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TOPCON RE-2, meine schönste japanische Analog-Spiegelreflexkamera?

01. Juni 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln

Eine Analog-SLR, die ich unbedingt noch in der Sammlung haben wollte! Im letzten Sommer vor Corona wurde hier die Geschichte des japanischen Herstellers Topcon anhand des Modells IC-1 AUTO erzählt.

Darin war unter anderem zu lesen:

  • "TOPCON (T-okyo OP-tikal CO-mpany N-ippon) ist eine 1932 gegründete Firma, die heute zu den Weltmarktführern im Bereich der Herstellung von geodätischen Messinstrumenten gehört. Kameras baute Topcon von 1937 bis 1981."
  • "Nach umfangreichen Tests gab die US Navy der Topcon den Vorzug vor der etablierten Nikon F! Der Objektivanschluss der RE Super/2 und Super DM ist mit dem Exakta-Innenbajonett kompatibel."
  • Trotz des Topcon-Erfolgs bei der US-Navy wurde später Nikon die Nummer Eins in den USA, weil der US Nikon-Importeur die Chance für hochwertige japanische Kameras besser erkannt, genutzt und das Ganze so gepusht hatte, dass Nikon vorne war.
  • Und weiter: "Was dort (oben) an Topcons abgebildet ist, hat je nach Modell Sammelstatus! Sammelstatus ist gleichbedeutend mit Hochpreisen. So wird eine TOPCON SUPER DM inkl. 1.8/50 Topcor Objektiv schon mal für über 500 Euro angeboten. Oder ein Topcon Super DM Gehäuse für knapp 200 Euro. Die klassische TOPCON R plus 1.8/58 5,8 cm für 380 Euro. Eine BESELER TOPCON RE SUPER mit 1.4/58 RE TOPCOR und Lichtschacht aus US Navy Beständen kommt auf knapp 500 Euro."

Aber diese TOPCON RE-2 (ohne Objektiv) für umgerechnet 49 Euro habe ich mir dann nicht entgehen lassen!

Ein bisschen mehr darüber im Juli. Bis dahin etwas Lesestoff:

Auf Butkus ist Verlass, wenn es um Bedienungsanleitungen längst vergangener Kameras geht. Hier liegt die Anleitung zur TOPCON RE-2, die ich sofort runtergeladen habe!


Flohmarktsaison 2022 eröffnet

26. Mai 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

"Beute"

Von links nach rechts: Minolta Dimage 7i, Panasonic Lumix DMC-LZ3, Casio QV-2900UX und Casio Exilim Pro EX-P700

Zuhause natürlich festgestellt, dass ich die Minolta und die Casio QV-2900UX schon habe. Die beiden Kameras sind bereits eingepackt und an unseren Mitstreiter Christian Zahn gegangen.

Der die Minolta 7i gleich ausprobiert hat!

Der Ur-Praxisbericht Minolta Dimage 7i

Praxisbericht Casio QV-2900UX

Die Panasonic funktioniert! Freundlicherweise stecketen auf der 512 MB SD-Karte etliche Bildchen, denen ich noch ein eigenes Bild aus unserem Garten hinzugefügt habe:

Die Bilder zeigen wirklich eindrucksvoll, warum diese Kameraklasse vollkommen zu Recht ausgestorben ist! Alles hätte man problemlos mit den Smartphone knipsen können …

Technische Daten der 2004 vorgestellten 3 Megapixel Panasonic Lumix DMC-FZ3

Nur der Casio Exilim Pro EX-P700 werde ich einen kleinen Bericht widmen, obwohl ich sie schon ausführlich vorgestellt habe. Bei meinem ersten Exemplar ist der Monitor vermutlich duch einen stumpfen Schlag auf die Fläche gesplittert, und die Schicht hat sich abgelöst. Er und damit die Kamera ist unbenutzbar geworden. Daher habe ich noch ein zweites Exemplar dieser etwas interessanteren 7 Megapixel Digitalkamera erworben. Ich habe es der Flohmarkt-"Beute" einfach dazugestellt. Diese Casio kam aus Schweden …

 


Einsparmöglichkeiten II

22. Mai 2022, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

1 Meter Brennweite mit Autofokus!

Meine vorläufig letzte (ernsthafte) Objektiv-Anschaffung … (Wer's glaubt ;-)

Das geliebte Altglas gehört für mich in die "Kleingeld-Spielwarenabteilung" ;-) Fest im Fotografierbestand ist mein stabilisiertes 4,5-5,6/70-300 mm AF-P Nikkor. Das sich dank Schritt-/Stepmotor im Fokussieren schneller als mein betagtes 2,8/80-200 AF-S Nikkor erwiesen hat! Das trotz der hohen Lichtstärke auch aus Gewichtsgründen — 1,86 kg — jetzt veräußert wurde.

Ich wollte aber unbedingt noch ein paar Millimeter mehr Brennweite. Das allerdings unter Berücksichtigung von Kosten und mehr noch Gewicht! Womit das AF-S 200-500 mm 5.6E ED VR Nikkor mit 2,3 kg gleich raus war. Wie die Sigma-/Tamron-Pendants ähnlicher Brennweite.

Das 1,36 kg 4,5-5,6/100-400 mm Nikon Z?

Perfekt! Aber so wie Nikon das aktuell (Mai 2022) schwer bis nicht lieferbare Zoom seinen Ambassadoren/Influencern zur Verfügung stellt, sehe ich keinerlei Veranlassung "Dauerleihgaben" an diese Leute mit 3000 Euro an Nikon durch Kauf des Telezooms mit zu finanzieren.

Alternative?

Nach kurzem Suchen war die Wahl eigentlich sofort klar: 5-6,3/100-400 mm Sigma DG OS HSM – Kosten um 780 Euro. Nur wenig lichtschwächer als das 100-400 mm Original und mit 1,16 kg sogar noch etwas leichter. Gekauft natürlich mit Rückgaberecht. Montiert auf die übrig gebliebene Nikon D4 und adaptiert per FTZ auf die Nikon Z50 und Z6. Auf allen drei Systemkameras: perfekte Funktion!

600 mm Brennweite, Offenblende f/6,3

War das alles? Nein! 1020 mm Brennweite!

Beide Beispielfotos aus der Hand!

Denn dazu kommt noch ein Sahnehäubchen! Das gute 70-300 mm AF-P Nikkor lässt sich bauartbedingt nicht per Telekonverter verlängern. Ganz anders das 100-400 mm Sigma. Da hat sich der sehr gute Nikon TC-17E II nicht nur mechanisch als kompatibel erwiesen, sondern das Komplettsystem bestehen aus Z50 oder Z6, Adapter FTZ, TC-17E II und 100-400 mm Sigma bietet auch Autofokus! In Kombination mit der Nikon Z50 kann ich bei Bedarf so auf 1020 mm Brennweite zurückgreifen. O.K. mit nur Lichtstärke f/11. Aber das genügt meinen Ansprüchen in Sachen Natur-/Tierfotografie vollkommen! Die beiden hier drüberstehenden Fotos aus dem Garten sind mit 1020 mm Brennweite aus der Hand fotografiert!

Kein Wermutstropfen?

Für mich vollkommen unbedeutend: Brennweite und Blende der Kombination mit dem TC-17E II werden nicht in die Exif geschrieben. Auch mit ein Versuch auf Tip von Christian Zahn es mit dem Mac GraficConverter zu probieren, brachte den Konverter nicht zum Vorschein. Wer's braucht … Der Sommer kann kommen.

NACHTRAG

Die Software-Entwickler von Sigma haben gut programmiert! Das 100-400 mm läuft einwandfrei auch auf der spiegellosen 14 MP Nikon 1 V2 mit FT-1 Adapter. Der Fokus sitzt, alles bestens. Die 400 mm x Crop 2,7 = 1080 mm Brennweite können aber nicht mit der Kombination Nikon Z50, FTZ. TC-17E II, 100-400 mm konkurrieren. Auch wenn dieses System nur Lichtstärke f/11 hat, die höheren ISOs und besonders der Autofokus der Z50 sind um Klassen besser, als bei der Nikon 1 V2. Als "Notlösung" aber immer: ein 6,3/1080 mm Supertele auf der V2!

NACHTRAG 2 – oder: APS-C ist tot …

Das wurde immer wieder behauptet. Ja, wenn die kleineren 15 x 23 mm APS-C Sensoren in einer digitalen Spiegelreflexkamera stecken, stimmt die Aussage. Die DSLR liegt im Sterben. Die CaNikon Vollformat Flaggschiffe EOS 1X MK III und D6 werden die letzten ihrer DSLR-Art sein. Aber DSLRs mit dem kleinen Sensor? Die können getrost begraben werden ... Aber APS-C lebt! Weiter in spiegellosen Systemkameras!

Und was macht Nikon?

Mich ängstigt diese Behäbigkeit. Was nützt mir eine teure "Über"-DSLM Nikon Z9 mit Lieferzeiten ab einem viertel Jahr, dazu teure Objektive überwiegend im Profi-Segment, vorgestellt von gesponsorten Günstlingen? Gar nichts!

Dazu gesellen sich die Erstlinge Nikon Z6 und Z7, die nach Präsentation der Version II Nachfolger von weiteren Firmware-Verbesserungen ausgeschlossen wurden. Mit Neid schaue ich da auf Canon.

Dort feiert der kleine APS-C Sensor eine regelrechte Wiederauferstehung. Mit zwei hochinteressanten spiegellosen Systemkameras:

Und nochmal: Was macht Nikon?

Bisher hat es im kleinen Sensorformat nur zur 2022 drei Jahre alten Nikon Z50 und der 2021 vorgestellten "Retro"-Z50, besser bekannt als Z Fc gereicht. Gerne bin ich Sommer 2020 von Fuji-X zu Nikon Z50 gewechselt und später zusätzlich zur Vollformat Z6 aufgestiegen. Aber jetzt herrscht für mich bei Nikon irgendwie Stillstand. Wenn ich mir die Canon EOS R10 und besonders die R7 ansehe.

Ich schätze weiter meine Z50 - siehe das Foto oben -, aber wo bleiben eine verbesserte APS-C "Z60 oder Z70", und eine Vollformat "Z7 oder Z9"?

Canon hat genau richtig platziert: Bei endlich überall abnehmender Corona-Gefahr vor der wieder zunehmenden Sommerurlaubsaktivität locken hochinteressante DSLMs zum Kauf. Wartet Nikon auf den Herbst oder das Weihnachtsgeschäft?


Wunderheilung?

17. Mai 2022, Ralf Jannke - Wissen, Reparieren

Eigentlich hatte ich meine wunderbare 11 Megapixel Vollformat Canon EOS 1Ds schon abgeschrieben :-( Nach Einsetzten eines geladenen Akkus nur wirre Fehlermeldungen. OK, traurig, Board oder was auch immer in der Elektronik hinüber.

Nachdem sich jetzt aber auch meine ebenso schöne 6 Megapixel Kodak/Nikon F5 DCS760 mit dem 19 x 27 mm APS-H Sensor, Cropfaktor 1,3 zu verabschieden schien, habe ich genauer hingesehen. Und nachgedacht. Fiel mir doch aus der Vergangenheit der Erwerb einer 2,7 MP Nikon D1 ein, die bei frisch geladenem Akku nur schwarze Bilder produzierte.

Ganz simpel gesprochen: Ein geladener Akku besagt – nichts! Wenn der Akku nämlich zu alt ist, lässt er sich gemeinerweise noch laden. Es scheint also alles in Ordnung zu sein. Aber: In die Kamera gelegt, bricht die Spannung dieses Akkus unter Last sofort zusammen. Im besten Fall fällt die Kamera komplett aus. Im schlechteren Fall „spinnt“ die Kamera nur.

So war es bei der Nikon D1. Ein neu gekaufter Akku, und die D1 funktionierte wie sie sollte.

Jetzt der gleiche Effekt bei der Canon EOS 1Ds. Ein neu gekaufter Akku erweckte die 1Ds wieder zum Leben! Allerdings mit einem Wermutstropfen: Schwarze Fotos :-( Aber zum Glück nur bei der Anzeige in der Kamera! „In echt“ sind die Fotos, so wie sei sein sollen – siehe oben. Mit dem Manko kann ich leben, weil die schwere EOS 1Ds nicht zu meinen Favoriten gehört. Und die Kodak DCS760? Trotz neuem Akku läuft sie nur so lala. Aber es hat noch zum geplanten Einsatz gereicht.

 


Einsparmöglichkeiten …

11. Mai 2022, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

Keine Frage, das NIKKOR Z DX 18–140 mm 1:3,5–6,3 VR ist das modernere, kompaktere und viel leichtere (315 g) Zoom. Aber nicht zu diesem auf der Nikon-Seite genannten Preis von 709 Euro! Erstaunlicherweise listet Nikon auch noch das AF-S DX NIKKOR 18-140mm 1:3,5-5,6G ED VR für die DSLRs zu offiziell 679 Euro. Was natürlich voluminöser – der FTZ-Adapter kommt noch dazu – und mit zusammen dann 630 g doppelt so schwer ist, wie die Z-Version. Aber für 175 Euro gebraucht beim Profi-Anbieter mit Rückgaberecht zu haben war. In diesem Fall habe ich mich an "Geiz ist geil" gehalten. Nach der vorher getätigen Investition von 59 Cent ins Labormessdaten-Protokoll. Das Zoom wurde auf der 24 Megapixel Nikon DSLR D5300 getestet.

Warum überhaupt ein 18-140 mm Zoom?

In den zweiwöchigen Osterferien hat sich die Kombination 20 Megapixel Nikon Z50 — APS-C-Sensor Crop 1,5 — mit dem sehr guten Kit Zoom 4,5-6,3/50-250 mm Nikon Z und die 24 MP Vollformat Nikon Z6 mit dem ebenfalls sehr guten Kit-Zoom 4-6,3/24-50 mm Nikon Z draußen als ideal erwiesen: Umgerechnet auf Kleinbild 24-375 mm Brennweite! Zwei Gehäuse, um draußen ohne Objektivwechsel einen großen Brennweitenbereich zu haben. Denn besonders die Z6 hat sich im Gelände immer wieder als übler Bildsensor-Drecksammler erwiesen. Selbst wenn das Gehäuse beim Objektivwechsel mit der Öffnung nach unten gehalten wird. Was der Sensor an Schmutz ansaugt, klebt. So fest, dass die alberne Marketingerfindung "Bildsensor-Reinigung" da gar nichts abschüttelt. Man bekommt es nur mit dem "Speck-Grabber" weg …

Gerne hätte ich aber die eine oder andere Fotorunde aber mit nur einem Gehäuse und dem Kompromiss Super-Zoom gemacht. Was Nikon durch seine Preisgestaltung in meinem Fall aber wirkungsvoll blockiert hat. Das 4-6,3/24-200 mm Nikon Z war/ist mir einfach zu teuer. Um dann bei Erscheinen einen genaueren Blick aufs Zoom ähnlicher Daten für den kleinen DX-Sensor zu werfen, das 3,5-6,3/18-140 mm Z, umgerechnet auf Kleinbild ein 27-210 mm Zoom. Nikon hat aber das Kunststück fertiggebracht, das 18-140 von knapp unter 600 Euro vor den Osterferien auf jetzt rund 700 Euro zu verteuern.

Einfach toll vom Brennweitenbereich und mit guter Abbildungsleistung hatte sich um den Jahreswechsel 2021/2022 das Di II TAMRON 18-270mmF/3.5-6.3 Piezo Drive VC erwiesen. Umgerechnet auf Kleinbild 27-410 mm Brennweite. Aber: Adaptiert auf der spiegellosen Nikon Z50 lief zumindest mein Exemplar überhaupt nicht, und auch auf den Nikon DSLRs D50, D300 und D3000 erwies sich der Tamron-AF als irgendwie inkompatibel, teildefekt (?) oder einfach nur schneckenlahm und unsicher. Und ich hatte dem mittigen AF-Sensor immer genügend Kontrast angeboten. Es tat sich manchmal erst nach mehreren Anläufen und Brennweitenverstellung etwas. Selbst für gemächliche Landschaftsfotografie einfach nur nervend.

Das 18-140 mit Nikon Z-Bajonett zu teuer, 18-270 Tamron unbrauchbar. Was tun?

Zurück in die DSLR-Welt! Mit dem oben gezeigten Secondhand-Nikon DX VR AF-S 18-140mm 1:3.5-5.6 G ED. Das 18-140 wurde adaptiert auf die Z50 auf Herz und Nieren getestet und in den Pool aufgenommen!

NACHTRAG, passend zum Thema

Neue CIPA-Zahlen: Japanische Kamera-Industrie kämpft weiterhin mit rückläufigen Absatzzahlen

Mit Preiserhöhungen, wie jetzt beim eben beschriebenen 18-140 mm Nikkor, um Absatzrückgänge aufzufangen, erreicht die Kameraindustrie bei mir genau das Gegenteil: Kaufweigerung! Wenn ich ein Einzelfall bin, kann es den Premiumherstellern natürlich vollkommen egal sein. Aber wenn mehr Leute beginnen so zu denken? 

Auch bei einem für den Juli-Sommerurlaub geplanten 100-400 mm Telezoom werde ich genauso vorgehen. Die Hersteller können ihre Influencer und begeisterten Ambassadoren (Botschafter) gerne weiter mit sofort zur Verfügung gestellten "Dauerleihgaben", wie dem 3000 Euro 100-400mm f/4.5-5.6 VR S Nikon Z ausrüsten und den zahlenden Rest mit Lieferzeiten von 1 bis 3 Monaten gleichzeitig für blöd verkaufen. Ich greife nach Test — was dank Fernabsatzgesetz risikolos möglich ist — weiter zu bezahlbaren Alternativen. Wo nicht Nikon draufstehen muss! Wie bei meinem exzellenten 1,8/85 mm Viltrox mit Z-Bajonett.

 


Das (heute, 2022) nutzloseste Nikon Spezialobjektiv Medical-NIKKOR Auto 1:5.6 f=200mm Nippon Kogaku Japan

06. Mai 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Ein richtiger Objektiv-Exot im Nikon Sortiment aus den 1960er Jahren

An der Objektivbezeichnung ist erkennbar, wofür dieses Sonderobjektiv vorgesehen war – spezielle Einsätze in Medizin und auch Industrie und Wissenschaft. Dieser Objektiv-Exot besitzt keine Entfernungseinstellung! Fokussiert wird ausschließlich durch Bewegen von Kamera und Objektiv auf das Motiv zu oder von ihm weg! Bestimmte, festgelegte Entfernungen und Motivgrößen (Abbildungsmaßstäbe) werden ausschließlich durch Vorschrauben von Vorsatzlinsen erreicht – es gibt sechs Stück dieser Linsen unterschiedlicher Stärke.

Komplette Sets, bestehend aus dem 200 mm Medical-NIKKOR, Kabeln, Batterie- und Netzteil sowie allen Vorsatzlinsen werden zwischen 250 und 800 (!) Euro angeboten. Für Größenordnung 150 Euro gibt es das Objektiv ohne weiteres Zubehör durchaus häufig. Zum "Nur-paarmal-Rumspielen" und "Dann-nur-noch-Rumliegen" immer noch viel zuviel Geld. Als aber jetzt in Japan ein 200 mm Medical Nikkor Porto- und zollfrei (!) für 75 Euro zu haben war, habe ich aus Neugier dann doch zugegriffen. Natürlich kam das Exemplar "nackt" ohne Batterie-/Netzteil und den Koffer. Immerhin aber mit Kabel und drei Vorsatzlinsen, die einzeln zu Mondpreisen offeriert werden. Das sollte zum Experimentieren reichen.

Experimentieren mit dem Thema Beugung

Auch ich habe dem Thema Beugung 2020 wenig Bedeutung beigemessen oder gar behauptet, dass die Wirkung der Beugung in der praktischen Fotografie überbewertet wird. Spätestens nach dem ersten Praxiseinsatz des SIGMA MULTI-COATED 1:2.8 f=135mm PANTEL mit Blende 64 bin ich geläutert. Ja, die Schärfentiefe bei 135 mm Brennweite und Blende 64 wird enorm gesteigert. Ich habe aber nichts davon, weil die Abbildungsschärfe oder Bildauflösung bei dieser (zu) kleinen Blende sichtbar minimiert wird.

Beugungsunschärfe und Pixeldichte — die Entfernung der einzelnen Fotozellen auf dem Bildsensor (engl. Pixelpitch) stehen in engem Zusammenhang mit der Schärfe, wenn es an (zu) kleine Blenden geht. Und mit Schärfe, oder besser Unschärfe ist in diesem Fall keine fehlerhafte Fokussierung gemeint! Aus diesem Grund werde ich mit dem 200 mm Medical Nikkor, das neben f/22 die noch kleineren Blenden 32 und 45 bietet, mit drei, ggf. vier unterschiedlich auflösenden Systemkameras experimentieren:

  • Nikon Z6, Vollformat 24 MP
  • Nikon D4, Vollformat 16 MP
  • Kodak/Nikon F5 DCS760, 19  x 27 mm APS-H Sensor (Cropfaktor 1,3) 6 MP
  • Canon EOS 1D, 19 x 27 mm APS-H Sensor (Cropfaktor 1,3) 4 MP (*)

Ein Praxisbericht ist in der Mache!

(*) PS.: Die Canon wurde dazugenommen, weil sich die tolle Kodak DCS760 bei ersten Versuchen als immer störrischer erwies. Ob sie wirklich kaputt gegangen ist, wird sich zeigen, wenn ein neugekaufter, frischer Akku eingelegt wurde, der noch in der Post ist. Möglicherweise sind die zwei noch vorhandenen und ladbaren Akkus einfach zu alt. Obwohl sie nach dem Laden 100 Prozent anzeigen, ist es denkbar, dass die Spannung bei Einsatz unter Last so zusammenbricht, dass die DCS760 einfach nicht läuft und nur Fehlermeldungen anzeigt. Gar nicht kaputt ist! Sollte sie doch defekt sein, muss meine Canon EOS 1D übernehmen …


Versuchswiederholung

30. April 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Schon über zwei Jahre her, als es den umfangreichen Praxisbeitrag: "Aus einem M(anuell)F(okus)- ein A(uto)F(okus)-Objektiv machen, geht das?" gab. Gegenstand war der Nikon Telekonverter TC-16A. Kurz nach Nikons erster, 1986 vorgestellter und in großer Serie produzierter Autofokus-SLR F-501 kam 1987 der Spezial-Telekonverter TC-16A, der bestimmten manuell zu fokussierenden Objektiven zu Autofokus verhilft. Er sollte wohl auch eingefleischten Manuell-Fokussierern die neue Nikon-Annehmlichkeit Autofokus schmackhaft machen.

Mittlerweile kam dann noch ein weiterer, besonderer TC-16A in meine Sammlung, den ich "TC-16A/m" getauft habe. Das "m" steht für m-odifiziert. Die Kontaktierung dieses Konverters wurde so geändert, dass dieser besondere Nikon-Televerlängerer nicht mehr wie der "normale" TC-16 auf analogen Nikon AF-SLRs, den Kodak-DSLRs auf Nikon-Basis und den beiden D2-Modellen läuft, dafür aber auf moderneren und höher auflösenderen Nikon DSLRs wie der — erprobt — Nikon D4 und D300. Der TC-16A/m müsste auf jeder Nikon DSLR funktionieren, die den AF-Motor im Gehäuse und einen Blendenmitnehmerring mitbringt. Also auch auf den Nikon D6xx-, D7xx-, D7xxx-, den D3/sX-Gehäusen und der D500. Und vermutlich auch auf der D5 und D6, was für diese Boliden aber wohl eher uninteressant ist … Aber nochmal: Nach Umbau/Modifikation funktioniert der TC-16A/m aber nur noch auf den neueren Nikons.

Nach netten und erfolgreichen Spielereien zur Osterzeit mit der D300 und dem modifizierten TC-16A ging der Konverter jetzt auf die 16 Megapixel Vollformat Nikon D4, um dort meinem betagten 1,8/85 mm MF erneut zu Autofokus zu verhelfen. Oben drei Beispielfotos vom ersten "Test". Ein ausführlicherer Praxisbericht folgt. Ab 13. Mai geht die Basketball-Bundesliga in die heiße Play-off Phase. Da nehme ich neben der spiegellosen Nikon Z6 die D4 mit dem TC-16A/m und dem 85er mit.


foto espresso von dpunkt, Ausgabe 2 2022 ist raus

27. April 2022, Ralf Jannke - Wissen

Ein lesenswertes Advertorial

Wikipedia schreibt: "Ein Advertorial, auch Adverticle oder Publireportage genannt, ist die redaktionelle Aufmachung einer Werbeanzeige. Das Advertorial zählt zu den Werbeformen, die vom Adressaten nicht eindeutig der Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit zugeordnet werden können, insbesondere wenn sie nicht als Werbung gekennzeichnet sind." Aha …

Ich studiere die Ausgaben gern. Es besteht ja kein Kaufzwang der beworbenen, Pardon vorgestellten, beschriebenen Produkte ;-)

Download: https://www.fotoespresso.de/fotoespresso-2-2022/

 


Mehr virtuelle Brennweite

21. April 2022, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

Was tun, wenn 250 mm x Crop 1,5 = 375 mm Brennweite oder 300 x 1,5 = 450 mm im KB-Format vorne und hinten nicht ausreichen ... Dann bleibt außer realer Brennweite von 4-5-600 mm und entsprechenden Objektivabmessungen nur virtuelle Extra-Brennweite. In Form der hier bereits vorgestellten Adobe Super-Resolution

Solange ich nur Vogel-Gelegenheitsfotograf bleibe, genügt mir für 1500 x 1000 Pixel Erinnerungs- und Belegbildchen die Adobe-Lösung.


Abstandsverkürzung

18. April 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Nah(?)einstellungen 135 mm (105 mm) Objektive

lautete die Überschrift zum entsprechenden Praxisbeitrag. Bei 105/135 mm Teleobjektiven sieht das so aus:

Um unter diese 1,5 bis 1,8 m zu kommen, wurde jetzt Abhilfe geschaffen. Mit dem guten alten, fast in Vergessenheit geratenen so genannten Zwischenring. Der zwischen Kamera und Objektiv montiert wird. Damit geht die Unendlicheinstellung des jeweiligen Objektvs verloren, aber ich komme dichter ans Motiv!

Was das Sammeln angeht, interessiert mich der Zustand gewünschter Teile nur ganz am Rand. Funktionieren müssen sie! Aber ich habe nichts dagegen, wenn Teile in ihrer Originalverpackung kommen ;-) So war es bei diesem Zwischenringsatz – genauer NAHEINSTELLTUBEN mit Innenauslösung für Edixa – des deutschen Herstellers (ALBERT) SCHACHT ULM DONAU. Der kam in der Kunststoffhülse, die Bedienungsanleitung oder besser Tabelle gefaltet und eingerollt und in den aus drei Teilen bestehenden Zwischenringsatz geschoben. Mit Edixa ist eine deutsche Spiegelreflexkamera gemeint, dessen Objektive per M42 Schraubanschluss montiert wurden. Und eben nicht nur Edixa-Objektive, sondern alle Objektive, die den M42 Schraubanschluss aufweisen.

Um die oben angegebenen Nahdistanzen der 105/135 mm Teleobjektive unterschreiten, genügt ein Blick auf die Tabelle, mit welchen Zwischenringen man experimentieren kann.

Neben diesem Satz für M42 liegt demnächst auch noch ein Satz mit Exakta-Bajonett bereit.


Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk