Einsparmöglichkeiten II

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 22. Mai 2022 - Wissen, Ausprobieren

1 Meter Brennweite mit Autofokus!

Meine vorläufig letzte (ernsthafte) Objektiv-Anschaffung … (Wer's glaubt ;-)

Das geliebte Altglas gehört für mich in die "Kleingeld-Spielwarenabteilung" ;-) Fest im Fotografierbestand ist mein stabilisiertes 4,5-5,6/70-300 mm AF-P Nikkor. Das sich dank Schritt-/Stepmotor im Fokussieren schneller als mein betagtes 2,8/80-200 AF-S Nikkor erwiesen hat! Das trotz der hohen Lichtstärke auch aus Gewichtsgründen — 1,86 kg — jetzt veräußert wurde.

Ich wollte aber unbedingt noch ein paar Millimeter mehr Brennweite. Das allerdings unter Berücksichtigung von Kosten und mehr noch Gewicht! Womit das AF-S 200-500 mm 5.6E ED VR Nikkor mit 2,3 kg gleich raus war. Wie die Sigma-/Tamron-Pendants ähnlicher Brennweite.

Das 1,36 kg 4,5-5,6/100-400 mm Nikon Z?

Perfekt! Aber so wie Nikon das aktuell (Mai 2022) schwer bis nicht lieferbare Zoom seinen Ambassadoren/Influencern zur Verfügung stellt, sehe ich keinerlei Veranlassung "Dauerleihgaben" an diese Leute mit 3000 Euro an Nikon durch Kauf des Telezooms mit zu finanzieren.

Alternative?

Nach kurzem Suchen war die Wahl eigentlich sofort klar: 5-6,3/100-400 mm Sigma DG OS HSM – Kosten um 780 Euro. Nur wenig lichtschwächer als das 100-400 mm Original und mit 1,16 kg sogar noch etwas leichter. Gekauft natürlich mit Rückgaberecht. Montiert auf die übrig gebliebene Nikon D4 und adaptiert per FTZ auf die Nikon Z50 und Z6. Auf allen drei Systemkameras: perfekte Funktion!

600 mm Brennweite, Offenblende f/6,3

War das alles? Nein! 1020 mm Brennweite!

Beide Beispielfotos aus der Hand!

Denn dazu kommt noch ein Sahnehäubchen! Das gute 70-300 mm AF-P Nikkor lässt sich bauartbedingt nicht per Telekonverter verlängern. Ganz anders das 100-400 mm Sigma. Da hat sich der sehr gute Nikon TC-17E II nicht nur mechanisch als kompatibel erwiesen, sondern das Komplettsystem bestehen aus Z50 oder Z6, Adapter FTZ, TC-17E II und 100-400 mm Sigma bietet auch Autofokus! In Kombination mit der Nikon Z50 kann ich bei Bedarf so auf 1020 mm Brennweite zurückgreifen. O.K. mit nur Lichtstärke f/11. Aber das genügt meinen Ansprüchen in Sachen Natur-/Tierfotografie vollkommen! Die beiden hier drüberstehenden Fotos aus dem Garten sind mit 1020 mm Brennweite aus der Hand fotografiert!

Kein Wermutstropfen?

Für mich vollkommen unbedeutend: Brennweite und Blende der Kombination mit dem TC-17E II werden nicht in die Exif geschrieben. Auch mit ein Versuch auf Tip von Christian Zahn es mit dem Mac GraficConverter zu probieren, brachte den Konverter nicht zum Vorschein. Wer's braucht … Der Sommer kann kommen.

NACHTRAG

Die Software-Entwickler von Sigma haben gut programmiert! Das 100-400 mm läuft einwandfrei auch auf der spiegellosen 14 MP Nikon 1 V2 mit FT-1 Adapter. Der Fokus sitzt, alles bestens. Die 400 mm x Crop 2,7 = 1080 mm Brennweite können aber nicht mit der Kombination Nikon Z50, FTZ. TC-17E II, 100-400 mm konkurrieren. Auch wenn dieses System nur Lichtstärke f/11 hat, die höheren ISOs und besonders der Autofokus der Z50 sind um Klassen besser, als bei der Nikon 1 V2. Als "Notlösung" aber immer: ein 6,3/1080 mm Supertele auf der V2!

NACHTRAG 2 – oder: APS-C ist tot …

Das wurde immer wieder behauptet. Ja, wenn die kleineren 15 x 23 mm APS-C Sensoren in einer digitalen Spiegelreflexkamera stecken, stimmt die Aussage. Die DSLR liegt im Sterben. Die CaNikon Vollformat Flaggschiffe EOS 1X MK III und D6 werden die letzten ihrer DSLR-Art sein. Aber DSLRs mit dem kleinen Sensor? Die können getrost begraben werden ... Aber APS-C lebt! Weiter in spiegellosen Systemkameras!

Und was macht Nikon?

Mich ängstigt diese Behäbigkeit. Was nützt mir eine teure "Über"-DSLM Nikon Z9 mit Lieferzeiten ab einem viertel Jahr, dazu teure Objektive überwiegend im Profi-Segment, vorgestellt von gesponsorten Günstlingen? Gar nichts!

Dazu gesellen sich die Erstlinge Nikon Z6 und Z7, die nach Präsentation der Version II Nachfolger von weiteren Firmware-Verbesserungen ausgeschlossen wurden. Mit Neid schaue ich da auf Canon.

Dort feiert der kleine APS-C Sensor eine regelrechte Wiederauferstehung. Mit zwei hochinteressanten spiegellosen Systemkameras:

Und nochmal: Was macht Nikon?

Bisher hat es im kleinen Sensorformat nur zur 2022 drei Jahre alten Nikon Z50 und der 2021 vorgestellten "Retro"-Z50, besser bekannt als Z Fc gereicht. Gerne bin ich Sommer 2020 von Fuji-X zu Nikon Z50 gewechselt und später zusätzlich zur Vollformat Z6 aufgestiegen. Aber jetzt herrscht für mich bei Nikon irgendwie Stillstand. Wenn ich mir die Canon EOS R10 und besonders die R7 ansehe.

Ich schätze weiter meine Z50 - siehe das Foto oben -, aber wo bleiben eine verbesserte APS-C "Z60 oder Z70", und eine Vollformat "Z7 oder Z9"?

Canon hat genau richtig platziert: Bei endlich überall abnehmender Corona-Gefahr vor der wieder zunehmenden Sommerurlaubsaktivität locken hochinteressante DSLMs zum Kauf. Wartet Nikon auf den Herbst oder das Weihnachtsgeschäft?

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk