>> 1983: Ging es im Filmformat noch kleiner, qualitativ noch tiefer — als Pocket? Ja es ging. Mit der Minolta Disc S <<
Um das Hantieren mit Film noch weiter zu vereinfachen, stellte Kodak 1982 nach der Instamaticfilm-Kassette 1963 und dem Pocketformat 1972 schließlich den so genannten Disc-Film vor. Das Dilemma dieses viel zu kleinen Formats hat Wikipedia hervorragend beschrieben.
Was Instamatic und Pocket angeht, werde ich mich in diesem Sommer damit "vergnügen". Zumindest für ein paar spielerische Versuche ;-)
Zum Disc-Film hier zwei stark eingekürzte Absätze/Passagen:
Wikipedia: “Grundkonzept einer besonders flachen Kamera" Flach ja, aber in den restlichen Abmessungen groß wie eine Minikamera für Kleinbildfilm... Und das bei vergleichsweise miserabler Qualität.
Wikipedia: “Da aus dem kleineren Format eine erheblich stärkere Vergrößerung resultierte, musste der Film eine feinere Auflösung besitzen, was das eigens entwickelte Material „Kodacolor HR“ bot."
Um im Kodacolor HR Verfahren dann auch gewöhnliche 35 mm Kleinbildfilm mit noch bessere Qualität zu produzieren. Und die mit 24 x 36 mm Negativfläche statt 8 x 10,5 mm Disc... Selbst der 110er Pocketfilm bot mit 13 x17 mm 2,6 mal mehr Fläche als der Disc-Film
Wikipedia: “Kodak stellte das System mit einer Filmempfindlichkeit von ISO 200/24° vor, die Bildqualität entsprach jener des Pocketfilms, war also für gewöhnliche Abzüge in den Formaten 9×13 und 10×15 akzeptabel. Bei größeren Papierabzügen offenbarten sich jedoch schnell die Grenzen dieser Technik. Die geringen Abmessungen der Negative bewirkten trotz der hohen Auflösung des Filmmaterials eine charakteristische „Körnigkeit“ der Aufnahmen, und es fehlte vielfach an Farbbrillanz und Schärfentiefe, selbst bei optimalen Fotografierbedingungen. Somit wurde trotz allem nie die Qualität selbst einfacherer Kleinbildkameras und -filme erreicht."
Was 1988 konsequent nach nur 6 Jahren zur Produktionseinstellung des Disc-Films und zur Wertlosigkeit der dazugehörigen Kameras führte. Was zu Beginn natürlich keiner wissen konnte, denn auch Minolta stellte Kameras für den Disc-Film zur Verfügung.
Und die merkwürdigen Rundbilder auf einer Scheibe daneben?
Das Konzept, Negative auf einer Scheibe zu belichten war gar nicht neu!
Die 1947 oder 48 vorgestellte japanische Sub-Miniaturkamera Sakura Seiki Petal belichtete auf einem kreisrunden Stück Film von 25 mm Durchmesser 6 kreisrunde Negative. Durch ein 5,6/12,5 mm Objektiv mit 1/50 s Verschlusszeit. Die Filmscheiben konnten später mit einer von Petal zur Verfügung gestellten Stanze selbst in der Dunkelkammer aus dem gewöhnlichen Kleinbildfilm gestanzt werden. Die Petal ist eine für mich uninteressante Kamera, die hochpreisig in Sammlervitrinen landet …
Aber Instamatic und Pocket stehen fest in meinem Sommerferienprogramm. Die benötigten Kameras sind vorhanden!
Natürlich wird Digital wieder gewinnen, aber ab etwa Mitte Juli geht es auch analog los. Bis dahin …