Goldene Nikon Zeiten

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 16. Dezember 2023 - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Noch ein langweiliges Normalobjektiv mehr …

Was diese Brennweite angeht, ist das Normalobjektiv DAS "Kit-Objektiv", das aus Preisgründen zur analogen Spiegelreflexkamera jahrzehntelang obligatorisch war. Prompt kam meine erste Nikon, die Nikkormat FT2 1977 mit dem 2/50 mm Normalobjektiv. Es braucht seine Zeit (Jahre ;-), um die Stärken dieser "langweiligen" Brennweite zu erkennen und zu erarbeiten.  Im Vergleich zum jetzt gut 20 Jahre obligatorischen 3,5-5,6-6,3/18-55 mm "Plastik"-Kitzoom zur Halbformat 15x23 mm APS-C Sensor Digital-SLR ist das 50er mit f/1,7-2 rund 4 bis 8 x lichtstärker. Dazu kommt der "kreative Zwang", sich mit der festen Brennweite auseinandersetzen zu müssen/wollen, als nur profan am Zoomring zu drehen …

Was hier gleich gelistet wird, sind sind nur die lichtschwächeren Nikon Varianten mit f/1,8 und f/2. Es gab bei mir in der Vergangenheit noch ein 1,4/50 mm AF, und aktuell im Bestand ist noch ein 1,8/50 mm AF-D und das Nikon NIKKOR 55mm 1:1.2. Dazu gesellen sich zahlreiche weitere Normalobjektive der unterschiedlichsten Hersteller. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier die Nikon f/1,8 f/2 Normalobjektive:

Ob die Reihenfolge jetzt so genau stimmt, ist unerheblich …

Aber warum jetzt noch ein weiters Nikon Normalobjektiv?

Es war für einen guten Zweck! Der Besitzer ist gestorben und hat seiner pflegebedüftigen Frau ein wüstes Konvolut aus analogen Canon SLRs mit dem alten FD Bajonett hinterlassen, darunter einige Objektive mit FL-/FD-Bajonett. Dazu unter anderem noch zwei originalverpackte, nie benutzte analoge EOS 3000N, zwei ebenfalls originalverpackte Nikon 50 mm Normalobjektive und und und … Die aktuell hippe Canon AE-1 sowie die wirklich immer noch erstklassige Canon F1 New mit Motorantrieb hat samt lichtstarkem 2/24 mm Canon FD für einen moderaten Preis den Besitzer gewechselt. Ich selbst hatte zunächst den chinesischen Nachbau der zweiäugigen deutschen 6x6 Rolleiflex, gelabelt als Revue (ehem. Versandhaus Quelle) und die Revue Solar 100 (= Cosina E1 Solar OEM) samt superlichtstarkem Revuenon (Tomioka) 55mm 1:1.2 gekauft. Um dann noch das lichtstarke Canon FL 35mm 1:2.5 und das hier gezeigte Nikon zu erwerben. Beides Objektive, die ich in 2024 ausprobieren werde. Die Erlöse der Teile gehen als Spende an einen Kindergarten!

Und die "goldenen" Nikon Zeiten?

Korrekter wohl die Zeiten der aufwändigen Objektiv-Kartons "in Gold". Diese Karton-Farbe ist bei Nikon wohl vorbei ;-) Ob auch Nikons "goldenen Zeiten" vorbei sind, möchte ich nicht beurteilen. Jahrzehntelang hieß die Reihenfolge der Profi-SLR Hersteller: Nikon, Canon und Minolta. In den 1990ern übernahm Canon die Führung, Minolta musste 2006 aufgeben, aber: Sony war offensichtlich gut beraten die Minolta-Reste zu übernehemen. Heute dürfte Sony die Führungsrolle haben und danach CaNikon. Oder NiCanon? ;-)

 

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk