Ist das Sommerloch zu Ende?

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 07. September 2026 - Wissen

Zum meteorologischen Herbstbeginn scheint es mal wieder so weit zu sein – das Thema abgelaufene (überlagerte) Filme …

"TROPICAL Exp.“: BFF zeigt(e) analoge Fotografie auf abgelaufenem Filmmaterial

Eine etwas missverständliche Überschrift

„Fotos von auf einem Dachboden vergessenen und wiedergefundenen Filmen“ wäre seriöser gewesen. Waren die Dachboden-Filme nun belichtet oder unbelichtet? Denn mein erster Gedanke war: Ist das jetzt ein neuer Versuch einen Hype zu starten: "Fotografiere mit abgelaufenem Filmmaterial und schaffe automatisch Kunst …" Was dann fast umgehend zur Folge hat, dass Preise für abgelaufene Filme bei eBay und auf Fotobörsen noch unverschämter werden …

Ich habe es jetzt mehrere Wochen "genossen" aus Neugier zahlreiche abgelaufene und unbelichtete Filme zu belichten. Wenn sie umsonst oder für wenig Geld ins Depot kamen.

Wobei es durchaus spannend sein kann, nachzusehen, ob etwas Interessantes auf einem erkennbar belichteten und jahrelang in einer Rollfilm-/Boxkamera vergessenen Film zu finden ist.

Wenn noch etwas drauf war, sind das gewöhnlich belanglose, wertlose Knipsbildchen. Bei Familienfots wird es schon interessanter, denn die könnten für die Abgelichteten von Wert sein. Was aber relativ geworden ist. Denn in Smartphonezeiten istbder Kummer nur kurz, wenn die nie gesicherten Fotos im Handy aus Unwissen oder Bequemlichkeit nie gesichertbwurden.

2011 habe ich es aus Neugier und erfolgreich versucht, Fotos auf einem belichteten Rollfilm zu retten, der in einer Kodak Brownie Boxkamera steckte. Das Ganze wurde in der Photoscala veröffentlicht: „Eine Kamera mit Geschichte“

Hier nochmal ein Repro aus der damaligen schwedischen Lokalzeitung!

Die wiedergefundenen Fotos ließen die Lokalredaktion einer schwedischen Tageszeitung aktiv werden: „Ägarna till ett halvt sekel gamla sökes“ – Etwa: „Eigentümer der ein halbes Jahrhundert alten Bilder gesucht“ und „Lars-Erik kände igen sig på de svartvita bilderna“ „Lars-Erik erkannte sich auf den schwarzweißen Fotos wieder.“ Der Besitzer — ein schwedischer Lehrer — wurde später besucht, um ihm seine Fotos inklusive einer CD zu übergeben.

Zurück zum Thema "Abgelaufene Filme"

Ganz einfache Regeln:

  • Den Dachbodenfund kann man gerne selbst entwickeln oder entwickeln lassen. Um zu sehen, was Unbekannte oder Verwandtschaft vor Jahren, Jahrzehnten da festgealten haben.
  • Aber Finger weg von abgelaufenen, überlagerten und völlig überteuerten Filmen auf eBay und Fotobörsen!
  • Ich halte nur auf gewöhnlichen Flohmärkten Ausschau nach Filmen. Idealerweise o-verpackt im PE-Kanister. Mit in Kameras steckenden, halb belichteten Filmen habe ich bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht …

 

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk

Das virtuelle Digicammuseum gibt es jetzt auch als reales Museum

Meine Sammelei hatte eigentlich schon immer das Ziel, meine Geräte eines Tages nicht nur auf dieser Homepage zeigen zu können, sondern auch live in einem richtigen Museum. Mit Holger W. Müller habe ich nun einen Partner, der meine Leidenschaft für die Technikgeschichte teilt. Außerdem haben wir in Rastatt Büroräume der ehemaligen Thaleswerke gefunden, dem Hersteller der bekannten Thales-Rechenmaschinen.

Dort haben wir ein Museum eingerichtet, das Rechenmaschinen, Computer und Videospiele als Schwerpunkt hat. Digitalkameras sind ebenfalls mit einigen spannenden Exponaten vertreten. Geöffnet ist jeden Sonntag von 13 - 18 Uhr. Auf der Projekthomepage gibt es weitere Infos.

Zur Homepage des µ-Museums