G-A-S

10. September 2018, Ralf Jannke - Wissen

Eine (un)heilbare Krankheit?

G-A-S?

Ursprünglich Guitar-Aquisitation-Syndrome, heute Gear-Aquisitation-Syndrome. Zu Deutsch: Gitarren-Anhäufungs-Syndrom oder aktuell Ausrüstungs-Anhäufungs-Syndrom. Salopp gesagt: Ist deine Musik nicht gut, liegt es an der Gitarre, sind deine Fotos schlecht, liegt es an der Kamera… Statt sich sein eigenes (Nicht-)Können einzugestehen und umso mehr zu üben, wird es eben auf die Aufrüstung geschoben. Dieses menschliche Verhalten hat die Fotoindustrie nicht nur schamlos ausgenutzt, sondern auch noch nach Kräften befeuert.

Das von der Foto-/Kameraindustrie etwa zum Jahrtausendwechsel freigesetztes G-A-S-Virus konnte ohne wirksames Gegenmittel rund zwei Jahrzehnte grassieren. Es „zwang“ in dieser Zeit Fotograf*innen ständig neues Gerät zu kaufen. Und brav folgte der willige Konsument der Industrie bis hin zur Verschuldung. 

Konnte man das um das Jahr 2000 rum ja noch plausibel mit der ständigen Zunahme an Bildpunkten erklären, ist mittlerweile Stillstand erreicht. Als aktive(r) Fotograf*in kann ich mich aktuell entscheiden zwischen einer hochwertigen digitalen Spiegelreflexkamera oder einer spiegellosen Systemkamera. Bei Bedarf sogar mit 24 x 36 mm Vollformatsensor. Aber muss es immer die aktuellste Kamera sein? Das hätten die Hersteller natürlich gern.

Gegen das G-A-S – für mich noch viel passender besser "Geld-Ausgeb-Syndrom" – gibt es mehrere Therapien:

  1. Frust, Verkauf der kompletten Ausrüstung = Hobbyaufgabe, Fotos nur noch mit dem allgegenwärtigen Smartphone knipsen. Wurde massenhaft vollzogen, wenn man sich die Mengen an Gebrauchtkameras in eBay anschaut. Diese Aussteiger sind für die Fotoindustrie für immer verloren :-(
  2. Einfach die mal gerade ein paar Jahre alte DSLR/DSLM behalten und damit weiter fotografieren und trainieren, trainieren, train… Und bei Erfolg Neuvorstellungen erst kaufen, wenn sie sich zwei Jahre etabliert haben oder wenn vorhanden, den Vor-Vorgänger der gewünschten DSLR/DSLM erwerben.
  3. Oder bei fortgesetztem G-A-S die Ersatzdroge (ur)alte Digitalkamera konsumieren…

Ich habe mich für Lösung zwei und drei entschieden. Auch so habe ich dann ständig "neue" Kameras, ohne zu oft hohe vierstellige Euro-Summen in Fotoequipment zu investieren ;-) Für ein Zehntel, ja manchmal sogar ein Hundertstel der zwei-/drei-/viertausend Euro teuren Neuvorstellungen lässt sich unglaublich viel Spaß haben, Fotografierfreude regelrecht wiederentdecken. Hat bei mir, der vor Jahren die Canon EOS D30, D60, 10D, 20D, 30D und weiter Nikon D200, D300, D700 und so weiter und so weiter immer neu kaufte, hervorragend gewirkt. 

Canon hat seine 30 MP Vollformat DSLM EOS R vorgestellt, Nikon seine 24 und 45 MP Pendants Z6/Z7, Fuji seine X-T3. Ob Sony auf der Photokina dann mit der Alpha 7(R) Mark IV überrascht? Einem Gerücht nach soll auch Panasonic an einer Vollformat-DSLM arbeiten. Das Gerücht wird als „odd but possible“ – „skuril/merkwürdig aber möglich“ bezeichnet. 

Analoge 24x36 mm „Vollformat“ SLR von 1972

1972 soll die Olympus OM-1 mit 136 x 83 x 50 mm und 510 g die kleinste und leichteste SLR-Kamera der Welt gewesen sein.

In einem uralten Gerücht von 2016 ist die Rede von einer „Olympus Full-Frame Mirrorless Camera“. Nun ja, Olympus feiert 2019 sein 100-jähriges Bestehen. 

Beides wäre bei Olympus und Panasonic aber ein lang hinausgezögertes Eingestehen des Scheiterns des 4:3/micro/FourThirds-Formats. Nichts gegen die sehr guten Videofähigkeiten einer Panasonic Lumix DMC-GH5, die rund 2000 Euro kostet. Mit 20 MP ist der kleine 13x17 mm mFT Sensor offensichtlich ausgereizt. Auf 24 x 36 mm Vollformatsensorfläche hochgerechnet, wären das 78 Megapixel!

Mit der unlängst erworbenen 16 MP Vollformat-DSLR Nikon D4 und der ebenfalls 16 MP auflösenden Olympus DSLM OM-D E-M1 müsste ich mein persönliches G-A-S eigentlich auskuriert oder wenigstens in ein "G-A-S light" umgewandelt haben – hoffentlich ;-)


Und noch eine professionelle DSLM

06. September 2018, Ralf Jannke - Wissen

Fuji X-T3

Aller guten Dinge sind drei…

Nachdem Nikon und Canon ihre ersten Profi-DSLMs vorgestellt haben, präsentiert Fuji seine 26 Megapixel X-T3. Die hat zwar „nur“ einen 15x23 mm APS-C Sensor, aber einen hochinteressanten Startpreis.

Vollformat forever?

Mir ist es mittlerweile vollkommen egal, zu was ich da schon jetzt und in Zukunft aus meinem Systemkamera-Kanon greife! 13x17 mm micro/FourThirds, 15x23 mm APS-C, 19x27 mm APS-H (Canon EOS 1D; Kodak/Nikon F5/DCS 760c) oder eben 24x36 mm Vollformat. Historisch in der 13,5 MP Kodak DCS ProSLR/c von 2004 oder eben mit der (2018) sechs Jahre alten Nikon D800/D4.

Die X-T2 und der Nachfolger gefallen mir schon deshalb, weil der Autofokus dieser spiegellosen Systemkamera tatsächlich in der Lage ist, Basketball mit hoher Trefferquote exakt fokussierter Aufnahmen einzufangen. Im direkten Vergleich Canon EOS 1D MK IV und einem 2,8/70-200 mm Canon und der Fuji X-T2 mit einem 2,8/50-140 mm (75-200 mm @KB) waren bei der Fuji keine Schwächen festzustellen.

Die FUJIFILM X-T3 plus dem vergleichsweise lichtstarken FUJINON XF18-55mm F2.8-4 R LM OIS soll zum Start 1899 Euro kosten. Dafür gibt es bei Nikon und Canon als Vollformat-DSLM – NICHTS…

Alle Infos zur Fuji X-T3 hier:

https://www.digitalkamera.de/Meldung/Fujifilm_X-T3_mit_neuem_Sensor_und_neuem_Prozessor_vorgestellt/10987.aspx

https://www.photoscala.de/2018/09/06/fujifilm-stellt-x-t3-mit-26-megapixel-vor/


Canon hat heute sein neues spiegelloses 30 Megapixel Vollformat-System vorgestellt

05. September 2018, Ralf Jannke - Wissen

Die ewigen Drei…

… die seit Jahrzehnten den Profifotografenmarkt unter sich ausmachten. Zumindest die beiden Hersteller (in alphabetischer Reihenfolge) Canon, Nikon und (in meinen Augen) als ewiger dritter Minolta. Pardon Pentax und Olympus und...

Minolta?

Existiert als Kamerahersteller doch seit 2005 nicht mehr. Ja, aber seitdem lebt das Minolta A-Bajonett in Sony Spiegelreflexkameras weiter. Sonys erste DSLR Alpha 100 war/ist nichts anderes, als eine etwas rundere, höherauflösende KonicaMinolta Dynax 5D.

Sträflich lange haben Canon und Nikon dem Treiben Sonys tatenlos zugeschaut

Jetzt werden die Karten insofern neu gemischt, dass es um die Rangfolge im Lager der spiegellosen Kameras mit 24x36 mm Vollformatsensor geht, wobei Sony da einen gewissen Vorsprung hat, und Canon immerhin schon ein paar Erfahrungen mit seinen spiegellosen M-Modellen. Nikon stellte die Produktion seiner DSLM-Spielzeuge der 1-Serie mit viel zu kleinen 1" 13,2 x 8,8 mm Sensoren viel zu spät ein.

Von den Preisen sieht das aktuell (5. September 2018) erst mal so aus:

AKTUALISIERUNG/Preise laut Canon Deutschland:

  • EOS R Body – €2.499* – Verfügbar ab 9. Oktober 2018
  • EOS R Body + RF 24-105 – €3.499* – Verfügbar ab 9. Oktober 2018
  • RF 24-105mm f/4 L IS USM – €1.199* – Verfügbar ab 9. Oktober 2018
  • RF 28-70mm f/2 L USM – €3.249* – Verfügbar ab Dezember 2018
  • RF 50mm f/1.2 L USM – €2.499* – Verfügbar ab Ende Oktober 2018
  • RF 35mm f/1.8 Macro IS STM – €549* – Verfügbar ab Dezember 2018
  • Mount Adapter EF-EF-EOS R – €109* – Verfügbar ab 9. Oktober 2018
  • Control Ring Mount Adapter EF-EF-EOS R – €219* – Verfügbar ab 9. Oktober 2018 Drop-In Filter Mount Adapter EF-EF
  • EOS R (V-ND) – €449* – Verfügbar ab Februar 2019 Drop-In Filter Mount Adapter EF-EF-EOS R (C-PL) – €329* – Verfügbar ab Februar 2019

Nikon

  • Nikon Z6 (mit Objektivadapter), 24 MP 2450 Euro, Nikon Z7 (mit Objektivadapter), 45 MP 3850 Euro

Sony

  • Sony A 7 III 24 MP 2300 Euro, (Vorgänger A7 II 24 MP, 1200 Euro), Sony A 7R III 42 MP 3300 Euro, (Vorgänger Sony A 7R II 42 MP 2200 Euro)

Dafür, dass man bei Nikon mit einem riesigen Bajonettdurchmesser von 55 mm wirbt, irgendwann 2019 ein nur manuell zu fokussierendes 0,95/58 mm ankündigt, jetzt zum Start aber nur ein 4/24-70 mm anbietet, hat Canon von der Papierform zum Start die Nase vorn. Obwohl das Canon R-Bajonett „nur“ 54 mm Durchmesser hat, beeindruckt mich die Wahlmöglichkeit zwischen einem stabilisierten 4/24-105 IS mm oder einem superlichtstarken 2/28-70 mm mehr, als das, was Nikon da ankündigt. Es ist bei Nikon ein bisschen wie leicht abgewandelt Shakespeare: „Viel Lärm um (nichts) nicht so viel…“ Nicht zu übersehen ist aber auch, dass die 30 MP Canon R im Gegensatz zu Nikon und Sony keinen beweglichen Sensor hat, und stattdessen (vorerst?) weiter auf stabilisierte Objektive mit dem Zusatz „IS“ setzt. Selbstverständlich hat Canon auch gleich den Adapter zur Weiterverwendung der EOS DSLR-Objektive auf der DSLM!

Aber für alle Hersteller gilt die alte Fußballregel: „Was zählt ist auf’m Platz.“ 

Konkurrenz belebt das Geschäft! Schließlich ist da ja auch noch Fuji, wo es zu attraktiven Preisen einen kleineren 15x23 mm APS-C Sensor mit 24 Megapixel Auflösung in Form der XT2, XT20 und XT100 gibt und dazu die stabilisierten Zooms 2,8-4/18-55 und 3,5-4,8/55-200 mm. Für mehr Geld entsprechend mehr Kamera- und Objektiv-Ausstattung. Obwohl seit diesem Sommer in Form der 16 MP microFourThirds DSLM Olympus OM-D E-M10 hochgeschätzt, sehe ich das Viertelformat mit 13x17 mm Sensorgröße gegen den Rest der DSLM-Welt auf dem Abstellgleis.

Spätestens in einem Jahr wird sich zeigen, wie sich „der Markt“ nach Canons und Nikons ernsthaftem Einstieg in die Fotografie mit spiegellosen Systemkameras bewegt oder gar bereinigt hat.

Erste („leaked“) Bilder und Spezifikationen zur der Canon Vollformat DSLM EOS R

https://nikonrumors.com/2018/08/31/first-pictures-and-specs-of-the-canon-eos-r-full-frame-mirrorless-camera-leaked-online.aspx/#ixzz5PqN6usMI

Erste („leaked“) Bilder und Spezifikationen zu den Canon DSLM-Objektiven

https://photorumors.com/2018/08/31/the-new-canon-rf-full-frame-mirrorless-lenses-leaked-pictures/#ixzz5PqNHGEJn

Die finale Spezifikation des Canon DSLM R-Systems auf den einschlägigen Seiten: Digitalkamera.de, Photoscala.de, Dpreview.com usw.

Ich halte es jetzt erstmal mit dem Foren-Slang "Chips-und-Bier-hol" ;-) Meine Munition ist einstweilig und ganz bewusst für eine Vollformat DSLR Nikon D4 "verschossen". Vielleicht werden meine Karten 2020 neu gemischt…


Videobeweis 2.0

04. September 2018, Ralf Jannke - Wissen

"Er hat's geseh'n"…

… lautet der hämische Fangesang, wenn der Gegner beim Foulen vom Schiedsrichter auch erwischt und entsprechend bestraft wurde.

Seit der Fussball-WM ist die Videokontrolle, der Videobeweis umstrittener Spielszenen auch in der Fussball-Bundesliga angekommen. Durchaus nicht allseits beliebt. Beim Basketball wird schon seit längerem auf dem Monitor kontrolliert.

Jetzt kommt eine weitere Kontrollmöglichkeit dazu. Ob es je dazukommt, konnte mir keiner der Verantwortlichen sagen, aber es ist in der Erprobung. Die (beim Basketball) drei SchiedsrichterInnen trugen im Testversuch spezielle Brillen, die mit vergleichsweise Fisheye, also kurze Brennweite, extrem viel erfassen. Die nicht nur das komplette Spiel (vermutlich auf eine MicroSD-Karte) speichern, sondern auch die Augenbewegungen der SchiedsrichterInnen registrieren. 


Das große Aufräumen ;-)

03. September 2018, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln

Minolta DiMAGE A1…

… aufgenommen mit der zweiäugigen Doppelobjektiv-Kodak V570. Wie im Praxisbericht zur A1 angekündigt, wollte ich noch nachsehen, ob die Gegenlichtblende der Minolta Dimage 7 passt. Sieht etwas ungewöhnlich aus, aber passt!

Das aus Versehen einbelichtete Datum stellt den Startschuss fürs "Große Aufräumen" dar.

Dass "die Jugend" von heute einfach nicht die Zimmer aufräumen will…

Lange vor mir hergeschoben, ist es jetzt so weit. Der Traum, ein 20 m2 Zimmer mit Regalen und Vitrinen für die Exponte zu haben, wird immer ein Traum bleiben. Aber wenn der Großteil der Kameras schon in PE- und Alu-Boxen aufbewahrt werden muss, dann wenigstens mit System. Aber wenn ich gewusst hätte, auf was ich mich da einlasse…

Bei der ersten Schnelldurchsicht "fehlen" zahlreiche Kameras, dafür habe ich andere gefunden ;-)

Zum Beispiel die 5 Megapixel Kodak DUAL LENS V570 mit ihrem 23 mm Superweitwinkel-Objektiv und dem 39-117 mm Zoom. Viele dieser interessanten Kodak-Kameras funktionieren nicht mehr. Umso erfreuter war ich, dass die V570 nach Laden des Akkus, Einlegen desselben und einer SD-Speicherkarte nicht nur hochfuhr, sondern auch aufnimmt. Zum Beispiel die Minolta DiMAGE A1…


Infrarotfotografie mit Sony-Digitalkameras

30. August 2018, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

Sony DSC V-1, F707, F717, F828 Infrarot Hack: Infrarotfotografie für experimentierfreudige Leser

Erst durch einen Kommentar zur Sony DSC F707 aufmerksam geworden, können die oben beschriebenen Sony Cyber-shot Modelle mit Hilfe eines kleinen Magneten und einem Infrarotfilter ohne komplizierte Eingriffe infrarotfähig gemacht werden. Man lernt nie aus!

Welche Art von Fotos da rauskommen, zeigen die Praxisberichte zur Nikon Coolpix 700 und Coolpix 900

Quellen zur Infrarotfotografie mit Sony Digitalkameras

Sony F828 Infrarot Hack

Sony DSC-V1 infrared magnet hack

Youtube-Videos

Sony Cybershot F828 Magnet Infrared Hack in 2 seconds!

How to Capture Infrared Photos with a Magnet! and the Sony DSC F717 F707 F828

In den Beiträgen nicht genannt, muss das Ganze auch mit der Sony DSC-V3 funktionieren!

Auch wenn bei meiner DSC F828 das Filtergewinde gebrochen ist, könnte es möglich sein, einen IR-Filter zu montieren. Mehr dazu 2019…


Geht doch! Sony Cyber-shot DSC F828

29. August 2018, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

Lange gesucht und dann endlich zum genehmen Preis gefunden!

„Besonders die Sony-Modelle DSC-F828 und DSC-R1 (…) haben es mir angetan – wenn der Preis stimmt“, war da in einem Blogbeitrag zu lesen. 

Und der Preis stimmte bei der für 475 Kronen (ca. 46 Euro) inkl. Porto im schwedischen eBay-Ableger „Tradera“ erworbenen DSC-F828. Mit Rückgaberecht!

Die DSC-F828 ist runtergefallen – unschwer am gerissenen Filtergewindering zu erkennen – und auch sonst sichtlich gebraucht. Ich habe Angst, dass mir die beiden Gehäusehälften auseinanderfallen… Da muss ich zu Hause Hand anlegen, sprich den Uhrmacherschraubendreher aktivieren. Aber alle Funktionen und die schnell aufgenommenen Testfotos sind einwandfrei! Zum Glück steckt in der F828 der gleiche Sony-Akku wie in der F707. Also habe ich vom Rückgaberecht keinen Gebrauch gemacht!

Für einen ausführlichen Bericht dieser 2003 vorgestellten 8 Megapixelkamera mit dem besonderen CCD-Sensor mit Vierfarb-Mosaik und den erweiterten Möglichkeiten (Speicherung im Rohdatenformat, zusätzlich zum unvermeidlichen Sony Memory-Stick-Speicherkarteneinschub ENDLICH noch ein Fach für CompactFlash-Karten!) werde ich mir noch Zeit lassen, davor sind noch andere ebenfalls interessante Digitalkameras dran.

"Repariert"

Zwischenstand

Die "Reparatur" der wackelnden F828 Gehäusehälften erwies sich als überraschend simpel. Ich hatte befürchtet, die Sony halb zerlegen zu müssen, um entsprechende Schrauben/Muttern wieder festzuziehen. Tatsächlich genügte die Abnahme eines Teils, um an zwei lose Schrauben zu kommen und diese wieder festzuziehen. Das war schon alles. Sollten die besagten zwei Schrauben sich mit der Zeit wieder lösen, wird mit Schraubensicherung gearbeitet!

Praxistest

Nach der Sony Cyber-shot DSC F-707 in diesem Sommer kommt diesen Herbst die ebenfalls 8 MP auflösende Nikon Coolpix 8400 darn. Ggf. wartet die F828 bis 2019, um im digicammuseum.de auch Zukunft interessante Praxisberichte bieten zu können.

Der schicke Riemen musste sein! Das ist nicht Retro, der Riemen ist echt – aus den gefühlt 1970er Jahren. In diesem Fall habe ich auch nichts gegen einen so auffälligen Kameragurt. Könnte unterwegs für gewünschte Diskussionen sorgen…


Nikons neue spiegellose Vollformat DSLMs Z6 und Z7

23. August 2018, Ralf Jannke - Wissen

Nikons großer Wurf im 101. Jahr der Firmengeschichte

Nach fast 60 Jahren Nikon F Bajonett, das 1959 mit der Spiegelreflexkamera Nikon F das Licht der Welt erblickte, kommen 2018 Nikons erste professionellen DSLMs Z6 (24 MP) und Z7 (45 MP) mit zunächst drei Objektiven 1,8/35 mm, 1,8/50 mm und 4/24-70 mm mit dem neuen Nikon-Bajonett. Zur Weiterverwendung vorhandener Objektive mit Nikon F-Bajonett gibt es einen entsprechenden Adapter FTZ. Alle Einzelheiten Daten auf den einschlägigen Seiten, zum Beispiel photoscala.de, digitalkamera.de oder dpreview.com und nikonrumors.com.

Es war wirklich "höchste Eisenbahn", dass Nikon den Weg in die vermeintliche Zukunft – spiegellose Systemkamera, kurz DSLM – gefunden hat

Mit den geforderten Preisen bewegt man sich im Sony DSLM-Niveau.

Die 45 MP Nikon Z7 soll mit dem FTZ Bajonettadapter: 3849 Euro kosten. Die Z7 zusammen mit dem 4/24-70 mm S 4299 Euro, und Z7 plus 24-70 Zoom und FTZ Bajonettadapter 4449 Euro.

Stolze Preise, wenn man vergleicht, dass die gleichauflösende 45 MP Sony A 7R II zusammen mit einem 4/24-70 mm Sony/Zeiss für 3055 Euro neu angeboten wird!

Für die ab November verfügbare 24 MP Nikon Z6 werden diese Preise genannt: Die Nikon Z6 soll mit dem FTZ Bajonettadapter: 2449 Euro kosten. Z6 plus 4/24-70 mm S 2899 Euro und die Kombination Z6 plus 24-70 Zoom plus FTZ Bajonettadapter 3049 Euro.

Für Objektive und den FTZ Bajoenttadapter werden diese Preise gelistet:

  • 4/24-70 mm S: 1099 Euro
  • 1,8/35 mm S: 949 Euro
  • 1,8/50 mm S: 679 Euro
  • Bajonettadapter FTZ: 299 Euro

Für mich käme dank vorhandener 36 MP Vollformat Nikon D800 DSLR "nur" die Z6 mit dem FTZ Bajonettadapter in Frage. In frühestens zwei Jahren, wenn die Straßenpreise/Grauimporte die 2000 Euro unterschreiten und eventuelle Kinderkrankheiten nach ein paar Firmwareupdates kuriert sind. Bis dahin nimmt eine gebrauchte 16 MP Vollformat Nikon D4 ihren Dienst auf, die rund die Hälfte des aktuellen Nikon Z6 plus FTZ-Adapter gekostet hat. Als "Early Adopter" und "Hardware Beta-Tester" stelle ich mich nicht (mehr) zur Verfügung wie bei zu vielen Nikons in der Vergangenheit. 

Ein guter Bekannter ist schon vor Monaten mit einer 24 MP Vollformat Sony A7 II zusammen mit dem 3,5-5,6/28-70 mm in die Fotografie mit spiegellosen Kameras eingestiegen und vollkommen glücklich. Preis der (gebraucht/fast neu gekauften) Kombination: rund 1300 Euro. Bei ihm war es insofern auch kein Problem, da er keine Nikon Ausrüstung hat…

Und Spiegellos?

Noch rund zwei Jahre so…

Sicher keine Premiumobjektive, die beiden Nikon-Objektive, die da auf die 16 MP mFT Olympus OM-D E-M10 und 14 MP (APS-C 15x23 mm Sensor) Samsung NX11 adaptiert sind, aber der Spaß ist garantiert! Das sehr gute 1,8/50 mm Nikon Serie E kam für 5 Euro vom Flohmarkt, das betagte 3,5/20 mm UD, Nikons erstes Retrofokus Superweitwinkel, kam für 70 Euro aus eBay.

Nach einem tollen Fotosommer mit der Olympus OM-D E-M10 (Bericht ist noch in Arbeit) und der Samsung NX11 wird sich der Bereich Fotografie mit spiegellosen Systemkameras bei mir die nächsten zwei Jahre auf bezahlbare DSLMs beschränken. Die adaptieren zu Spottpreisen fast alles. Natürlich ohne AF, was das Vergnügen der Motivjagd kein bisschen schmälert.

Eine letzte Bemerkung zu den neuen Nikon DSLMs: Was soll/muss die Nikon Z6/Z7 können?

Sollen Z6/Z7 langfristig die digitalen Spiegelreflexkameras der Nikon D3/4/5 Reihe ersetzen, müssen sie auch die überragenden High-ISO- und besonders die Autofokusfähigkeiten der Nikon Premium Klasse mitbringen. Für schnell und unvorhersehbar bewegte Motive in der Reportage- und Sportfotografie auch bei ganz wenig Licht. Mindestens muss die Z6/Z7 aber so gut sein wie die DX Nikon D500 und die Vollformat-DSLRs D810/850! Was die nächsten Monate zeigen werden, zeigen müssen.

Der Größenvorteil nicht nur der Nikon Z6/Z7 DSLM wird durch die notwendigen Abmessungen der Vollformat-Objektive teilweise aufgefressen. Eigentlich kann die Lösung nur lauten etwas weniger Lichtstärke. So verwendet eine mir bekannte Sportfotografin aus Gewichts- und Abmessungsgründen "nur" noch das 4/70-200 mm und 4/300 mm VR Nikkor auf ihrer D5. Das 4/24-70 mm Z-Nikkor zur neuen Nikon DSLM und das AF-S NIKKOR 500mm f/5.6E PF ED weisen in die richtige Richtung!

Die (Nikon) Zukunft wird insofern spannend, ob und wie viele Nikon Spiegelreflexkameras es noch geben wird. Kommt noch eine D5s oder D6? So wie seinerzeit die 12 MP Vollformat D700 der ebenfalls 12 MP auflösenden D3 das Leben schwermachte, soll aktuell die 45 MP Nikon D850 der 20 MP D5 arg zusetzen. Wie weit mischen Nikons DSLMs die eigenen DSLRs auf? Egal was passiert, so ist Nikon für die Zukunft gerüstet. Was letztlich noch fehlt, das ist eine Einsteiger DSLM in deutlich niedrigerem  Preisniveau als die Z6...

Gratulation an Nikon, aber der spiegellose Nikon-Fortschritt muss noch ein paar Jahre ohne mich stattfinden. Und auch nur dann wenn der Z-Autofokus auf D810/850-Niveau arbeitet.

Ralf Jannke, August 2018

PS.: Große Überraschung – erstmals nach vielen Jahren hat Nikon in einer Sache wieder die Nase vorn. Eine der Z6/Z7 adäquate DLSM hat der große Konkurrent Canon noch nicht im Angebot!


Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk