Nur ein Fragment … Aber steht Nikon drauf ;-)

26. Juni 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln

Kein Ruhmesblatt

Steht Nikon drauf? Nikkorex!

Als Nikkorex wurden zur Unterscheidung von den "richtigen" Nikon Spiegelreflexkameras die für Nikon im Auftrag fremdgefertigten (OEM) Kameras bezeichnet.

Die mit Ausnahme der Nikkorex F keinen besonders guten Ruf hatten, weil die Qualität einfach nicht Nikon-like war. Neben den SLRs gab es auch Filmkameras für den damals üblichen Normal8-Schmalfilm. Darunter diese Nikkorex 8F.

Oben links abgebildet ist die 1963 bis 1964 produzierte NIKKOREX ZOOM35. Die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt mit einem fest eingebauten 43-86 mm Nikkor Zoom! Mein Exemplar ist defekt – da geht nichts.

In den 1960er Jahren als eine der dünnstes Schmalfilmkamera beworben, habe ich dieses unvollständige, wahrscheinlich kaputtgebastelte (?) Exemplar für wenig Geld erworben. Was für mich als kritischer Nikon-Fan aber immer noch ein willkommenes Demo-Objekt für die (Analog-)Sammlung ist.

Wesentlich besser verarbeitet und noch funktionierend die unten rechts abgebildete Nikkorex F, die von 1962 bis 1966 gebaut wurde und das Nikon F-Bajonett zur Verwendung fast aller Nikon F-Objektive besaß.

Die Bedienungsanleitung der sehr ähnlichen Nikkorex 8 schreibt: "Flattest Type cine-camera ever produced. So flat and compact that you can carry it in your pocket just like a booklet. Its unique design permits easiest and correct shooting in all conditions." Die flachste Filmkamera, die je produziert wurde. So flach und kompakt, dass Sie die Kamera wie ein Heft in der Tasche tragen können. Ihr einzigartiges Design ermöglicht einfachstes und korrektes Filmen unter allen Bedingungen. "Fully automatic electric eye" für die automatische Belichtung, "Fixed focus Nikkor lens" für Entfernungen zwischen 1 m und Unendlich.

Nikkorex 8F

Wofür steht das "F"?

Wahrscheinlich für F-lex, Reflex-Sucher. Der den einfachen Rahmensucher der Nikkorex 8 ersetzte. Das werde ich in wenigen Tagen sehen …


Sigma XQ 1:3,5/200 mm

23. Juni 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Bis auf letzte Digitalkamera-Reste bin ich mit der (meiner) Digitalkamera-Historie ja weitgehend durch. Und was Neukäufe angeht, gibt es bei Nikon derzeit nichts, was mich vom Hocker haut oder bezahlbar ist. Geldreserven, die für unvorhergesehene Reparaturen an Haus, Inventar, Auto oder Gesundheit — Zahnärzte sind teuer — beiseite gelegt sind, würde ich nie für eine Z9 verballern! Objektive sind vom Altglas bis zur modernen Festbrennweite und zum gewünschten Zoom alles da.

Bei interessantem Altglas sage ich aber weiterhin nicht nein! Wenn die Kosten im "Taschengeld"-Rahmen bleiben.

Nach dem interessanten SIGMA FILTERMATC MULTI-COATED 1:2.8 f=28mm und dem SIGMA MULTI-COATED 1:2.8 f=135mm PANTEL gab es für umgerechnet 35 Euro jetzt noch eine Sigma-Spezialität, ein Sigma XQ 1:3,5/200 mm. 

Ein lichtstarkes 200er mit einer Besonderheit. Ich kenne jedenfalls kein Objektiv, das mit zwei Entfernungseinstellringen unterschiedlicher Steigung ausgestattet ist. Olypedia.de hat dem Sigma XQ eine ausführliche Beschreibung gegönnt!

Ich bin sehr gespannt auf das Sigma-Tele!

 


Panasonic

20. Juni 2022, Ralf Jannke - Wissen

PHOTONEWS berichtete:

"LUMIX Festival für jungen Bildjournalismus findet vorerst keine Fortsetzung"

"Mit großem Bedauern müssen die Veranstalter*innen des Festivals nun mitteilen, dass das LUMIX Festival für jungen Bildjournalismus, vorerst keine Fortsetzung finden kann, da sich der Namensgeber und Hauptsponsor Panasonic nach fast 15 gemeinsamen Jahren leider zurückzuziehen muss.  Insbesondere die ungünstigen Marktverhältnisse – unter anderem mit einer mehr als zwei Jahre andauernden globalen Pandemie, kontinuierlich steigenden Kosten für Rohstoffe,  Energie, Logistik und einer die Verbraucherinnen und Verbraucher zum Sparen animierenden Inflation – machen langfristige Planungen unglaublich schwer."

Noch nie so ehrlich von einem namhaften Hersteller mit langer Geschichte gelesen! Ein erstes Anzeichen für weiteren Panasonic-Rückzug?

Ich bin, was Video angeht ein ziemliches "Greenhorn". Die letzten mFT-Panasonic Modelle GH5 und GH6 sollen immer noch sehr gut im Video-Geschäft sein. Was mich an diesen Modellen aber immer störte: Mit zunehmender Modellnummer wurde die Panasonic GH-Reihe immer größer. Wenn ich an meine Sommer 2017 ausgiebig genutzte GH1 zurückdenke. Aber GH5 und GH6: Zu groß für eine microFourThirds-DSLM. Und was mFT betrifft: Irgendwie bin ich da mit Olympus glücklicher …

Und Panasonic Vollformat DSLMs? Ich sehe die eher in einem Mauerblümchendasein. Im Schatten von Sony, Canon und Nikon. Die alle kämpfen müssen, Sony vermutlich am wenigsten. Mal sehen, was die Zukunft für Panasonic bringt …


KonicaMinolta X — Aber welche?

17. Juni 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

KonicaMinolta Dimage X1

Eigentlich gehört diese Art Digitalkamera ja in die schon lange von mir geschmähte „Chrom-Zigaretten-Etui-Klasse“. Aber für 5 Euro und bei der schönen Farbe habe ich eine Ausnahme gemacht. Ob diese KonicaMinolta noch funktioniert, kann angezweifelt werden, wenn man sich besonders den Zustand der Rückseite ansieht. Aber wer weiß …

Der Blogg-Titel war meiner ersten Faulheit geschuldet ;-)

Mit Hilfer der ältestens deutsch Seite über digitale Kameras, digitale Fotografie Digitalkamera.de war die Kamera schnell als KonicaMinolta X1 identifiziert. Vorgestellt 2005. Also aus dem Zeitraum, in dem Minoltas Rettungsversuch durch Fusion mit Konica 2003 versucht wurde. 2006 stellte KonicaMinolta schließlich die Produktion von Kameras und Objektiven ein, Sony übernahm. Ironie der Geschichte: Als (aus meiner Sicht) jahrzehntelang ewiger Dritter hinter Nikon und Canon, ist der von Sony übernommene Hersteller Minolta heute die sehr wahrscheinliche Nummer Eins …

Wimmelbild?

Über etliche dieser Minoltas, KonicaMinoltas der X-Reihe mit so genannter Periskop-Optik haben wir in mehreren Praxisberichten geschrieben:

Wenn die mir tatsächlich noch fehlende KonicaMinolta Dimage X1 noch funktioniert, gibt es im Juli ein paar Beispielfotos …

 


Zwischenruf

14. Juni 2022, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

APS-C ist tot …

Tatsächlich? Bei mir nicht! Zum Einstieg in die spiegellose Nikon DSLM-Welt hatte ich mir trotz sehr guter Erfahrungen mit unterschiedlichen Fuji X-E- und X-Txx-Modellen 2020 die Nikon Z50 gegönnt. Samt FTZ-Adapter und zum Start dem "schwimmfähigen" – sehr viel Kunststoffeinsatz – Nikon DX VR AF-P NIKKOR 10-20mm 1:4.5-5.6. Wobei dieses Superweitwinkelzoom für Nikon-Verhältnisse ein geradezu unverschämt gutes Preis-/Leistunsverhältnis hat! Dazu das einfach nur gute NIKKOR Z DX 50-250mm 1:4.5-6.3 VR. Zum Vergleich noch meine letzte semiprofessionelle und von einer unbekannten Zahl Vorbesitzer eingesetzte Nikon DSLR mit APS-C Sensor. Sie hat über 200.000 Auslösungen auf der Uhr: Nikon D300.

APS-C ist also tot, wurde vom einen oder anderen Experten gerne mehrfach glauben gemacht. Und es stimmt sogar, wenn die kleineren 15 x 23 mm APS-C Sensoren (Cropfaktor 1,5/1,6), die in einer digitalen Spiegelreflexkamera stecken, gemeint sind. Aktuell hat Nikon nach der D500 auch seine D3xxx und D5xxx Halbformat DSLR-Serie eingestellt. Richtig so! Die D7xxx Serie dürfte folgen ...

Was die Digitalkamerasammlung angeht, ist die mit APS-C Sensor (speziell) Nikon DSLRs bestens bestückt. Einen guten Querschnitt zeigte der Praxisbericht des Di II TAMRON 18-270mmF/3.5-6.3 Piezo Drive VC, das nacheinander auf Nikon D50 (2005), der D300 (2007) — meine definitiv letzte DSLR — und D3000 (2009) ausprobiert wurde.

Bei Canon wird es hinsichtlich APS-C DSLRs vermutlich kaum anders aussehen. Die CaNikon Vollformat Flaggschiffe EOS 1X MK III und D6 werden sehr sicher die letzten digitalen SLRs sein. Sony ist da schon lange raus. Dass der Weg für CaNikon nach Spiegellos vorgezeichnet ist, sieht man an den fallenden Gebrauchtpreisen beispielsweise für die Nikon D4 und D5 und den Canon EOS 1D-Modellen

Stattdessen feiert APS-C als Sensor eine regelrechte Wiederauferstehung!

Nikon Rumors vertritt die Auffassung, dass "Einsteiger"-Vollformat DSLMs an Attraktivität verlieren. Wobei mir spontan da nur die Nikon Z5 einfällt. Wenn Nikon-Vollformat, dann auch Vollgas ;-) Und das heißt eben Z6 II, Z7 II und Z9. Was kostet ...

Vorreiter in "APS-C neu" spiegellos und Vollformat-Bajonett war Canon Ende Mai mit zwei hochinteressanten Systemkameras:

Fuji hat immer am kleinen APS-C Sensor festgehalten! Um ebenfalls Ende Mai die ebenso hochprofessionelle wie extrem schnelle X-H2S zu präsentieren.

Hochwillkommener 1,5-fach "Telekonverter" durch den kleinen 15 x 23 mm APS-C Sensor mit Cropformat oder scheinbarer Brennweitenverlängerung Faktor 1,5. SIGMA 100-400mm F5-6,3 DG OS HSM mit Nikon TC-17E II auf der Nikon Z50. Macht 1020 mm Supertelebrennweite!

Nikon scheint es — wie gefühlt immer und unentschuldbar zu spät gemerkt zu haben. Statt alles Entwicklungspotential in die "nur" verbesserten Nachfolger Z6 II, Z7 II und das Flaggschiff Z9 zu stecken, langte es im wieder attraktiven APS-C Bereich bis jetzt nur zur einer albernen "Retro Z50", genannt Z fc von 2021. Für mich nicht mehr als ein durchaus schickes und gut funktionierendes, aber genauso überflüssiges Spielzeug, wie das DSLR-Pendant Nikon Df.

Nikon Rumors "rumort" derzeit über eine Z30 noch in diesem Juni. Illustriert mit uralten Studien einer "Z1" und einer E-Sucher-losen "Z"-Zeichnung.

Und? Da bin ich schon in den Ferien. Abgesehen davon würde ich nicht mit einer Erstserie in den Urlaub ziehen und schon gar nicht mit einer APS-C DSLM, die unter meiner Z50 angesiedelt ist. Und der "Gefahr", dass die "Z30" keinen E-Sucher hat. Das könnte man beim Betrachten mancher Z-Mockups befürchten. Den fehlenden E-Sucher akzeptiere ich nur bei meiner immer noch geliebten Fuji X-E2. Die hat zwar einen E-Sucher, aber der ist kaputt …

Es ist eher unwahrscheinlich, dass eine "Z30" schon von der Nummerierung her technisch über der Z50 liegt.

Was erwarte ich von Nikon?

Leider hat die EOS R7 das "falsche" Bajonett ;-) Aber ich erwarte eine dieser Canon absolut ebenbürtige "Z70", wie immer die Nikon heißen wird. Zum vergleichbaren Preis! Hoffentlich war das in Nikon Rumors nur eine sehr gute Photoshop-Arbeit, die neben den "Z1-/Z30"-Mockups, die da auch auftauchte – eine Z fc "black". Das wäre dann Wandeln auf Leica-Pfaden…

Sollte es wirklich eine "Z70" geben, werde ich in Ruhe die Vorstellung und den Jahreswechsel oder gar bis Frühjahr 2023 warten. "Zur Not" käme immer noch eine gebrauchte Nikon Z6 II vom Profi-Anbieter mit Rückgaberecht in Frage.

Ich bin Sommer 2020 gerne zurück zu Nikon. Mit der Nikon Z50! Und ich setze sie sehr gerne ein! Auch jetzt und nicht nur im Sommer 2022. Angesichts Sonys Präsenz von Anfang an – die 24 MP Sony Alpha 7 kam 2013, fünf jahre vor CaNikons spiegellosen Vollformatern – und Nikons Modellpolitik, wo aktuell nur hochpreisige Profi- oder überteuerte Einsteiger-Gerätschaften präsentiert werden, ist so viel Markentreue eigentlich unverständlich …

 


Hurra – Mein zweites Leitz-, Leica-Objektiv ;-)

11. Juni 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

LEITZ CANADA TELYT 1:4,8/280

Nach dem Ernst Leitz Wetzlar Hektor 13,5 cm 1:4,5 von 1937 jetzt ein LEITZ CANADA TELYT 1:4,8/280. Das ist genau der Zustand, den ich liebe ;-) Furchtbar – das Objektiv wurde ja intensiv benutzt, es ist gebraucht ;-) Garant, dass das kein Leicianer anfasst oder gar kauft! Rund 70 Euro war mir das Tele wert. Es ist laut Beschreibung ein M39 Schraubobjektiv, das zur Verwendung an der Leica Messsucherkamera M einen Spiegelkasten „Visoflex“ (*) benötigte. Der machte die M-Leica dann zur Spiegelreflexkamera.

Bei mir kommt das Telyt auf die spiegellose 24 MP Vollformat Nikon Z6. Der benötigte M39-/Nikon Z-Bajonett Adapter ist vorhanden. Wie weit das von den Entfernungseinstellungen (Unendlich!) dann hinhaut, kann ich erst vor Ort im Norden feststellen. Für alle Fälle habe ich noch einen Satz M39 Zwischenringe im „Expeditionsgepäck“. Man wird sehen. Praxisbericht im Juli.

Alternativ müsste noch der Leica-Zwischenring OUBIO funktionieren. Der adaptiert das Visoflex 39er Gewinde auf Leica M-Bajonett und dann müsste ein zusätzlich dazuzukaufender Leica M-/Nikon Z-Adapter auch unendlich machen … Kosten zusammen in Höhe des Tellyt-Preis'. Das kommt eher nicht in Frage, ich probiere erst mit den vorhandenen Bordmitteln!

Unser Mit-Autor Christian Zahn schreibt dazu:

Laut https://www.l-camera-forum.com/topic/120558-auflagema%C3%9F-visoflex-i-oder-ii-und-iii/ soll ein Visoflex 40mm dick sein, dann müßte Dein M39-Zwischenring ebenfalls 40mm haben, um Unendlich korrekt einstellen zu können.

(*) Zum Visoflex

Ich habe einen Visoflex II in die Aufnahme montiert. Foto © Sebastian Stabinger, Quelle Das Kleingedruckte dazu: Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 3.0 nicht portiert“ lizenziert. Dieses Werk darf von dir verbreitet werden, vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, neu zusammengestellt werden, abgewandelt und bearbeitet werden. Zu den folgenden Bedingungen: Namensnennung – Du musst angemessene Urheber- und Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade dich oder deine Nutzung besonders.


Und noch'n Normalobjektiv ;-)

07. Juni 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Eigentlich bin ich mit langweiligen (?) …

… Normalobjektiven ja überversorgt – wenn ich in die Minolta-Kiste schaue. Aber das lichtstarke 1,4/58 mm Minolta wollte ich mir für 50 Euro dann doch nicht entgehen lassen. Zumal das 58er gewöhnlich deutlich höher gehandelt wird. 

Und dann mal selbst nachschauen, ob die aufwändiger konstruierten, lichtstärkeren Normalobjektive angeblich/tatsächlich besser sind, als ihre preiswerter zu fertigenden f/2 bis f/1,7 Geschwister. Beispielfotos im Juli. Auch mit 3x-Telekonverter! 


1200 mm Brennweite aus der Hand

04. Juni 2022, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

Es ist nicht die letzte Premiumschärfe, aber für aus der Hand!

Irre, was heute geht. 100-400 mm Sigma mit TC-20E (I), adaptiert per FTZ auf die spiegellose Nikon Z50 bei 400 mm Brennweite: Macht zusammen 400 x 2 x 1,5 = 1200 mm Brennweite mit Licht-„Stärke“ f/12,6. Der Autofokus der Z50 schafft das! O.K., es bewegte sich nichts … Auto-ISO 2500, Offenblende, 1/800 s.

PS.: Der hier eingesetzte Nikon TC-20E (I) wird meine letze Reserve bleiben. Der ebenfalls vorhandene TC-17E II hat eine höhere Abbildungsqualität. Aber sooo schlecht, wie es wohl aus Verkaufstaktik gemacht wird, ist der erste Nikon TC-20E nun auch wieder nicht. Ich hatte ihn vergeblich zum 80 Euro Kampfpreis in eBay. Gut, dass ihn keiner wollte! Der bleibt jetzt fest im Bestand!


TOPCON RE-2, meine schönste japanische Analog-Spiegelreflexkamera?

01. Juni 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln

Eine Analog-SLR, die ich unbedingt noch in der Sammlung haben wollte! Im letzten Sommer vor Corona wurde hier die Geschichte des japanischen Herstellers Topcon anhand des Modells IC-1 AUTO erzählt.

Darin war unter anderem zu lesen:

  • "TOPCON (T-okyo OP-tikal CO-mpany N-ippon) ist eine 1932 gegründete Firma, die heute zu den Weltmarktführern im Bereich der Herstellung von geodätischen Messinstrumenten gehört. Kameras baute Topcon von 1937 bis 1981."
  • "Nach umfangreichen Tests gab die US Navy der Topcon den Vorzug vor der etablierten Nikon F! Der Objektivanschluss der RE Super/2 und Super DM ist mit dem Exakta-Innenbajonett kompatibel."
  • Trotz des Topcon-Erfolgs bei der US-Navy wurde später Nikon die Nummer Eins in den USA, weil der US Nikon-Importeur die Chance für hochwertige japanische Kameras besser erkannt, genutzt und das Ganze so gepusht hatte, dass Nikon vorne war.
  • Und weiter: "Was dort (oben) an Topcons abgebildet ist, hat je nach Modell Sammelstatus! Sammelstatus ist gleichbedeutend mit Hochpreisen. So wird eine TOPCON SUPER DM inkl. 1.8/50 Topcor Objektiv schon mal für über 500 Euro angeboten. Oder ein Topcon Super DM Gehäuse für knapp 200 Euro. Die klassische TOPCON R plus 1.8/58 5,8 cm für 380 Euro. Eine BESELER TOPCON RE SUPER mit 1.4/58 RE TOPCOR und Lichtschacht aus US Navy Beständen kommt auf knapp 500 Euro."

Aber diese TOPCON RE-2 (ohne Objektiv) für umgerechnet 49 Euro habe ich mir dann nicht entgehen lassen!

Ein bisschen mehr darüber im Juli. Bis dahin etwas Lesestoff:

Auf Butkus ist Verlass, wenn es um Bedienungsanleitungen längst vergangener Kameras geht. Hier liegt die Anleitung zur TOPCON RE-2, die ich sofort runtergeladen habe!


Flohmarktsaison 2022 eröffnet

26. Mai 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

"Beute"

Von links nach rechts: Minolta Dimage 7i, Panasonic Lumix DMC-LZ3, Casio QV-2900UX und Casio Exilim Pro EX-P700

Zuhause natürlich festgestellt, dass ich die Minolta und die Casio QV-2900UX schon habe. Die beiden Kameras sind bereits eingepackt und an unseren Mitstreiter Christian Zahn gegangen.

Der die Minolta 7i gleich ausprobiert hat!

Der Ur-Praxisbericht Minolta Dimage 7i

Praxisbericht Casio QV-2900UX

Die Panasonic funktioniert! Freundlicherweise stecketen auf der 512 MB SD-Karte etliche Bildchen, denen ich noch ein eigenes Bild aus unserem Garten hinzugefügt habe:

Die Bilder zeigen wirklich eindrucksvoll, warum diese Kameraklasse vollkommen zu Recht ausgestorben ist! Alles hätte man problemlos mit den Smartphone knipsen können …

Technische Daten der 2004 vorgestellten 3 Megapixel Panasonic Lumix DMC-FZ3

Nur der Casio Exilim Pro EX-P700 werde ich einen kleinen Bericht widmen, obwohl ich sie schon ausführlich vorgestellt habe. Bei meinem ersten Exemplar ist der Monitor vermutlich duch einen stumpfen Schlag auf die Fläche gesplittert, und die Schicht hat sich abgelöst. Er und damit die Kamera ist unbenutzbar geworden. Daher habe ich noch ein zweites Exemplar dieser etwas interessanteren 7 Megapixel Digitalkamera erworben. Ich habe es der Flohmarkt-"Beute" einfach dazugestellt. Diese Casio kam aus Schweden …

 


Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk