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Auf zur finalen Junk-/Trash-Fotorunde

06. Februar 2026, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

Passend zum Hintergrund

Bevor es ins Depot geht, eine vorerst finale Runde durchs Industriegebiet zum Flohmarkt. Mit der schwer angeschlagenen spiegellosen Nikon 1 V3 DSLM

Ich hatte diesen Totallschaden 2023 aus reiner Neugier für 10 Euro gekauft. Um dann festzustellen, dass diese V3 nach Einlegen eine microSD-Speicherkarte und dem Akku tatsächlich noch Fotos aufnahm! Aber alles im kompletten Blindflug. Digitale LOMOGRAPHIE pur!

Um ein Gefühl für den Bildwinkel zu bekommen, wurde ein russischer Revolversucher montiert, der eine 2,8 cm/28 mm Brennweiteneinstelung bietet. Die gut zur kurzen Brennweite des 10-30 mm 1 Nikkors passt. KB-äquivalente 27-81 mm. Erstaunlichrweise funktioniert dieses Zoom noch einwandfrei! Möglicherweise gab es 2019 bessere Ersatzteile, denn auch dieses Zoom war von der Nikon 1 Objektivkrankheit betroffen. 

2026 wurde eine Reparatur, Verbesserung des beschädigten Nikon 1 V3 Sensors versucht. Was dann in einen eigenen Praxisbericht mündet, der noch nicht fertig ist …

 


Winter Wonderland ;-)

11. Januar 2026, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

DAS ist doch ein Jahresanfang – eine komplette Minolta Dimage RD 3000 Ausrüstung!

Über die Feiertage, den Jahreswechsel kamen mal wieder zwei Anfragen an das Digicammuseum.de, ob man Interesse an dieser und jener Kamera hätte. Ich weiß nicht, ob ich mich so unverständlich ausdrücke, aber wenn der Floskel "in gute Hände abzugeben" gleich eine Preisvorstellung folgt, dann sind wir der falsche Ansprechpartner. Wir nehmen bei unserem gut gefüllten Depot nur noch interessante Digitalkameras als Museumsspende gegen Übernahme der Portokosten an. Wer Preisvorschläge macht, Verkaufserträge erwartet, möge die Geräte zu seinem Wunschpreis doch einfach bei eBay oder Kleinanzeigen einstellen.

Es geht aber auch anders!

Wir bedanken uns bei dem großzügigen Spender Peter Moosbauer aus Murnau, der uns diese tolle Minolta Dimage RD 3000 Ausrüstung mit Blitz und Objektiven überlassen hat.

Peter Moosbauer hatte die Beiträge zur exotischen Minolta Dimage RD 3000 gelesen, um dabei festzustellen, dass seine Kamera den gleichen Fehler/Defekt hat wie meine RD 3000. Die Kameras nehmen nur noch halbe Fotos auf :-( Irgendetwas im komplizierten Inneren der RD 3000 ist kaputtgegangen. Daraufhin fragte Herr Moosbauer, ob ich Interesse an der Minolta hätte. Nach meiner Standardantwort Spende/Portoübenahme kam prompt die freundliche Antwort: "Oh nein, ich möchte die Minolta spenden … " Um dann im zweiten Anlauf nicht nur die RD 3000, sondern die für ihn nutzlos gewordenen Objektive mit dem speziellen Minolta Vectis Bajonett und einen Minolta Blitz zu spenden. Bei so einem netten Menschen frage ich umgehend die Bankverbindung oder Paypal-Adresse ab, um wenigstens 50 Euro als Anerkennung zu überweisen. Und sei es für einen Blumenstrauß für die Ehefrau oder die Enkel.

Die RD 3000 hat mittlerweile natürlich einen Seltenheits-/Sammlerstatus. Aber realistisch bei wem? Herbst 2025 wurde bei eBay ein Exemplar aus Japan verkauft — für rund 325 Euro inkl. Porto. Bei einer nicht mehr datierbaren Leitz Auktion erzielte eine RD 3000 inkl. 3 Vectis Objektiven 1440 Euro. Ich hätte nicht mal für die 325 Euro gekauft … Und ob da kontrolliert wurde, ob diese beiden DSLRs noch komplette Fotos aufnehmen?

Den Bericht über die hochinteressante Minolta Dimage RD 3000 wird Christian Zahn verfassen. Ich brauche keine zwei RD 3000, das gespendete Exemplar geht an Christian!

Was gab es bisher an Beiträgen zur Minolta Dimage RD 3000 im Digicammuseum.de?

Um es vorwegzunehmen: Eine Reparatur ist praktisch unmöglich, aber darüber wird Christian berichten!

 


Gelblich verfärbte Linsen bei schwach radioaktiven Objektiven — und Entfernung des Gelbstichs

22. Oktober 2025, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren, Reparieren

Vorher, nachher …

ASAHI OPT.CO. (Pentax) SUPER-TAKUMAR/6x7 1:2.4/105 im Urzustand: Gelbfärbung der Linse/Vergütung – vor der Platzierung auf der UV-Quelle und nach einer Woche.

Oktober 2021 war im Blog zu lesen:  Mein erstes radioaktives Objektiv?

Beim Ablichten des frisch erworbenen SUN WIDE YS-28 F:2.8 28mm fiel mir die ungewöhnlich orange-gelbe Färbung der Frontlinse auf. Auch mein 2,4/105 mm Takumar zur Mittelformat SLR Pentax 6x7weist eine verdächtige Färbung auf …

Jetzt, nach vier Jahren, habe ich mein 105 mm Mittelformat Pentax 6x7 Takumar entsprechend "behandelt"

Vorausgegangen war im September noch der Blogbeitrag "In der Disko?" Linsenpilz, Fungus, durch radioaktive Thoriumvergütung gelb verfärbte Linsen und UV-Licht. Geht da was?

Da geht was!

Der Vergleich ist nicht so deutlich, wie es das Auge wahrgenommen hat. Aber der zuvor vorhandene Gelbstich ist weg! Ich habe das 105er allerdings eine Woche dem Licht des UV-Strahlers ausgesetzt. Ohne nachzukontrollieren, ob nicht zwei, drei Tage bereits ausgereicht hätten, den "Gilb" zu entfernen …

Sagen wir so: Etliche Stunden starke Sonnenbestrahlung hätten vielleicht auch ausgereicht. Was dann eher etwas für den nächsten Sommer wäre …

Das oben beschriebene SUN WIDE YS-28 F:2.8 28mm werde ich auch versuchsweise so behandeln und mehrere Tage auf die UV-Quelle legen.

Radioaktivität

Der französische Youtuber Mathieu Stern hat zum Thema Radioaktivität zwei unterhaltsame Videos veröffentlicht und dabei gleich Entwarnung gegeben. Ja, Glas, das Thorium (ThO2) enthält, was in den 1960er/70er Jahren üblich war, strahlt! Aber so schwach, dass ich vier Monate in einem Raum verbringen müsste, der mit 2.000.000 Thorium-vergüteten Objektiven gefüllt ist, um an der Strahlung zu erkranken …

Seine beiden Videos

"The HORRIFIYNG Truth about Radioactive Camera Lenses" — "Die furchtbare Wahrheit über radioaktive Objektive", gezeigt am Canon FL 55mm 1,2

"The Radioactive Dream Lens" — "Das radioaktive Traumobjektiv", gezeigt am 2/35 mm Pentax Takumar

Jetzt wieder fit!

Ganz abgesehen vom Gelbstich oder nicht: Der automatische Weißabgleich der Digtalkamera "bügelt" den Gelbstich von Vergütung oder Linse eh weg …


Ist das der Höhepunkt des Jahres 2025?

19. Oktober 2025, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

CANON ZOOM LENS EF 80-200mm 1:2.8 L

Ich liebe solche schwer gebrauchten Objektive. Wenn sie denn noch/trotzdem funktionieren. Der Verkäufer listete einige Fehler, versicherte aber glaubhaft, dass das Zoom an sich und der Autofokus noch einwandfrei funktionieren. Letzterer allerdings nur im eingeengten Bereich von 3,5 m bis Unendlich, da sich der Bereich durch einen defekten Schiebeschalter nicht mehr ohne weiteres verstellen lässt. Mit 3,5 m kann ich später in der Basketballhalle problemlos leben!

Die miserable Verklebung des abgebrochenen Fokus-Schalters – das schien übrigens eine Krankheit dieses Zooms zu sein – werde ich besser neu abdecken, zukleben. Die aufgequollene Gummierung (das übliche TPU) des Zoomrings wird um ein, zwei Segmente verkürzt und erneut festgeklebt.

Ersteinsatz der CANON ZOOM LENS EF 80-200mm 1:2.8 L auf der Halbformat Canon EOS 50D und alternativ der Sony NEX-6 mit dem Orsda Auto Focus Adapter EF-NEX Autofokus-Konverter.

Wenn da alles — hoffentlich — funktioniert, MUSS das Zoom natürlich später auf die Canon EOS 1D. Das 2,8/80-200 mm Canon L war in Analogzeiten die Traumkombination der Sportfotoprofis auf der analogen EOS 1/N. 1995 wurde es von der dank Ultraschallmotorantrieb schnelleren CANON ZOOM LENS EF 70-200mm 1:2.8 L USM Version abgelöst. Irgendwann bis Jahresende kommt das 2,8/80-200 L auf die 8 B/s schnelle 4 Megapixel Canon EOS 1D mit ihrem 19x27 mm APS-H Crop 1.3 Sensor!

Praxisberichte folgen

 


In der Disko?

04. September 2025, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren, Reparieren

Linsenpilz, Fungus, durch radioaktive Thoriumvergütung gelb verfärbte Linsen und UV-Licht. Geht da was?

Ein Zoom auf einer UV-Lichtquelle. Gerne in "Hoch"-Diskozeiten auch als Effekt-/Schwarzlicht eingesetzt … Und in der Kriminalistik zur Spurensicherung!

Was die Gelbverfärbung „radioaktiver“ Objektive, genauer deren Thoriumvergütung angeht, „schwor“ ein Facebooker sein Objektiv nach etlichen Stunden unter vergleichbarem UV-Licht wieder Richtung neutral, weiß bekommen zu haben. Etwas, was ich in den Herbstferien probieren werde, denn mein ausgelagertes ASAHI OPT. CO. (Pentax!) LENS MADE IN JAPAN SUPER-TAKUMAR/6x7 1:2.4/105 weist eine verdächtige Gelbfärbung auf. Und es gehört mit in die Riege der „radioaktiven“ Objektive …

Was diese Radioaktivität angeht, hat der französische Youtuber Mathieu Stern zu dem Thema zwei unterhaltsame Videos veröffentlicht und dabei gleich Entwarnung gegeben. Ja, Glas, das Thorium (ThO2) enthält, was in den 1960er/70er Jahren üblich war, strahlt! Aber so schwach, dass ich vier Monate in einem Raum verbringen müsste, der mit 2.000.000 Thorium-vergüteten Objektiven gefüllt ist, um an der Strahlung zu erkranken …

Seine Videos

"The HORRIFIYNG Truth about Radioactive Camera Lenses" — "Die furchtbare Wahrheit über radioaktive Objektive", gezeigt am Canon FL 55mm 1,2

"The Radioactive Dream Lens" — "Das radioaktive Traumobjektiv", gezeigt am 2/35 mm Pentax Takumar

​​​​​​​Möglicherweise, vielleicht ist UV-Licht auch in der Lage einen geringen Fungusbefall, Linsenpilz in einem Objektiv etwas zu minimieren oder wenigstens zum Stoppen zu bringen

Ich habe das neben 1-2 Stunden Backofenbehandlung – 60 Grad, KEINE Umluft – und zusätzlich UV an mehreren Objektiven versucht. Ganz sicher war/ist da auch der Wunsch der Vater des Gedankens, aber ich könnte schwören, dass das UV-Licht einen (kleinen) Effekt hat. Sicher nicht, wenn ein Objektiv schon so verpilzt ist, dass komplette Linsenflächen zugewachsen sind. Dann bleibt nur Zerlegen des Objektivs bis auf die einzelnen Linsen. Um die mechanisch unter anderem auch mit Wasserstoffperoxid zu reinigen.

Aber bei ein paar Pilzfäden wäre es mir immer einen Versuch mit dem UV-Licht wert. Ob es Fungus war oder nicht. Backofenbehandlung und UV-Licht haben meinem von einem Flohmarkt feuchtkalten SIGMA MIRROR ULTRA-TELEPHOTO 1:8 f=500mm und dem wunderbaren VOIGTLÄNDER ZOOMAR 1:2.8 f=36-82mm gut getan!

Aktuell bekommt ein SIGMA-XQ HIGH POWER ZOOM 1:4.5 f=70-230mm MULTI-COATED eine zweitägige UV-Lichtdusche …

Übrigens

Zeiss soll Objektive mit Reparaturwunsch bei festgestelltem Pilzbefall zurückweisen. Zu groß wäre angeblich die Angst, dass der Pilz andere Objektive „verseuchen“ könnte.

Und ja: Die stärkste UV-Quelle wird immer noch starkes Sommertageslicht, die Sonne sein …

Ich bitte um Kommentare, eigene Erfahrungen!

 


Ein zweiter Ferien-Höhepunkt

04. August 2025, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

Tillhör Sveriges Radio K 149 : 6 6º ???

Nach dem ersten Highlight der Sommerferien, dem DE OUDE DELFT RAYXAR E50/0.75 ein weiterer Höhepunkt. Ich kaufte für umgerechnet 14 Euro ein mit "Tillhör Sveriges Radio K 149 : 6  6º" graviertes Objektiv. "Eigentum von Radio Schweden". Eine Radiostation kann mit einem Objektiv eher weniger anfangen. "Radio" schließt in diesem Fall aber TV — Fernsehen — mit ein. Und dann war klar, dass dieses Objektiv einst auf einer Fernsehkamera steckte.

Was ich erst nach Abschrauben der mächtigen Gegenlichtblende entdeckte, war die wahre Bezeichnung dieses wuchtigen und 1 kg schweren Objektivs:

Schneider Kreuznach Xenotar 1:2.8 / 150

Beim ersten Versuch der Adaption war mir ein zunächst schwerwiegender Fehler unterlaufen, der zum Glück zu reparieren war. Alles darüber im entstehenden Praxisbericht.

 


Fallschaden

02. April 2025, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

KONICAMINOLTA AF ZOOM 17-35mm 1:2.8(32)-4 D

Als bekennender Fan unübersehbar schwer gebrauchter, teildefekter, aber noch zum Fotografieren benutzbarer Objektive habe ich für 65 Euro ein 2004 vorgestelltes KONICAMINOLTA AF ZOOM 17-35mm 1:2.8(32)-4 D an Bord genommen. Im Anzeigentext war zu lesen: Das Kunststoffteil, an dem die Gegenlichtblende oder die Filter befestigt sind, ist beschädigt und nicht besonders ästhetisch repariert ;-) Aber das Objektiv funktioniert einwandfrei. Linsen ohne Kratzer."

Das Objektiv muss runtergefallen sein — auf einen sehr harten Untergrund —, und dabei ist der Frontring gebrochen. Kunststoff-Vorteil: Der Bruch könnte die Fallenergie vernichtet haben, so dass das Objektiv tatsächlich noch funktioniert. Die Frontlinse sieht jedenfalls O.K. aus. Das werde ich schnell feststellen. 

Mehr dazu in den (NRW) Osterferien

Was hoffentlich zu erwarten ist …

Die gezeigten Fotos wurden 2009 mit einem Tamron SP AF 17-35mm f/2.8-4 DI LD Aspherical (IF) (A05) auf der 12 Megapixel Vollformat Nikon D700 aufgenommen. Tamron baute und labelte das Ostern vorzustellende KONICAMINOLTA AF ZOOM 17-35mm 1:2.8(32)-4 D.

Was dann mit 20 Megapixel auf der Halbformat Sony SLT A-58 und adaptiert im Vollformat auf der 45 Megapixel Nikon D7 ausprobiert wird.

Ich bin sehr gespannt!


Eigentlich streng verboten!

22. Januar 2025, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

Gerne auf der Pizza Funghi, aber nicht im Objektiv: Pilze, Pilzbefall, Fungus

Die "Pizza Funghi" hat natürlich die Photoshop KI generiert ;-)

Was ist verboten?

Laut allgemeiner/Lehr-Meinung sollte man Objektive mit Pilzbefall — Fungus — sofort aus seinem Bestand zumindest in Quarantäne stellen, eigentlich nicht mehr benutzen  oder gar entsorgen. Zu groß wäre angeblich die Gefahr, dass sich die Pilzsporen in ein anderes "gesundes" Objektiv übertragen. Einen belastbaren Beweis für eine derartige Sporen-Übertragung habe ich im Internet noch nie gefunden.

Das kann/soll sehr gerne kommentiert werden, wenn ein Leser entsprechende Erfahrungen gemacht haben sollte oder eine Internetquelle kennt.

Eine plausible Erklärung für Pilzentstehung auch bei neuen Objektiven wäre das Verstauen von regennassen, feuchten Objektiven besonders in Fototaschen aus Leder, wo sie dann ungetrocknet länger liegen. Quasi im eigenen Restdampf. Was ein neues Objektiv angeht, kann ich von meinem 2,8/70-200 Canon L USM berichten, bei dem zum Verkauf Pilz festgestellt wurde. 400 (!) Euro kostete seinerzeit das Austauschen der befallenen Linsengruppe.

Zeiss soll in solchen Fällen härter vorgehen und bei zur Reparatur eingeschickten Objektiven die Annahme verweigern, wenn Fungus schon erwähnt oder bei Eingangskontrolle Pilzbefall festgestellt wird.

Nun ja, mein wunderbares

hatten/haben Fungus. Den ich aber vermutlich mit meinen Brachialmethoden – 2 h Backofen bei 80 Grad – gekillt habe. Nicht nur das Feuchtgefühl dieser beiden Objektive war weg, der Pilz scheint tot oder wenigstens verkümmert zu sein. Es war jedenfalls Monate nach der Backofen-Behandlung kein Wachsen mehr erkennbar.

SIGMA-XQ HIGH POWER ZOOM MACRO-SYSTEM 1:4.5 f=70mm - 230mm MULTI-COATED

Diese Vorkennntisse, Erfahrungen halfen beim 2 Euro Flohmarkt SIGMA-XQ HIGH POWER ZOOM MACRO-SYSTEM 1:4.5 f=70mm - 230mm MULTI-COATED allerdings nicht weiter. Es hilft/half nichts: Das Zoom muss zerlegt werden. Die Frontlinse und die zwei Linsen davor waren relativ problemlos ausgebaut. Poliert habe ich mit meiner Kontaktlinsenpflege (für harte, gasdurchlässige Linsen), um die Linsen dann mit einem Tropfen Spüli 5 min ins Wasser des Ultraschallreinigungsbeckens zu geben. Ergebnis: Nicht unbedingt makellos, aber ein Riesenunterschied zu vorher!

Hier erstmal Stop! Fortsetzung folgt …

 


Ganz unerwarteter, spannender Neuzugang

14. November 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

Digi(tal)cam(era)museum und Alt-Glas

Die Geschichte der Digitalkamera von Mitte der 1980er Jahre bis heute ist erzählt. Nicht mit allen je gebauten Kameras — was vollkommen unmöglich ist — aber umfassend in allen Facetten. Von der noch niedrig auflösenden, aber bereits vom Bildsensor filmlos analog auf eine Video-Diskette speichernden Stillvideokamera über hunderte Knips-, Konsumer- und Semi-Prokameras bis zur hochwertigen spiegellosen Systemkamera mit hohen zweistelligen Megapixelauflösungen ist alles dabei. Mittendrin die digitale Spiegelreflexkamera, die das Ende ihres Produktionslebens erreicht hat, was noch nicht jeder wahrhaben will. Leicht erkennbar an den übervollen eBay-Regalen.

Statt die Kameras der Sammlung einfach nur zu zeigen, war das Bestreben des Digicammuseum.de immer mit allen funktionierenden Exponaten — und das ist die große Mehrzahl aller Kameras der Sammlung — wenigstens auch einmal fotografiert zu haben. Und wenn es nur wenige Beispielbilder waren.

Am Zeigen von Beispielfotos wird sich auch in Zukunft nichts ändern

Historische Digitalkameras werden zwar immer weniger, aber dafür gibt es einen nie versiegenden Strom an interessanten Objektiven beliebigen Alters, die überwiegend problemlos auf die modernen Systemkameras ohne Spiegel adaptiert werden können. Und so ein praktisch unendliches Leben erhalten. Komplett manuell zu bedienende Objektive mit — ja — gewollten Abbildungsfehlern, Charakter und Charme.

Und doch ist die Freude groß, wenn neben dieser gigantischen Altglasmenge doch noch die eine oder andere historische Digitalkamera auftaucht, die zu einem realistischen Preis zu bekommen ist. So kam unlängst noch die vorletzte KonicaMinolta DSLR in die Sammlung, die numerisch höchste und  professionellste Dynax 7D.

Aber noch spannender wird es, wenn eine DSLR auf Kodak Digitalrückwand-Basis auftaucht

In diesem Fall nicht als Spende, aber für 70 Euro kam die erste Sport- und Reportage DSLR der Welt in die Sammlung, die Kodak NC 2000 BUILT FOR AP. Als Dreingabe gab es noch ein Nikon AF NIKKOR 28-70mm 1:3.5-4.5 D in Neuzustand. Was in eBay allein für 60 Euro auch wirklich verkauft wird. Zur Kamera, die ich – hoffentlich – noch ans Laufen bekomme, ist dies zu lesen:

The DCS Story 17 years of Kodak Professional digital camera systems 1987-2004 schreibt:

AP NC2000 (1994)

Die News Camera 2000 wurde von Kodak in Zusammenarbeit mit AP entwickelt, im Februar 1994 von Associated Press angekündigt und zunächst den Mitgliedszeitungen von AP für 17.500 Dollar angeboten. Sie wurde zur Standard-Digitalnachrichtenkamera. Die Nikon N90s bot einen reaktionsschnelleren Autofokus als die 8008s. Das Modell NC2000e mit 16 MB Pufferspeicher wurde 1996 angeboten. Die offizielle Geschäftsbeziehung mit Nikon begann 1994, und Nikon stellte vertrauliche Unterlagen zur 10-poligen Gehäuseschnittstelle zur Verfügung. Für Associated Press wurden 550 Kameras hergestellt.

Das Nachfolgemodell AP NC 2000e ist bereits im Museum und wurde mehrfach beschrieben:

Kodak/Nikon N90s(F90X)/DCS 410, 1994 die dritte serienmäßig produzierte digitale Spiegelreflexkamera der Welt und mehr: Teil 1

Kodak/Nikon/Canon-DSLRs N90s(F90X)/EOS1n NC2000e/DCS3c: Teil 2

1994: Kodak (Associated Press, AP) NC 2000e und Kodak DCS420

Energieversorgung für alte Kodak DSLRs

Die jetzt erworbene Kodak NC 2000 BUILT FOR AP zeigte nach Anschluss eines O-Kodak Netzteils eine Reaktion der digitalen Kodak-Rückwand, wogegen die montierte Nikon F90X stumm blieb. Falsche Kamera? Meine restlichen Kodak DSLRs haben alle die US-Ausführung der in Europa als Nikon F90X gelabelten Kamera: Nikon N90s. Das sollte aber eigentlich keinen Unterscheid machen — oder? Egal, es sind genügend N90s Exemplare vorhanden, womit ich experimentieren kann! Und genau damit habe ich begonnen.

Erster Punkt – Austausch der F90X gegen eine N90s

Mit sofortigem Erfolg und Start der N90s! Entweder ist die F90X defekt, oder die für die Kodak Digitalrückteile vorgesehenen N90s Gehäuse wurden von Nikon/Kodak entsprechend modifiziert, Stichwort Firmware.

Zweiter Punkt — Energieversorgung

Die mit sechs 1,2 Volt NiMH-Akkus erzeugte Spannung von 7,2 Volt ist definitiv zu niedrig zum Betrieb der Kodak NC 2000 AP. Mit einem Akkuhalter für acht 1,2 V Akkus bin ich bei 9,6 Volt. Ganz sicher scheinen 10 x 1,2 = 12 Volt zu sein. Warum, schreibe ich gleich noch.

Dritter Punkt — Speichermedium

Verschiedene CompactFlash-Karten von 8 bis 512 MB im PCMCIA-Adapter verweigerte die NC 2000 AP und quittierte mit Fehlermeldungen. Die dann versuchte 48 MB SanDisk FLASHDISK PC CARD ATA (PCMCIA-Karte) sowie eine SuperStore 170 170 MB PC-Card Hard Disk Drive brachten den gewünschten Erfolg. Einziger Wermutstropfen: Zum Auslesen/Kopieren der Fotos muss mein Windows 2000 Laptop gestartet werden, weil er serienmäßig das benötigte PCMCIA-Laufwerk hat. Er wird aber nur zum Umkopieren benutzt. Kopiert wird dann einfach auf einen USB-Stick oder eine CompactFlashkarte im Laufwerk.

Vierter Punkt — Tauschen der Sucherscheibe

Die zuvor in der N90s der 1,5 Megapixel Kodak DCS420 steckende Scheibe zeigt eine CCD-Sensorfläche von nur  13,6 mm x 9,2 mm, Cropfaktor 2,6, die der 1,3 MP NC 2000 eine Fläche von 20,5mm x 16,4mm, Cropfaktor 1,6.

Erstes Lebenszeichen, Testfoto in die Küche ;-)

Gleich der erste Klick auf die TIFF-RAW-Datei aus der Kodak NC 2000 AP zeigte ein kleines SW-Vorschaubild. Das wird was. Um die Rohdatei zu dekodieren, wurde sie einfach in Adobe Lightroom geöffnet. Ohne Nachbearbeitung. Das Ergebnis sehen sie oben. Und der gräßliche Streifen? Sensorschaden? Bekanntes Phänomen. Nachzulesen inklusive der Behebung in "Kodak/Nikon/Canon-DSLRs N90s(F90X)/EOS1n NC2000e/DCS3c: Teil 2"

Damit steht einem Praxistest der 1994 ersten Sport- und Reportage DSLR der Welt in die Sammlung nichts mehr im Weg! Mit einem 1,8/50 mm AF und dem 2,8/35-70 mm AF Nikkor stehen zwei Objektive mit genügend Lichtstärke zur Verfügung. Das auf der N2000 steckende 28-70 liefert bei Bedarf ein bisschen mehr Bildwinkel.

Es ist angerichtet …

 

 

Sie geht!!!

8 frischgeladene Akkus ins improvisierte Batteriefach, und ab in den Garten! Funktionstest mit Bravour bestanden!