Schon wieder? CCD-Hype …

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 17. Juni 2026 - Wissen, Ausprobieren

Pentax Optio S

Photorumors berichtete „Used compact camera prices quadruple in Japan as CCD models make a comeback“ – „Preise für gebrauchte Kompaktkameras vervierfachen sich in Japan, da CCD-Modelle ein Comeback erleben.“

Google Translate (Das von Jahr zu Jahr immer besser wird!)

Ein aktueller Bericht von Pinzuba News beleuchtet, wie das Wiederaufleben kompakter Digitalkameras in Japan zu einem massiven Preisanstieg auf dem Gebrauchtmarkt für Vintage-Modelle aus den 2000er und frühen 2010er Jahren führt. Dem Artikel zufolge ist die Nachfrage nach älteren Kompaktkameras sprunghaft angestiegen, was dazu führte, dass sich die Preise auf dem Gebrauchtmarkt etwa vervierfacht haben.

Wichtige Daten von KOMEHYO (einem großen Händler für Gebrauchtwaren)

  • Das Verkaufsvolumen von „alten Kompaktkameras“ ist im Vergleich zu der Zeit vor fünf bis sechs Jahren um das Fünffache gestiegen.
  • Der durchschnittliche Verkaufspreis hat sich etwa verdreieinhalbfacht.
  • Modelle, die vor fünf oder sechs Jahren für 5.000 bis 10.000 Yen verkauft wurden, erzielen heute Preise von 20.000 bis 40.000 Yen.

Zitat von Yasuhiro Hara, Leiter der Kameraabteilung in der KOMEHYO-Filiale in Nagoya

„Die Nachfrage nach alten Kompaktkameras ist im Vergleich zu vor fünf oder sechs Jahren deutlich gestiegen. In unserer Filiale hat sich das Verkaufsvolumen etwa verfünffacht, und das durchschnittliche Preisniveau ist auf das etwa Dreieinhalbfache angestiegen.“

Quellen dort die Lager an gebrauchten Kompakt-Digitalkameras über? Ist das nur ein neuer, verzweifelter Versuch einen Kompakt-CCD-Digitalkamera-Hype zu starten?

Ich seh' das Zeug nach wie vor Pappkarton-weise oder ganz ungeschützt auf dem (nassen) Boden und weitgehend unbeachtet auf Flohmärkten rumliegen … Bestes Beispiel die oben gezeigte 3 Megapixel Pentax Optio S aus dem Vorstellungsjahr 2003, die ich für 5 Euro aus einem "Haufen" gefischt habe. Ja, die hat lt. digitalkamera.de einen CCD-Sensor. Zu Hause zur Funktionskontrolle schnell ans Netzteil gehängt, barucht die lediglich einen frischen Akku, und dann werde ich sie ausprobieren …

Was die angeblich so besondere, analogähnlichere CCD-Farbwiedergabe angeht, habe ich immer wieder das Gefühl, dass viele Fotografierende bis heute nicht in der Lage sind, Photoshop, Lightroom und die Mitbewerber richtig zu bedienen und auszureizen.

Bis hin sich bestimmte immer wieder zu benutzende Presets gewünschter Farbwiedergabe oder SW-Konvertierung zu hinterlegen. Ich habe nie auf den Sensor-Typ geachtet und mir in der langen Vergangenheit so gut wie jede gewünschte Farbwiedergabe per EBV erstellt. Oder wenn unterwegs einfach keine Zeit war auf die richtige Tageszeit, das richtige Licht zu warten. Das kann natürlich jeder halten wie er will! Egal ob CCD- oder CMOS-Sensor!

Der Beitrag wurde nochmal "nach oben" genommen. Bitte unbedingt den Kommentar lesen!

Hier der Praxisbeitrag zur Pentax Optio S

 

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1 Kommentare

Daniel

17. Juni 2026

Digiknipsen-Hype: Symbol einer unbeschwerter Zeit?

Mit großem Interesse folge ich eurer Seite schon seit vielen Jahren. Ich sammle seit etlichen Jahren allerhand Fotozeug von Altglas bis Digicam - und bin, wenn auch nicht ganz so streng, wie es bei euch zu lesen ist, nach der Maxime gefahren: Gesammelt wird nur, was sich zu Niedrig(st)preisen erwerben lässt. Schätze wie die komplette Powershot-G- oder Lumix-LX-Reihe habe ich zu Zeiten bei Kleinanzeigen teils extremst günstig geschossen, als die Smartphones endgültig die Herrschaft übernommen haben. Reizvoll waren diese Edelknipsen für mich auch deshalb, weil ich sie mir nie leisten konnte, als sie noch taufrisch waren. Kürzlich juckte es mit mich seit Jahren mal wieder, nachzugucken, was der Markt so hergibt, zumal meine Sammlung hier und da noch ein paar Lücken aufweist. Ich wäre fast hinten überfallen. Selbst vollkommen verbeulte, zerkratzte Einsteigermodelle von Benq-, Casio oder anderen kaum gesuchten Marke rangieren In vielen Inseraten bei 30-50 €. Derzeit gehypte Knipsen wie die Powershot-S-Reihe (vor allem 95/100/110) stoßen in Bestzustand Richtung Neupreis vor. Würde ich jetzt meine Sammlung auflösen, könnte ich eine schnelle Mark machen. Tue ich aber nicht.

Dieser Hype ist total überzogen, zugleich meine ich zu verstehen, was dahinter steckt. Ein Smartphone ist halt irgendwie doch eine seelenlose (Ablenkungs-)maschine: Knipsen, Chatten, SocIal Media - am besten stundenlang und alles gleichzeitig. Da wirkt so ein vergleichsweise schlichtes Gerät, das gerade mal eine Sache - und die oft noch nicht mal richtig gut - beherrscht, wie eine Erlösung, eine Zen-Meditation. Und irgendwie scheint dieser „Y2K-Vibe“ - der für die Jüngeren anscheinend auch für eine freie, unbeschwertere, nicht ganz so krisengebeutelte Zeit zu stehen scheint - gerade auch Style-mäßig der letzte Schrei.

Auch wenn irgendwelche TikTok-Hypes die Preise gerade in unappetitliche Höhen treiben, finde ich es grundsympathisch, dass die Digiknipsen gerade gefragt sind wir nie. Das lässt doch hoffen, dass der ablenkungsfreien, zugleich unbekümmerten Fotografie wieder mehr Liebe und Aufmerksamkeit zuteil werden.

Auf jeden Fall ein spannender Trend - den ihr mit eurer Seite, vermutlich nicht ganz absichtlich, um viele Jahre vorweggenommen habt…

Merci für eure anregenden Beiträge!


Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk

Das virtuelle Digicammuseum gibt es jetzt auch als reales Museum

Meine Sammelei hatte eigentlich schon immer das Ziel, meine Geräte eines Tages nicht nur auf dieser Homepage zeigen zu können, sondern auch live in einem richtigen Museum. Mit Holger W. Müller habe ich nun einen Partner, der meine Leidenschaft für die Technikgeschichte teilt. Außerdem haben wir in Rastatt Büroräume der ehemaligen Thaleswerke gefunden, dem Hersteller der bekannten Thales-Rechenmaschinen.

Dort haben wir ein Museum eingerichtet, das Rechenmaschinen, Computer und Videospiele als Schwerpunkt hat. Digitalkameras sind ebenfalls mit einigen spannenden Exponaten vertreten. Geöffnet ist jeden Sonntag von 13 - 18 Uhr. Auf der Projekthomepage gibt es weitere Infos.

Zur Homepage des µ-Museums