben, die künstlichen Blockaden, die "Marketing-Nasen" in TC-17EII wie TC-20E entfernt wurden!

Das Einzige, was bei diesen Spielchen nicht funktioniert, das ist die Anzeige von Brennweite und Lichtstärke. Mit zwei Konvertern sind die Z-Nikons überfordert. Aber nur, was die fehlerhafte Exif angeht. Autofokus und Belichtung funktionieren bei der Vollfotmat Nikon Z6 einwandfrei. Die Z6 hat auch den besseren, empfindlicheren AF, als die Z50. Die Z50 brauchte mehrere Versuche die oben beschriebene Kombination aus Konvertern und Zoom zu fokussieren.

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk