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Meine ungewöhnlichste, klobigste, verbauteste, hässlichste, "halb"kaputteste Digital-Spiegelreflex

09. Februar 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Minolta Dimage RD 3000

Mit seinen Kameramodellen RD-175, der baugleichen AGFA ActionCam von 1995 und der nachfolgenden RD 3000 von 1999 war Minolta im Unterschied zu den Platzhirschen Canon und Nikon zwar unabhängig von Kodak, hatte sich mit seinem Bauprinzip aber in eine Sackgasse manövriert.

Kodak bot seit 1992 Bildsensoren von 9 x 14 mm Größe, Cropfaktor 2,6), den gewohnten 15 x 23 mm APS-C Sensor, Cropfaktor 1,5 mit je nach Kameramodell 1,3 bis 1,5 Megapixel und den 19 x 27 mm APS-H Sensor mit Cropfaktor 1,3 und 6 Megapixel Auflösung. Auf derartig große Sensoren konnte, wollte (Kostengründe?) Minolta nicht zurückgreifen.

Um auf Auflösung und Benutzbarkeit der vorhandenen Objektive zu kommen, montierte Minolta in das Digitalrückteil seiner RD -175 ein Zwischenobjektiv, welches das Bild über einen Lichtteiler auf drei 4,8 x 6,4 mm große CCD-Sensoren mit je 768 x 494 Pixel = 0,38 MP Auflösung projiziert. Daraus interpoliert die RD 175 Kamerasoftware Fotorohdateien mit 1,75 Megapixel Endauflösung. Vor- und Nachteil dieser Bauart: Die Nennempfindlichkeit des Systems beträgt zwar hohe und nicht änderbare ISO 800, der Cropfaktor liegt bei 2,5, die System-Lichtstärke erreicht aber nur f/6,7. Egal wie hoch die Lichtstärke des montierten Objektivs ist. Ein 2,8/20 mm Objektiv auf der Minolta RD 175 verhält sich wie ein lichtschwaches 6,7/50 mm Normalobjektiv.

Beim Nachfolger RD 3000 griff Minolta zum gleichen Prinzip: Diesmal aus zwei 1/2“ CCD-Sensoren von 6,4 x 4,8 mm Größe und 1,5 MP Auflösung interpoliert die Kamerasoftware das fertige 2,7 MP Bild. Durch entsprechende Relais-/Vergrößerungsoptiken entspricht das Ganze zum Schluss dem Format des 15 x 23 mm APS-Sensors. Auch hier beträgt die System-Lichtstärke nur f/6,7.

Die RD 3000 ist aber ungleich praktikabler, was am Bildspeicherformat liegt. Die RD-175 speichert nicht nur in einem schwer zu dekodierenden Rohformat, eine Katastrophe ist das Speichermedium, genauer die Vorbereitung. Die CompactFlash-Speicherkarte im PCMCIA-Adapter ist noch unproblematisch. Für die Vorbereitung dieser Karte wird aber zwingend eine Kamera-/Rechner-Kabelverbindung benötigt. Und zwar via SCSI, dem längst vergessenen Verbindungssystem. Was einen entsprechenden Rechner voraussetzt, bei mir ein uralter Power Mac G3 und das alte Apple Betriebssystem OS 9.x Nur damit bzw. der Minolta-Software lässt sich die Speicherkarte so vorbereiten, dass sie mit Fotos, aufgenommen mit der RD-175 gefüllt werden kann. Diese Speicherkarte versehentlich formatiert, ist sie für Die RD-175 unbenutzbar. Ausführlich beschrieben in "Minolta RD-175: Anschluss der DSLR an einen Mac-Rechner über SCSI, Datenkonvertierung"

Dagegen ist der Datentransfer von der Minolta RD 3000 eine regelrechte Wohltat. Sie speichert ihre Fotos auf jede gewöhnliche, unbehandelte (!) CompactFlash-Karte bis 512 MB Volumen. Wahlweise im unkomprimierten "SUPER FINE"  1:1 TIFF Format oder gleich als JPEG "FINE" 1:5, "STANDARD" 1:10 oder "ECONOMY" 1:15. Hier ist nur JPEG FINE 1:5 sinnvoll.

"Ganze" Fotos

Unverzeihlicherweise habe ich mein einwandfreies erstes Exemplar der Minolta Dimage RD 3000 irgendwann verkauft :-(

"Halbe" Fotos?

Leider hat mein zweites Exemplar einen Fehler. Irgendein Teil ragt in den Strahlungsgang des optischen Systems. Konsequenz: Es gibt nur halbe Fotos von 1350 x 970 Pixel, 1,3 Megapixel Größe. Siehe oben …

Für ein paar aufgehübschte Original-Halbfotos aus der Minolta Dimage RD 3000 reicht es aber noch!

Deshalb werde ich mit der RD 3000 auch demnächst eine Runde drehen und berichten.

Welchen Cropfaktor soll man für die Vectis-Objektive zugrunde legen?

Geht man vom jahrzehntealten 3:2 Kleinbildfilm Seitenverhältnis aus, würde im so genannten Classic-Format C auf dem APS-Film eine Fläche von 16,7 x 25,1 mm belichtet. Was eine Format-Diagonale von 30,1 mm hat. Die Formatdiagonale des 24 x 36 mm Kleinbildfilms beträgt 43,3 mm. Das ergibt einen Cropfaktor von 43,3 : 30,1 = 1,44. Großzügig (unkorrekt gerundet) 1,5. Damit ist die Brennweite der Vectis-Objektive zu multiplizieren. Das hauptsächlich verwendete 22-80 entspricht also einem 33-120 mm Kleinbildkamera Zoom.

Und nochmal eine funktionierende Minolta Dimage RD 3000?

Illusorisch! Komplette Ausrüstungen mit diversen Vectis-Objektven werden im Bereich 600 bis 1300 Euro offeriert. Als "Als Ersatzteil / defekt" wurde November 2022 ein nicht funktionierendes Exemplar aus den USA für rund 130 Euro inkl. Porto verkauft. Da begnüge ich mich doch mit meiner funktionierenden "Halbformat-Version" …

Praxisbericht ist in Arbeit

 


Heute vom Flohmarkt …

06. Februar 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

1 Tüte Äpfel für 3 Euro, 1 Tüte Romanesco (Blumenkohl) für 2 Euro und zwei Sonys für zus. 8 Euro ;-)

Ich konnte nicht widerstehen

Wie schicke Digitalkameras "gehen" wusste Sony. Die 10 Megapixel Cyber-shot DSC-T700 ist doch ungleich stylischer als die von mir ungeliebte, klobige, rundliche "Chrom-Zigaretten-Etui-Klasse". Dazu gab es noch ein Sony-Ericcsson D750i – ich nenne es mal – Digitalkamera-Handy. Die Cyber-shot startete nach Einlegen des noch drinsteckenden und dann frisch geladenen Akkus sofort mit der Aufforderung Datum und Uhrzeit einzugeben. Um anschließend eine funktionierende Kamera – kein Sensor-Defekt – zu präsentieren. Das Sony Ericsson erfreute mit einem "aufgeblähten", natürlich toten Lithium-Akku, SIM-Karte und – Achtung – eingelegtem 64 MB Sony MEMORY STICK DUO. Gefüllt mit Fotos, die ich ggf. verwende. Bei derartigen Sichtungen bin ich immer vorsichtig, um schnell wegzuschauen, wenn der Besitzer, die Besitzerin damit am FKK-Strand oder schlimmeres war ;-) Den FKK-Strand hatte ich tatsächlich schon … ICH WILL DAS NICHT SEHEN!!!! Auch wenn das Sony Ericsson nur eine 2 MP Kamera mit einem AF 4.3mm 1:2.8 DIGITAL ZOOM hat, spendiere ich einen Akku. Wenn das Handy zu starten sein sollte und trotz natürlich nicht vorhandenem Passwort ein paar Fotos ermöglicht, schieße ich ein paar frische Bilder. Natürlich gibt es auch zur Sony Cyber-shot DSC-T700 einen Praxisbericht!


Shame on me … Reaktivierung II

01. Februar 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Nikon D1X, die vermutlich meist unterschätzte DSLR der Firmengeschichte – Neuauflage 2023

Ich bin entsetzt ;-) Diese „geheime“ 10 Megapixel Nikon habe ich tatsächlich 8 – ACHT – (viel zu) lange Jahre achtlos liegenlassen :-(

Ganz zu meinem Sammelstart digitaler Kameras gab es 2015 diesen Beitrag:

Jetzt, 2023, wird es höchste Zeit, mit der Nikon D1x mal wieder zu fotografieren!

Die D1x hat die Jahre des unbenutzten Liegens unbeschadet überstanden. Akku geladen, eingeschoben, Speicherkarte eingelegt, ausgelöst – läuft! Praxisbericht ist in Arbeit.

 


Reaktivierung!

25. Januar 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Satte 2,5 kg liegen da

Kodak DCS620x. 2 Megapixel, ISO 4000/6400, 3,5 Bilder pro Sekunde. 1999 ein Traum für Reportage- und Sportfotografen. Als Basis-Gehäuse dient die analoge Profi-SLR Nikon F5. Bestückt mit dem Nikon AF NIKKOR 35-70mm 1:2.8. Über das noch ausführlich berichtet wird!

Aber was hat Kodak aus seinen digitalen Kenntnissen, seinen Fähigkeiten gemacht?

Statt mit an der Spitze zu stehen, Konkurs, Geschichte. Ohne Kameras, wie diese DCS620x würden Canon und Nikon nie da stehen, wo sie heute stehen. Die DCS620x wurde jetzt reaktiviert und läuft! Demnächst wieder Basketball mit dem Methusalem!


Zurück auf Anfang! (Jetzt nochmal)

18. Januar 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Mit einer Pentax K-x

Nachdem meine wiederentdeckte Pentax K200D durch Eigenverschulden dann wirklich zum Totalschaden wurde, sollte Ersatz her. Die K200D samt 35-80 mm Pentax Zoom war mir aus der Hand gerutscht, um die Speichertreppe runterzuknallen. Das Zoom war komplett hinüber ein vertretbarer Verlust – und der zuvor nicht wirklich bemerkte Fehlfokus des AF nach dem Fallschaden dann aber so stark, dass die K200D schrottreif ist. Ich habe es nur noch nicht übers Herz gebracht sie wirklich in den Elektronikschrott zu geben …

Eigentlich sollte erst 2023 Ersatz her, aber es ging schneller

Ausgeguckt waren die Pentax Modelle K20D, K10D und ggf. eine "neue" K200D. Die bei eBay und Profi-Anbietern bei Größenordnung 120 Euro gelistet werden. Mir viel zu teuer! Als Privatverkäufe gingen diese Modelle nicht selten Richtung und sogar über 200 Euro. Bei diesen Preisvorstellungen liegen sie noch im nächsten Jahr … Geworden ist es die oben gezeigte 12 Megapixel Pentax K-x mit stabilisiertem Bildsensor. Und mit dem "grünen Knopf" zum komfortablen Einsatz alter Manuell Pentax K-Objektive. Die K-x kam vom bewährten Profi-Anbieter mbp.com. Für erschwingliche 58 Euro plus Porto. Mit kleinen Fehlern (*), aber zum Fotografieren absolut benutzbar! Nur zu solchen Preisen scheint aktuell verkauft und gekauft zu werden! Das haben andere Anbieter immer noch nicht registriert oder wollen es nicht wahrhaben.

Kleine Fehler?

  • Das Universalrädchen der K-x Rückseite, mit dem je nach Automatikart die Blende oder Belichtungszeit verstellt wird, sowie das Sucherbild bei der Bildkontrolle vergrößert/verkleinert wird, geht nicht zuverlässig Schritt für Schritt weiter. Es lässt schon mal 1/3 Stufe oder entsprechende Sucherbildvergrößerungen aus, oder "zählt" trotz richtiger Drehrichtung rückwärts. Nach Blende f/4,5 kommt nicht wie gewünscht f/5,6 sondern f/4.
  • Bei jedem Akkuwechsel sind Systemdatum und -uhrzeit weg … Die beispielsweise bei der Pentax *istD L noch vorhandene Halterung für die CR2016-Knopfzelle für die Pufferung von Daten beim Akkuwechsel wurde bei der K-x einfach weggelassen

Christian Zahn hatte dazu kommentiert:

Nach meinen Erfahrungen mit drei Pentax dSLRs: In denen ist keine Pufferbatterie auf der Hauptplatine verlötet, sondern ein winziger Lithium-Akku. Dessen Lebensdauer ist begrenzt, er altert schnell. In meinem Bericht zur Pentax K30 habe ich ausführlich erklärt, warum das so ist und weshalb der Tausch heutzutage unwirtschaftlich ist, es muß fast die gesamte Kamera zerlegt werden, um ihn zu wechseln. In einem Youtube-Video „Pentax K30 Backup battery replacement“ sieht man den Aufwand zum Austausch, das Video ist über 40 Minuten lang!

Ein kleiner Tipp: Manchmal hilft es, die vollgeladenen Kamera-Akkus mehrere Tage in der Kamera zu belassen, dann zu entnehmen, die Kamera mehrere Minuten ohne Akku liegen zu lassen und dann die Akkus wieder einlegen, und wieder ein paar Tage zu warten. Danach kann sich der interne Akku wieder überreden lassen, zumindest soviel Energie zu speichern, daß beim Akkuwechsel innerhalb einer Minute die Uhr weiterläuft. Aber leider: meist hilft es nicht, weil der Pufferakku tiefentladen ist und somit von der internen Ladeschaltung nicht mehr erkannt wird.

Danke für diesen Tipp!

Er funktioniert bei meiner K-x – aber nur zeitweise :-( Mal behält die K-x beim Akkuwechsel Datum und Uhrzeit, mal nicht …

Das erratisch verstellende Fingerrad ist eine Folge von Verschmutzung 

Dafür muß die Kamera teilweise zerlegt werden, siehe: Die PENTAXIANS schreiben: K5 vorderes Einstellrad defekt, spinnt. Dort wird auf eine Anleitung verlinkt. "Examine and clean a Pentax K-7 rear dial". Wobei es unerheblich ist, um welche Pentax K es sich handelt. Auch diese Reparatur ist nur etwas für erfahrene Schrauber!

Egal

Die netten und preiswerten (!) Pentax DA-Objektive SMC PENTAX-DAL 1:4.5-5.6 50-200mm ED, SMC PENTAX DA 50mm F1.8 und PENTAX SMC-DA 1:2.4 35mm AL bekommen in 2023 ein Update auf der Pentax K-x!

 


SIGMA STANDARD-ZOOM 1:2.8-4 f=35-70mm MULTI-COATED

07. Januar 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Exemplar Nr. 2

Im Praxisbeitrag "10 Megapixel Pentax K200D mit dem manuellen SMC PENTAX-M ZOOM 1:2.8-4 40-80mm" hatte ich am Ende geschrieben: "Irgendwo muss auch noch ein von der Lichtstärke ebenfalls interessantes 2,8-4/35-70 mm Sigma mit Pentax K Anschluss rumliegen, das auf einer chinesischen Phenix mit Pentax K-Bajonett vom Rote Kreuz Secondhand-Laden steckte."

"Auf der Pentax *ist DL 2 bekam ich das Sigma-Zoom nicht ans Laufen. (…) Um den Beitrag etwa so zu beenden: Hoffentlich habe ich das Zoom nicht entsorgt …"

Doch habe ich — entsorgt. Nach etwas Nachdenken meine ich mich zu erinnern, dass ich bei dem Sigma-Teil bewusst nur am Objektiv ohne Kamera probiert habe die Blende zu verstellen. Um dann zu prüfen, ob sich nach manueller Betätigung eines bestimmten Hebels die Blende schließt. Das tat sie nicht, also vermutlich irreparabler Defekt — Tonne …

Als mir jetzt ein zweites 2,8-4/35-70 mm Sigma mit Nikon F-Bajonett für 20 Euro über den Weg lief, habe ich zugegriffen. Die Original Nikon HN-2 Gegenlichtblende fürs 28mm f/3,5, der Original Nikon-Rückdeckel und das Nikon-Aufbewahrungstäschchen waren zusammen bald wertvoller, als das Sigma ;-) Fürs erste Foto wurde es auf die Halbformat Nikon Z50 adaptiert, die Z6 war schon reisefähig verpackt.

Später kann das lichtstarke Sigma dann im unbestechlichen Vollformat der 24 MP Nikon Z6 zeigen, was es für eine Abbildungsqualität liefert. Besonders bei Offenblende f/2,8 und f/4. Bei f/8-11 gibt es vermutlich nichts zu meckern … Man wird sehen.

 


Minolta Objektiv Rarität

04. Januar 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Wie hatte ich im Blogbeitrag „Wie geht’s weiter?“ geschrieben: "Mich zieht es neben Abbildungsqualität auch ganz klar in die Spielecke, das Unperfekte, ja Fehlerhafte. Objektive mit besten Abbildungseigenschaften sind mehr als reichlich vorhanden, aber die mit "Charakter" — ich erwähne nur Begriffe wie "Seifenblasen"/"Bubble"- oder "Swirl(y)"-/"Verwirbel"-Bokeh — sind mein Ding."

Und was erwartbaren Charakter angeht, ist ein schöner Fisch ins Netz gegangen!

Die Rede ist vom dreilinsigen MINOLTA ROKKOR-TC 1:4 f=135 mm von 1961. Also aus den ersten Tagen der japanischen Spiegelreflexkamerageschichte. Mit der SR-2 hatte Minolta 1958 noch vor der legendären Nikon F (1959) ihren Auftritt!

Artaphot.ch schreibt zum MINOLTA ROKKOR-TC 1:4 f=135 mm: "Das Minolta 4/135 mm von 1961 ist eine klassische Triplett-Konstruktion, die aber bereits hochbrechende Gläser enthält und die deshalb eine durchaus befriedigende Abbildungsleistung zeigt. Sie reicht allerdings nicht ganz an die Zeiss'schen Sonnare mit denselben Eckdaten heran. Das 4/135 mm ist kein Tele-Objektiv, sondern ein langbrennweitiges "Normal"-Objektiv; es hat weder eine Springblende noch eine eingebaute Sonnenblende. Erwähnenswert ist die Vorwahl-Blende dennoch, denn sie ist aus sage und schreibe zwölf Elementen zusammengesetzt; damit ist auch stark abgeblendet eine praktisch kreisrunde Form gewährleistet, und das Bokeh ist entsprechend schön.

Am 24 MP Vollformat charakterisieren zwei Beobachtungen das Minolta Rokkor 4/135 mm:

  • Erstens hat das Objektiv eine beträchtliche Bildfeldwölbung, so dass die Bildecken erst bei f11 wirklich scharf werden
  • Zweitens - und für mich wirklich überraschend! - ist die Optik praktisch auf dem Level eines APO-Objektivs, was die Farbfehler angeht: Keine Farbsäume (eher weniger als das Minolta AF APO 2.8/200 mm) und diesbezüglich bei f11 weit besser als das vielgerühmte vierlinsige MC/MD 2.8/135 mm!

Vergleich und Test des 135ers an spiegellosen 16MP APS-C Kameras

Soweit Artaphot

Wir werden sehen! Das 135er wird auf die 24 MP Vollformat Nikon Z6 adaptiert

Es gab von Nikon übrigens ein vergleichbares Tele allerdings etwas kürzerer Brennweite, das Nippon Kogaku Japan NIKKOR-T 1:4 f=10,5 cm von 1960. Für die Nikon Messsucherkamerareihe und die 1959 vorgestellte Nikon F. Ebenfalls aus nur drei Linsen aufgebaut. Was allerdings äußerst selten auftaucht und dann zu entsprechenden Kosten. Aktuell gibt es bei eBay zwei Exemplare für 490 (F-Bajonett) und 1199 Euro (Nikon Rangefinder-Bajonett) Das MINOLTA ROKKOR-TC 1:4 f=135 mm wird für Größenordnung 80 Euro offeriert. Die Gegenlichtblende ist für rund 40 Euro in Australien zu haben … Da war mein Exemplar für 26 Euro inkl. Versand glatt ein Schnäppchen ;-)

Praxisbericht 2023


Wie geht's weiter?

31. Dezember 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

In 2022 lag der Schwerpunkt ja unverkennbar oder eher notgedrungen auf "Altglas"

Gemeint sind bis zu Jahrzehnte-alte Objektive aus der langen Analogzeit der Fotografie auf Film, adaptiert auf moderne Systemkameras, bevorzugt die ohne Spiegel — DSLMs.

Während eine gigantische Anzahl Analog-Kameras ein trauriges Vitrinen-Restdasein fristen, sind und bleiben die dazugehörigen Objektive immer aktuell, ja fast ewig jung. Es geht bei deren Einsatz gar nicht mal um beste Abbildungsqualität — es gibt uraltes Spitzenglas —, interessanter sind der Abbildungs-Charakter, der Charme alter Objektive. Durch die fehlende Übertragung jeglicher Daten mangels Chips in den Objektiven an den Kameracomputer kann kaum etwas schöngerechnet werden. Vignettierung bleibt Vignettierung, Randunschärfen und andere Abbildungsfehler bleiben unkorrigiert. Wie weit man da hinterher mit der Bildbearbeitung eingreift, ist sicher auch persönlicher Geschmack.

Wobei ich den Verdacht nie ganz loswerde, dass moderne Systemkameras mit Hilfe Künstlicher Intelligenz, Artificial Intelligence — KI/AI — doch eine gewisse Autokorrektur des unbekannten Objektivs versuchen. Sicher nicht unmöglich, dass die Kamera erkennt, dass Bildränder deutlich dunkler sind als die Bildmitte und versucht die Vignettierung rauszurechnen. Auch dürfte die Belichtung aus ISO-Zahl und Verschlusszeit Rückschlüsse auf die eingestellte Blende oder gar Lichtstärke des Objektivs ermöglichen.

Egal: Christian Zahn hat seinen umfangreichen Objektivpark komplett auf spiegellosen Kameras mit 13 x 17 mm microFourThirds-, 15 x 23 mm APS-C- und 24 x 36 mm Vollformat-Kameras durchgetestet. Wobei er für seine fotografischen Zwecke auf Schärfe bis in die Bildecke besteht.

Mich zieht es neben Abbildungsqualität auch ganz klar in die Spielecke, das Unperfekte, ja Fehlerhafte. Objektive mit besten Abbildungseigenschaften sind mehr als reichlich vorhanden, aber die mit "Charakter" — ich erwähne nur Begriffe wie "Seifenblasen"/"Bubble"- oder "Swirl(y)"-/"Verwirbel"-Bokeh — sind mein Ding. Siehe oben!

2015 habe ich begonnen alte Digitalkameras beliebiger Hersteller und Machart zu sammeln

2023 geht es dann ins achte Jahr, und es hat sich ziemlich "ausgesammelt". Es kommt so gut wie nichts mehr nach – dachte ich. Um zum Jahresende 2022 freudig überrascht zu werden. Mehr dazu am Ende dieses Blogbeitrags. 

Die erste in ca. 1000 Exemplaren gebaute DSLR der Welt, die Kodak DCS100 ist vollkommen illusorisch. Unweit meines Wohnorts wurde ein Exemplar für 1500 Euro offeriert, das ich NICHT gekauft habe! In UK hat ein Glückspilz eine komplette DCS100 für Größenordnung 350 Euro ersteigert … Da wäre ich auch dabeigewesen. Hätte ich den zum Betrieb der DCS100 benötigen Uralt Apple Macintosh Rechner, der auch zur Inbetriebnahme der Nachfolge-Kodak DCS200 zwingend notwendig war! Sigma DP Kameras mit fest eingebauten Objektiven und dem besonderen Foveon-Sensor dürfen für die ausgerufenen Preise dort bleiben, von wo sie angeboten werden. Beides "fehlende" Kameras in der Sammlung, die mir keine schlaflosen Nächte bereiten ;-)

Zusammen mit den erwähnten, zahlreichen Manuell-Fokus-Objektiven stand natürlich auch die spiegellose Systemkamera 2022 im Rampenlicht. An diesen Kameras wird sich 2023 auch wenig ändern. Aber Modelle wie die 15 x 23 mm 16 MP APS-C Sensor Fuji X-E1/2 und besonders auch die 16 MP Olympus OM-D E-M5 mit 13 x 17 mm microFourThirds Sensor werden neben den Platzhirschen Nikon Z50 (20 MP Halbformat) und Z6 (24 MP Vollformat) öfter zum Einsatz kommen.  Und der "wiederentdeckte" Exot, die kleinste DSLM der Welt, die 12 MP Pentax Q mit ihrem winzigen 4,6 x 6,2 mm CMOS-Sensor und Cropfaktor 5.6. Was Olympus angeht, ist für 2023, aber gaaaaanz langfristig noch eine OM-D E-M1 geplant. Mich interessiert, wie viel besser die OM-D E-M1 mit ihrem  zusätzlichen Phasendeketions-Autofokus mit adaptierten FourThirds-Objektiven aus Olympus' DSLR-Zeit klarkommt.

2023 soll aber auch wieder ein bisschen DSLR-Jahr werden ;-)

Angefangen hat es ja bereits im Herbst 2022 mit der großartigen 12 Megapixel Halbformat Nikon D2x. So wieder auf den Geschmack gekommen, habe ich meine 10 MP Halbformat Pentax K200D wieder entdeckt – und verloren. Siehe weiter unten. Die mich nach den Praxisbeiträgen aus dem Herbst 2022

in 2023 nicht mehr begleiten wird. Ersatz ist für die defekte K200D ist bereits an Bord! Eine 12 Megapixel Pentax K-x! Zum Jahreswechsel geht für unterwegs geht eine 20 MP Halbformat Sony SLT-A58 mit. Ganz bewusst nur mit zwei Autofokus-Festbrennweiten aus glorreichen Minolta-Zeiten bestückt, einem 2,8/24 mm und 1,7/50 mm. Warten tut auch die 10 Euro 10 MP Halbformat Flohmarkt Nikon D3000.

Viel zu sehr in Vergessenheit geraten, ist die wunderbare 5 MP FourThirds Olympus E1 und noch mehr die 7,5 MP FourThirds DSLR Panasonic Lumix DMC-L1. Denen ich "gefahrlos" aus Bequemlichkeit dann das 18-180 mm Olympus Zoom vorsetzen kann, das mit den 16 MP der spiegellosen Olympus OM-D E-M10 überfordert war. Oder noch lieber das "schicke" 2,8/25 mm Olympus Pancake ...

Über vier lange Jahre habe ich die Panasonic Lumix DMC-L1 nicht mehr benutzt! Das ändert sich 2023. Und nicht zu vergessen die exotische Sigma SD-10 mit ihrem Foveon-Dreischichtsensor und die Experimente mit C-Mount Filmkamera-/Fernsehkamera-Objektiven auf meinen spiegellosen Systemkameras und die beiden vorhandenen Pentax 110 Objektive auf der Pentax Q! Und neben dem Standard ZOOM 2,8-4,5/5-15 mm (28-84 mm @KB) zur Pentax Q noch die beiden Exoten Fish-Eye 5,6/3,2 mm (18 mm @KB) und Toy Lens Tele 8/18 mm (100 mm @KB).

Also langweilig wird es in 2023 sicher nicht. Nur Digitalkameras werden in Zukunft aller Voraussicht nach nur noch handabgezählt dazukommen. Erstaunlicherweise legte der Dezember 2022 einen regelrechten Endspurt hin! Er war extrem "ertragreich", was historische Kameras angeht! Zur großartigen Minolta Dimage EX II Wide und der Fuji FinePix BIGJOB HD-3 gesellte sich zum Schluss noch die hochinteressante Sharp VN-EZ1 mpeg4 von 1999! Alles Stoff für 2023!

Und Themen wie dieses hier

Hat so verpackt die Nacht mit ab 02.00 Uhr (Vorhersage) reichlich Regen schadlos überstanden! Meine Fuji X-E2 samt Fisheye.

Wofür? Für ein lautloses und umweltfreundliches Sternen-Feuerwerk!

Bleibt zum Jahreswechsel nur noch einen Guten Rutsch und ein erfolgreiches, gesundes neues Jahr 2023 zu wünschen

Boris Jakubaschk, Ralf Jannke, Christian Zahn

PS.: Daten zur Startrail-/Sternenspuren-Aufnahmetechnik hier …

 


Sharp VN-EZ1 mpeg4

26. Dezember 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Diese ganz frühe Video-/Digitalkamera von 1999 ist in Digitalkamera.de nicht zu finden. Nachdem ich sie in eBay nur markiert hatte — offensichtlich als Einziger — ging der Anbieter im Preis auf 29,50 runter. Immer noch viel für letztlich Elektronik-Schrott, aber immerhin ein sehr rarer Schrott ;-)

In Digitalkamera.de wird erst ein Nachfolger von 2001 gelistet, die Sharp VN-EZ5. Was nichts macht, denn das VN-EZ1 Manual ist hier zu finden und runterzuladen.

Was nach einem kurzen, ersten Studium zeigte, dass die VN-EZ1 auf Smartmediakarten speichert! Die sind in verschiedenen Speicher-Volumina im Bestand. Mal sehen, was sie akzeptiert: 4, 8, 16, 32, 64, 128 MB. Vermutlich eher die kleineren Karten … Wenn die Sharp noch lebt, wird es Bilder geben! Im Unterscheid zur SHARP LCD DIGITAL STILL CAMERA VE-LC1S. Wo trotz funktionierender Kamera nicht an die Fotos zu kommen war. Kein serielles Kabel fürs uralte Windows 2000 Laptop funktionierte, von der fehlenden Software ganz zu schweigen …

Boris hat die vom Konzept vergleichbare Hitachi MP-EG1A von 1997 hier vorgestellt. Die zusammen mit der Sharp VN-EZ1 mpeg4 in diesem Youtube-Video: „The first thing that ever used MPEG4“ ausführlich gewürdigt wird.

Die Sharp VN-EZ1 mpeg4 (1999) war/ist Sharp wohl so wichtig, dass sich auf dieser Seite 23 Jahre nach der Vorstellung jede Menge Informationen und runterladbare (!) Beispiele finden! Zwar eine Beleidigung für Augen und Ohren, aber eben historisch! Die *.asf Dateien werden vom VLC-Mediaplayer als sichtbare Videos mit Ton angezeigt. Ein Beispiel aus den VLC-Mediaplayer Videos "gezogen". Da es nur winzige 320 x 240 Pixel groß ist, wurde das Bildchen per Topaz Gigapixel auf 1280 x 960 Pixel vergrößert, damit man was erkennt. Auf Monitoren mit 640 x 480 Pixel sahen die 320 x 240 Pixel Videos natürlich nicht so grauenhaft aus, wie auf einem aktuellen 2K, 4K oder gar 5K Monitor … Der Nachfolger VN-EZ5 bot zwar auch nur 320 x 240 Pixel Viedeos, aber 1280 x 960 Pixel Fotoauflösung. Ich bin gespannt, ob die VN-EZ1 640 x 480 Pixel Stills liefern kann, wenn sie denn noch funktioniert … Soviel vorweg: Die Konvertierung eines Beispielvideos ist bis auf den "krächzenden" Ton gelungen!

Mehr zur Sharp VN-EZ1 in 2023!