Um wenige Tage verpasst: Den 25. Geburtstag Nikons erster eigener DSLR

22. Juni 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

1999 - 2024: 25 Jahre Nikon D1

Die erste in einer Serie von ca. 1000 Exemplaren gebauten Digital-Spiegelreflexkamera war 1991 die Kodak DCS100 auf Basis der analogen Nikon F3. Danach kamen zahlreiche weitere Kodak-DSLRs auf Nikon-Basis.

Am 15. Juni präsentierte Nikon dann seine erste eigene DSLR, die 2,7 Megapixel Nikon D1

Auch wenn wir „nur“ ein virtuelles Digitalkameramuseum sind: Nie beschränkte sich die Präsentation aufs langweilige Zeigen der Exponate. Mit allen Kameras, die 10/20/30 Jahre nach ihrer Vorstellung noch funktionieren, wurde fotografiert. So natürlich auch mit der Nikon D1 und ihren Brüdern/Schwestern Nikon D1H und D1x.

Diese vier Praxisbeiträge gibt es zur D1:

 


Hewlett-Packard HP Photosmart R837

21. Juni 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Ja, meine Welt dreht sich heute mehr um „Altglas“, schöne sehr gerne ältere Objektive

Die problemlos auf meine beiden Nikon Z6/7 Vollformat DSLMs sowie die immer mehr geschätzte Olympus OM-D E-M5 adaptiert werden. Denn die Geschichte, Entwicklung der Digitalkamera kann als abgeschlossen betrachtet werden. Umso schöner, wenn doch immer mal wieder ein paar ältere Digitalkamera-Schätzchen auftauchen. So wie neulich das im Blog vorgestellte

und jetzt eine brave 7 Megapixel Hewlett-Packard HP Photosmart R837 aus dem Vorstellungsjahr 2007. Auch wenn die haarscharf an meiner verschmähten "Chrom-Zigaretten-Etui"-Klasse vorbeigeht.

Einen kleinen Praxisbericht gibt es, wenn noch ein funktionierender (=ladbarer) Akku in der Kamera steckt. Ist der Schacht leer, kein Akku gibt es frühestens im August ein paar Zeilen dazu …

 


Bierdosen-Zoom

18. Juni 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

"Beercan", "Bierdose","Ofenrohr" ;-)

Wenn man sich die langweilige, völlig unspektakuläre Bauform des MINOLTA (A) AF ZOOM 70-210 1:4 (32) anschaut, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis die erste Verballhornung auftauchte: Beercan, zu Deutsch Bierdose. Oder auch wenig schmeichelhaft "Ofenrohr" ;-)

Auch wenn ich der digitalen Spiegelreflexkamera weitgehend abgeschworen habe, eine komplette „Heilung“ durch spiegellose Systemkameras gibt es nie ;-)

In „Nur 10 Jahre: Digitale Spiegelreflexkameras von Minolta“ wurde das MINOLTA AF ZOOM 100-200mm 1:4.5 (22) in der Überschrift glatt vergessen! Das dort auf der wackeren Dynax 5D und adaptiert im Vollformat auf der Nikon Z6 zeigen durfte, was es kann! In einem anderen Beitrag "Ich hatte mal wieder Lust auf Sony ;-)" war zu lesen: Irgendetwas preisgünstiges aus der Minolta A "Beercan"- oder "Ofenrohr"-Reihe. So liebevoll wurden "desingnlose" Minolta Zooms gelegentlich bezeichnet. In der Wahl war unter anderem ein 100-200 mm. Das führte schließlich zum Kauf eines braven MINOLTA AF ZOOM 100-200mm 1:4.5 (22) für 32,90 inkl. Deckeln, Gegenlichtblende und Porto. Mehr wollte ich eigentlich nicht in ein auslaufendes, totes System investieren. Leicaner.de erbarmte sich und zeigt die komplette Spezifikation des 100-200 mm "Ofenröhrchens" und schreibt: "Dieses Objektiv hat keinen Makro Modus, deckt von der Brennweite einen kleineren Bereich als das Ofenrohr (70-210 mm) ab und ist lichtschwächer. Es wurde als Alternative zu einem geringeren Preis, mit geringerem Gewicht und geringeren Abmaßen auf den Markt gebracht.

Das mit dem Preis hatte sich nach einem Flohmarktgang dann ganz schnell erledigt! Für 5 Euro lass ich kein MINOLTA (A) AF ZOOM 70-210 1:4 (32) liegen! Bis aufs fast doppelte Gewicht – 708  gegenüber 375 g – ist das 70-210 dem 100-200 mm in allen Belangen überlegen. Den immer gerne genommenen Hauch an mehr Lichtstärke, mehr Brennweite nach unten und oben und vor allen Dingen eine mit MACRO markierte Naheinstellung von 1,1 m bei 210 mm Brennweite!

Leicaner.de schrieb zum Minolta AF 70-210mm f4: "Eines der besten Objektive die es für dieses System gab. Es wurde von Minolta so gut gerechnet, dass Leitz Wetzlar die gleiche Rechnung für sein Schiebezoom benutzt hat. (…) Bei heutigen Vergleichen mit viel, viel teureren Objektiven schneidet die Bildqualität immer noch überdurchschnittlich gut ab. Das sehr gute Bokeh, und die vielgerühmten Minoltafarben geben ihr Übriges für den Kultstatus des MINOLTA (A) AF ZOOM 70-210 1:4 (32)".

Bis zu den Sommerferien bin ich „ausgebucht“ und in den Sommerferien voll "ausgelastet" ;-) Aber nach dem Sommer geht das 70-210 auf eine Sony mit A-Bajonett und adaptiert ins Vollformat. Bis dahin ist auch eine passende Gegen-/Streulichtblende an Bord.

Also: Bis zum Spätsommer/Herbst

 


ISO HUNDERTTAUSEND

16. Juni 2024, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

Wozu braucht man die?

Genau sind es ISO 102.400

Im nächtlich Garten "spukte" es ;-)

Glühwürmchen-Alarm! Was tun? Nikon Z7 genommen, ISO auf Hi2 = 102.400. Objektiv 1,8/85 mm Viltrox natürlich bei Offenblende. Verschlusszeiten um 1/25 s aus der Hand. Gut, dass der Sensor der Z7 stabilisiert ist! Der Z7-Autofokus auf punktförmig gestellt, hat das tatsächlich geschafft! Damit dürfte die Frage, wozu man ISO 102.400 braucht beantwortet sein … Ich hätte in diesem Fall aber sogar mit weniger ISO vom Stativ aus fotografieren können. Wollte mit derartigem Hantier aber nicht das Glühwürmchenweibchen vertreiben. Denn ich musste noch lernen, dass nur die Glühwürmchenmännchen Flügel haben und so auf "Frauensuche" gehen. Die Weibchen sitzen irgendwo sichtbar leuchtend an exponierten Stellen.

Das sind natürlich nur Belegbilder! Das Entfernen des schweren Rauschens und die Nachschärfung übernahm Topaz Photo AI.

 


Gekonntes/gewolltes Klonen – außer Tamron

14. Juni 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Neues Jahr, neues Altglas

Es war Jahresanfang 2022, das Soligor- und Tamron-Zoom wurden sicher schon vorher, also 2021 erworben. Im Juni 2024 gesellte sich noch ein 10 Euro Klon vom Flohmarkt, eine Raynox-Variante dazu. Die wurde per Photoshop ins vorhandene Bild gemogelt, äh montiert … Jetzt wird es Zeit sich diese Brocken mal etwas genauer anzusehen! Bei der Gelegenheit: Wenn man in die frühe Geschichte der unabhängigen japanischen Objetivbauer schaut, findet man bei Soligor, SUN, Tokina, Vivitar immer zahlreiche Ähnlichkeiten. Nur Tamron ging immer einen anderen, eigenen Weg!

Eine kleine Sommerferien-Aufgabe, von diesen drei Schwergewichten vom Foto mal zwei zu probieren!

 


Wer suchet, der findet

10. Juni 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Aber nicht auf Fotobörsen und großen Flohmärkten

Man muss auf die kleinen nicht spezialisierten Märkte. Beute vom zweiten Juni-Wochenende ein gutes Telezoom 75-300mm 1:4-5.6 SIGMA APO DG und ein sehr interessantes Vivitar 100mm 1:3.5 AUTO FOCUS MACRO. Das Sigma kam zusammen mit einer heute wertlosen Canon EOS 700 für 20 Euro, das Makro für 10 Euro.

Bei den Preisen ein überschaubares Risiko. Zuhause beide Objektive auf die Canon EOS 1D und 20D montiert — volle Funktion. Die beiden Objektive werde ich an den Ferienort "exportieren" und dort je nach Zeit und Lust auf der EOS 50D probieren. Die beiden Objektive bleiben ausgelagert, da ich sie hier nicht brauche.

Und zum Aussehen des Sigma-Zooms?

Ich bevorzuge das ausgeschwitzte (weiße) Wachs der TPU-Oberfläche gegenüber den grässlich klebenden TPU-Varianten! Mit einem bisschen Silikon könnte man das Weiß weitgehend zum Verschwinden bringen … OpticalLimits hatte dieses Zoom sogar getestet! Das Vivitar-Makro gab es übrigens auch als Cosina 100/3.5, von Pentax, Phoenix, Promaster, Soligor and Voigtländer.

Mehr dazu irgendwann im Juli

 


Spende des Jahres!

05. Juni 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Vor einiger Zeit kam von Drake Zabriskie, CEO (Chief Executive Officer, Geschäftsführer) der Luna Imaging Inc aus den USA eine Mail mit diesem Inhalt:

Ich habe im digicammuseum.de den Artikel über die Jenoptik / Kontron Eyelike gesehen, als ich nach Details zu einer Kamera suchte, die wir haben und die wir im Museum of Modern Art (MoMA) in New York verwendet haben, um einen Teil ihrer Designsammlung zu digitalisieren. Dieses Kamerarückteil wurde nur kurze Zeit verwendet, bevor wir es gegen das kleinere Mittelformat-Kamerarückteil von Eyelike ausgetauscht haben. Ich wollte es nie in den Müll werfen, weil es cool war, aber ich muss ein neues Zuhause dafür finden. Ist es etwas, das Sie für Ihre Sammlung möchten? Ich glaube, ich habe auch eine frühe Kodak Nikon-Kamera aus den frühen 1990ern.

Bei letzterem – Kodak Nikon Camera – klingelten unsere Alarmglocken ;-)

Nach Kontaktaufnahme und unserer ehrlichen Ansicht, dass bei der vorhandenen an einer zweiten Eyelike ohne Kabel, Software und Interfacekarte kein Interesse bestehen würde, bot uns das Drake Zabriskie zwei Kodak DCS460ir an. Das IR steht für Infrarot! Ein absoluter Leckerbissen, eine Spezialausführung der 6 Megapixel Kodak DCS460, die über den größeren 19x27 mm APS-H Sensor verfügt, der einen Cropfaktor von nur 1,3 hat. Damals der erste Schritt Richtung Vollformat! Astronomisch teuer, ein ehemaliger Bekannter zahlte für das Pendant gleicher Sensorabmessungen und Auflösung mit Canon EOS 1n Gehäuse Mitte der 1990er über 50.000 DM. Die Canon-Version Kodak DCS1C nahm allerdings in Farbe auf. Feste ISO Empfindlichkeit 80, 1 Foto alle 2,5 Sekunden. Die jetzt angebotenen zwei Exemplare Kodak DCS460ir nehmen IR bzw. SW auf. Mit maximaler Schärfe, weil die Farbinterpolation des Sensors wegfällt und fester ISO 200. Gehäuse ist übrigens die Nikon N90s in Europa N90x. Gegen Übernahme der Transportkosten USA/Deutschland wurden die zwei Kodak DCS460ir Gehäuse verschickt.

Wir bedanken uns beim großzügigen Spender Drake Zabriskie, CEO der Luna Imaging Inc.

Die ersten Erfahrungen mit der Kodak DCS460ir

Zur Funktionskontrolle nur schnell durchs Küchenfenster (Doppelglas) fotografiert – den Feigenbaum …

Die Akkus hätten nach fast 30 Jahren Nichtbenutzung/Nichtladung eigentlich tot sein müssen. Sie waren aber nicht so "tot", dass nicht wenigstens ein Testschuss möglich war. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass bei NiCd-Akkus weniger das Alter, als mehr die Anzahl Ladezyklen Einfluss auf die Lebensdauer haben. Also wurden die Kodaks probeweise an die Ladegeräte angeschlossen, und es tat sich tatsächlich was! Laut Kodak Manual soll der Akku nach Möglichkeit erst ca. 2 h vor Einsatz der DCS460ir und dann die vollen 2 h geladen werden. Wieviel Kapazität die uralten Akkus tatsächlich noch haben, wird sich nach gezielter 2 h Ladung herausstellen.

Das kann ich mittlerweile bestätigen oder besser widerrufen. Nach 2 h am Ladegerät, bricht die Stromversorgung der DCS460ir sofort zusammen, wenn der Akku gefordert ist. Der Akku ist also hinüber :-(

Aber auch ohne geladene Akkus funktioniert die DCS460ir am Netzteil hängend. Und da werde ich ansetzten. Denn es funktioniert auch mit meiner kleinen Notstromstation, die im Bedarfsfall 220 Volt und 100 Watt liefert. Genug fürs Netzteil der DCS460ir! Kommt die kleine Notstromstation samt Kodak-Netzteil halt in einen kleinen Rucksack auf einen Rundgang.

Speicherformat ist ein spezielles TIFF-RAW. Das zu meine großen Freude von der aktuellen Adobe Lightroom Version gelesen und verarbeitet wird! Ich werde aber auch schauen, was die Original Kodak Software daraus macht, die auf den vorhandenen Apple Powermac G3 installiert wird. Und mindestens genauso wichtig, die DCS460ir speichert auf CompactFlash-Karte im PCMCIA-Adapter. Ich hatte schon befürchtet,  meine uralte PCMCIA-Festplatte wieder in Betrieb nehmen zu müssen. Einzige Einschränkung: Bei 256 MB Speicher Kapazität ist Schluss. Platz für ca. 40 TIFF-RAW-Dateien. Da kann man mit leben! Kein Problem eine weitere 256 MB Karte oder 2 128 MB Ersatzkarten einzustecken.

Das Objektiv?

Zunächst hatte ich das gefühlt schwimmfähige Voll-Plaste 1:3.5-5.6 24-70mm IX Nikkor probiert. Ganz einfach, weil es den größten Bildwinkel UND komfortablen Autofokus bietet und ein 52 mm Filtergewinde hat. Gerechnet für die mit APS-Film zu ladenden Nikon Analog SLRs Pronea S und 600i (in den USA 6i). Der Cropfaktor 1,3 der DCS460ir passt genau! Aber irgendetwas "klemmte" dann doch. Also kam das brave Nikon NIKKOR 35-70mm 1:3.3-5.6 auf die Kodak. Hintergrund für die Objektivwahl: Ich wollte Weitwinkel und ein Objektiv mit 52 mm Filtergewinde. O.K. die 35 mm sind dann bei Crop 1,3 nur KB-äquivalente 46 mm.

52 mm Filtergewinde?

Ich bin noch nicht dahintergekommen, ob die DCS460ir beispielsweise mit einem Hot Mirrorfilter zur gewöhnlichen SW-Kamera wird. Darüber schweigt sich die dicke Bedienungsanleitung aus … Der DCS460ir lag aber ein Tiffen CM500 Filter bei. Auf der Suche, was das denn wäre, fand sich eine Quelle im Internet, wo die Rede war von: Near-Infrared Absorbing Filters.

Probieren geht über Studieren …

Das mit dem Tiffen CM500 Filter wollte ich dann doch wissen. Die drei Beispielfotos von links nach rechts: 35-70 mm Nikkor OHNE Filter, 35-70 mit dem Tiffen CM500 und das dritte Foto ebenfalls mit dem CM500. Und ja, 18 Jahre vor der Leica M Monochrom 2012 war die Kodak DCS460ir die erste System-Digitalkamera, die nur in SchwarzWeiss, IR fotografiert. Was Infrarot angeht, muss ich mich noch einarbeiten. Unübersehbar zeigt das IR-Blümchenfoto Banding-Rauschen … Während das schnell durchs Doppelglas des Küchenfensters hingeknipste Foto des Feigenbaums einigermaßen gefällig wirkt. Man beachte die Nadeln der Kiefer im Hintergrund. Der typische Infrarot-Woodeffekt der Infrarotfotografie. Pflanzen-/Blattgrün wird weiß abgebildet! Für "richtige" Infrarotfotografie braucht es Licht, gerne starkes Sonnenlicht … Vielleicht fängt der Sommer dieses Jahr erst zum 21. Juni an ;-)

Später mehr in einem ausführlichen Praxisbericht zur Kodak DCS460ir

EILMELDUNG, EILMELDUNG, EILM…

Sie geht!

Technisch noch eine Katastrophe. Was aber nur an meiner Unerfahrenheit liegt. Die Cambo muss von den Parametern her sauber eingestellt werden, anständige Ausleuchtung und so weiter. Ich bin sicher, dass da noch viel mehr geht! Und dann auch in Farbe!

Bei dieser Gelegenheit noch ein Zwischenstand zu einer weiteren, hochinteressanten Spende: Cambo Mega Visio T2 – siehe oben!

Unter der Blog-Überschrift "Ich seh' schwarz" ist der letzte Stand zur Cambo Mega Vision T2 Scankamera vermerkt, eine Spende des Fotoateliers Klaus Mischke ans Digicammuseum.de

Da war zu lesen: "Ein Austausch der kaputten Antriebsriemen ist aber relativ problemls möglich! Nach Ausmessen wurde ein Druchmesser von 1,7 mm ermittelt. Es gibt natürlich keine Riemen passender Länge aber Metermaterial von 2 mm Durchmesser, das auch passen sollte. Die Länge wird selbst ermittelt, und nach Zurechtschneiden werden die Enden einfach per Heißluftgebläse angeschmolzen und verschweißt."

Dachte ich …

Problem: Nur ein Riemen kann problemlos auf die offen liegenden Riemenscheiben montiert werden. Die zwei innenliegenden Riemen können nur montiert werden, wenn die Enden der Riemen nach Ermitteln der richtigen Länge zusammengebracht werden müssen. Es ist aber kein Platz zum sicheren An- und Verschmelzen der Enden. Sekundenkleber — auch Marke — funktioniert überhaupt nicht. Was hielt, war eine Kombination aus Sekundenkleber und Schrumpfschlauch. Die Oberfläche des Schrumpfschlauchs ist aber so glatt, dass der Riemen an dieser Stelle rutscht und die Räder stehenbleiben. Einstweilen letzte Chance war TPU-Kleber, der aufgrund seiner Chemie zum Antriebsriemen aus TPU passt. Zum Kleben habe ich mir noch eine primitive Fixierung ausgedacht. Sollte das halten, wäre das Problem gelöst.

Das Kleben hat sich leider auch als untauglich erwiesen :-( Es war mir dann aber doch gelungen zwei Antriebsriemen durch Verschweißen zu schließen. Nächstes Problem: Die Antriebsriemen scheinen mit 2 mm Durchmesser tatsächlich schon zu dick und zu steif zu sein. Also erneute Suche nach 1,5 mm DurchmesserAntriebsriemen Material, das sich schweißen lässt! Diese Riemen gibt es als Meterware, aber die Bestellung dauert.

Wenn das auch nicht funktioniert, bleibt nichts anderes übrig, als die Cambo teil-zu-zerlegen, um fertige Antriebsriemen aufzuziehen. Davor scheue ich mich noch. Es geht also weiter, aufgeben möchte ich nicht …

Antriebsriemen

Bitte nicht weitersagen ;-) Die Cambo wird aktuell von – Achtung – Haushaltgummis angetrieben. Deren Enden sich nach dem notwendigen Aufschneiden mit einer simplen Vorrichtung mit Sekundenkleber wieder haltbar verkleben ließen …  Ich war da viel zu "verkopft". Also gibt es auch einen anständigen Praxisbericht!

 


Wir machen Passfotos

01. Juni 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Digital Printing System UPX-C200 bestehend aus der SONY DIGITAL STILL CAMERA DKC-C200X und einem Drucker

Ich muss tatsächlich an meine Digitalkamera-Sammelanfänge gehen, um die erste Sony zu finden, die von der Modellbezeichnung mit in die Reihe der gleich vorgestellten SONY DIGITAL STILL CAMERA DKC-C200X passt. Jahresende 2017 hatte ich zur 1998 vorgestellten Sony DKC-ID1 einen mit Originalfotos bebilderten Praxisbericht geschrieben.

Oktober 2019 kam dann eine zweite DKC-Sony ins Haus, die Sony DKC-2050X INSTANT PASS PHOTO

Der Sommer 2023 ein Vor-Finale folgte, um endlich per USB-Video-Digitizer an die immer noch im Speicher in der Sony DKC-2050X INSTANT PASS PHOTO steckenden Passfotos zu kommen.

Diesen Sommer kommt das wahre Finale der Sony Passfoto-Dgitalkamera-Spezialität

Die Rede ist vom Digital Printing System UPX-C200 bestehend aus der SONY DIGITAL STILL CAMERA DKC-C200X und dem dazugehörigen Drucker

Die Kamera hat vergleichsweise riesige Abmessungen, lost äber im Gegensatz zu ihrem 640 x 480 Pixel Vorgänger ungleich höher auf!

Kurz-Spezifikation

  • Abmessungen/Gewicht: 230 x 190 x 74 mm, 0,94 kg
  • Maximale Auflösung 2.288x1.712 Bildpunkte = 4 Megapixel
  • Sensorempfindlichkeit feste ISO 100
  • Eingebauter Speicher 32 MB mit Platz für 20 4 MP Fotos oder 80 1280 x 960 Bildpunkte = 1,x MP
  • Objektiv ist ein 2,8-4,8/36-96 mm (@KB) Zoom
  • USB-Anschluss!
  • Energieversorgung durch vier 1,5/1,2 Volt AA-Batterien oder Akkus

Es wird spannend sein, ob man nur über eine USB-Verbindung an die Fotos aus dem 32 MB Festspeicher der SONY DIGITAL STILL CAMERA DKC-C200X kommt.

Praxisbericht im Sommer 2024

 


Brennweitenerweiterung für zweiäugige Spiegelreflexkameras Typ Rolleiflex/Rolleicord

24. Mai 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Traum von Profis und Amateuren in den 1950er und beginnenden 1960er Jahren: die zweiäugige 6x6 Mittelformat Rolleiflex oder Rolleicord

Trotz ihrer Starrheit der festen Brennweite von 75/80 mm, was etwa dem 50 mm Normalobjektiv der 24x36 mm Kleinbildkamera entspricht

Entscheidender Vorteil der Rolleiflex und der etwas preiswerteren Rolleicord war halt die große Filmfläche von knapp 6x6 cm. Viel mehr Reserven für Ausschnittsvergrößerungen als das Kleinbild. Was allerdings relativ war, denn die spiegellose Kleinbildkamera Typ Leica und die ganze Kleinbild-Spiegelreflexreihe bot reichlich Wechselobjektive vom Superweitwinkel bis Supertele. Dennoch blieb der Vorteil der großen Negativfläche, wenn es um wirklich große Vergrößerungen und um den Magazindruck in Farbe ging. So hatten viele Profis eben beides: Leica M, Nikon F und 6x6 Rolleiflex …

Was tun gegen die starre Brennweite?

Neben der „normalen“ Rolleiflex gab es im Lauf der Firmengeschichte eine entsprechend kostspielige Weitwinkelrollei mit fest einebautem 55 mm Objektiv und eine Telerollei mit festem 135 mm Objektiv. Auf Kleinbildformat umgerechnet ungefähr 28 mm bzw. 85 mm Brennweite. Tele- und Weitwinkel-Rolleiflex sind heute gesuchte und sündhaft teure Sammlerobjekte!

Welche Alternative gab es noch für die Rolleiflex und die unzähligen Klone japanischer Fertigung

Da waren die Carl Zeiss Rollei-Mutare 0,7 und 1,5, die auf das Doppelobjektiv der Rolleiflex montiert wurden und aus der 80 mm Brennweite dann eben ca. 56 bzw. 120 mm Brennweite machten. Heute auch sündhaft teure Sammlerteile. Die vermutlich in Vitrinen verschwinden und nie benutzt werden … Ob die problemlos auf hochwertige japanische Klone mit Rolleiflex-Objektiv-Bajonett montierbar waren, kann ich nicht sagen. Wenn man sich die Reihe der Klone ansieht, ist sofort klar, dass die MolFoReFlex inkompatibel für die Mutare ist. Die OLYMPUSFLEX müsste kompatibel sein, auf der AIRES Automat stecken bereits Filter und Geli mit Rollei-Bajonett!

Und danach?

Blieb eigentlich nur der Wechsel von der deutschen Rolleiflex zur japanischen zweiäugigen 6x6 Mamiya mit Wechselobjektivmöglicheit oder zur in Deutschland unbekannten TELE-KONIFLEX, die wenigstens ein Porträt-Teleobjektiv bot. Oder eben gleich der Griff zur einäugigen schwedischen 6x6 Hasselblad mit zahlreichen Wechselobjektiven.

Mehr nicht?

Doch! Vermutlich nicht nur der japanische Hersteller SUN bot für die kompatiblen zweiäugigen 6x6 Spiegelreflexkameras einen einfachen 1,5x Tele- sowie 0,7x Weitwinkelvorsatz. Immer als Doppelobjektiv! Ein einfacher gehaltenes Objektiv für die Sucheroptik der zweiäugigen SLR, ein sicher (hoffentlich besserer ;-) Vorsatz fürs Aufnahmeobjektiv. Problem: Mein vorhandener Televorsatz-Set war unkomplett oder besser fehlerhaft zusammengestellt. Die Sucheroptik ist O.K.. Als Aufnahmeoptik-Vorsatz wurde versehentlich (?) ein Vorsatz beigegeben, der eher für eine damalige Kleinbildsucherkamera mit festem Objektiv gedacht war … Zu sehen ist der Televorsatz hier.

Jetzt kam aber doch ein kompletter Weitwinkelvorsatz in den Bestand!

Man beachte die Preise! Ich erwarte von dem abgebildeten SUN-Weitwinkelvorsatz keine Wunder ;-) Aber SUN konnte immer sehr gute Festbrennweiten und Zooms für diverse Kleinbildspiegelreflexkameras bauen. Wovon ich zahlreiche Im Bestand habe!

Einziger "Nachteil" des Weitwinkelvorsatz' – das Feriengepäck wird größer ;-) Erweitert durch meine 6x6 AIRES Automat, die das kompatible Rolleiflex-Bajonett hat. Rollfilme habe ichnoch welche. Also wird im Sommerurlaub auch wieder ein bisschen analog fotografiert. Und vor Ort entwickelt und digitalisiert!

 


Ich seh' schwarz :-(

19. Mai 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

Screenshot von der Cambo Mega Vision T2 Digiback Software von 1994/97

"Gut Ding braucht Weile! Der Praxisbericht will wirklich erarbeitet werden!", war im Blogbeitrag zur merkwürdigen spiegellosen "Nikon" zu lesen. In der Tat!

Doch der Reihe nach

Es war kein Problem die Cambo T2 und den dazugehörigen Apple Powermac G3 in Betrieb zu nehmen, aber: Ich konnte an den T2-Software-Parametern einstellen, was ich wollte, Schaltflächen klicken wie ich wollte, es gab kein Liveview. Die T2 startete hörbar mit Laufgeräuschen, aber eben nur mit einem Beispielfoto einer Geige je nach Einstellung in Color oder SW oder mit einem schwarzen Liveview-Bild :-( Was tun?

Versiegelt, bitte nicht öffnen oder so ähnlich stand auf einem Aufkleber …

Daraufhin wurde die T2 nochmal ganz genau inspiziert und abgeklopft. Wie beim Arzt ;-)

Schnell war klar, dass das komplette Innenleben der T2 auf einer massiven Aluminiumplatte montiert ist. Geschützt, verschlossen von einem großen, dicht schließenden Aluminiumdeckel. Unschwer durch das Klopfen zu erhören! Gehalten, fixiert wird der Aludeckel nicht von Schrauben, sondern von zwei so genannten Hammerschlagnieten. Um das Öffnen eigentlich unmöglich zu machen, mindestens aber zu erschweren. Da ohnehin nichts mehr kaputtzumachen war, wurden die beiden Hammerschlagnieten einfach weggeschliffen. Da der Deckel noch zusätzlich irgendwie verklebt wirkte, wurde die Kante so vorsichtig wie möglich per Teppich-/Cuttermesser und Brenner behandelt. Mit etwas Hebelei war der Deckel schließlich abzuziehen.

Und der Fehler sofort offensichtlich!

Durch jahrelange Nichtbenutzung sind die Riemen von drei Motoren/Stelleinheiten so verhärtet, spröde geworden, dass sie bestenfalls rutschen oder wie im Fall dieser T2 beim Start einer der drei Stellmotoreinheiten – mir fällt kein besserer Begriff ein – sofort brechen – siehe Foto! Das erklärt dann auch die hörbaren Laufgeräusche der T2 bei Ansteuerung durch die Software, aber auch das schwarze Liveviewbild. Es kann keine Blende, kein Verschluss geöfnet werden!

Ein Austausch der kaputten Antriebsriemen ist aber relativ problemls möglich! Nach Ausmessen wurde ein Druchmesser von 1,7 mm ermittelt. Es gibt natürlich keine Riemen passender Länge aber Metermaterial von 2 mm Durchmesser, das auch passen sollte. Die Länge wird selbst ermittelt, und nach Zurechtschneiden werden die Enden einfach per Heißluftgebläse angeschmolzen und verschweißt.

Es geht also weiter mit der Cambo Mega Vision T2

Wenn jetzt nicht gerade der Sensor oder die Ausleseelektronik "im Eimer" ist. Dann habe ich Pech gehabt, bin aber noch voller Hoffnung!

Fortsetzung folgt!

 


Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk