TOPCON RE-2, meine schönste japanische Analog-Spiegelreflexkamera?

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 01. Juni 2022 - Wissen, Sammeln

Eine Analog-SLR, die ich unbedingt noch in der Sammlung haben wollte! Im letzten Sommer vor Corona wurde hier die Geschichte des japanischen Herstellers Topcon anhand des Modells IC-1 AUTO erzählt.

Darin war unter anderem zu lesen:

  • "TOPCON (T-okyo OP-tikal CO-mpany N-ippon) ist eine 1932 gegründete Firma, die heute zu den Weltmarktführern im Bereich der Herstellung von geodätischen Messinstrumenten gehört. Kameras baute Topcon von 1937 bis 1981."
  • "Nach umfangreichen Tests gab die US Navy der Topcon den Vorzug vor der etablierten Nikon F! Der Objektivanschluss der RE Super/2 und Super DM ist mit dem Exakta-Innenbajonett kompatibel."
  • Trotz des Topcon-Erfolgs bei der US-Navy wurde später Nikon die Nummer Eins in den USA, weil der US Nikon-Importeur die Chance für hochwertige japanische Kameras besser erkannt, genutzt und das Ganze so gepusht hatte, dass Nikon vorne war.
  • Und weiter: "Was dort (oben) an Topcons abgebildet ist, hat je nach Modell Sammelstatus! Sammelstatus ist gleichbedeutend mit Hochpreisen. So wird eine TOPCON SUPER DM inkl. 1.8/50 Topcor Objektiv schon mal für über 500 Euro angeboten. Oder ein Topcon Super DM Gehäuse für knapp 200 Euro. Die klassische TOPCON R plus 1.8/58 5,8 cm für 380 Euro. Eine BESELER TOPCON RE SUPER mit 1.4/58 RE TOPCOR und Lichtschacht aus US Navy Beständen kommt auf knapp 500 Euro."

Aber diese TOPCON RE-2 (ohne Objektiv) für umgerechnet 49 Euro habe ich mir dann nicht entgehen lassen!

Ein bisschen mehr darüber im Juli. Bis dahin etwas Lesestoff:

Auf Butkus ist Verlass, wenn es um Bedienungsanleitungen längst vergangener Kameras geht. Hier liegt die Anleitung zur TOPCON RE-2, die ich sofort runtergeladen habe!

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk