Ist das Kunst oder kann das weg?

Avatar of Boris JakubaschkBoris Jakubaschk - 01. Juli 2015 - Ausprobieren

Das Problem vieler mit Sony-Sensoren bestückter Kameras mit 2 - 5 Megapixeln hat über die Jahre zu zehntausenden von Kameras geführt, die weit vor ihrer Zeit im Elektroschrott verschwunden sind. In den meisten Fällen produzieren solche Sensoren schlicht schwarze Bilder. Kurz bevor ein Sensor ausfällt, produziert er allerdings meist mehr oder weniger spannende Bildfehler. In meiner Sammlung habe ich außerdem eine Olympus C-5050 Z, bei der der Sensor seit Jahren halb kaputt ist und je nach Tagesform sehr spannende Bilder produziert. Sehen Sie selbst...

 

 

Gelegentlich wirken die Bilder fast normal - nur die Farben sind leicht verfälscht. Und wenige Sekunden später beginnt das Bild zu zerfließen. Hier ein Blick aus meinem Bürofenster auf die Nachbarschaft.

Bei Objektaufnahmen entstehen auch schöne Effekte. Hier eine Olympus C-1400, die scheinbar schmilzt. Ich sollte mal Taschenuhren fotografieren.

Beim ersten der folgenden Bilder ist unschwer mein schlecht aufgeräumter Schreibtisch zu erkennen. Kurz darauf war der Sensor eher in der Stimmung für abstrakte Malerei. Das Bild ganz am Anfang des Artikels stammt übrigens von einer Epson PhotoPC 850Z, alle übrigen habe ich mit der Olympus C5050 Z aufgenommen.

Wenn Ihnen auch spannende Bilder mit defekten Sensoren (oder anderweitig defekten Kameras) geglückt sind, freue ich mich über Zusendungen und werde sie gerne hier zeigen.

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk