Happy Faking – Fröhliches Fälschen …

14. Juni 2023, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

KI – Künstliche Intelligenz  gegen "MV“ – Menschliches Vorstellungsvermögen

Der in der Toskana lebende Gartenbauer, Landwirt, Fotograf, Western-Pferde- und Bengalkatzenzüchter Andreas Krappweis hat neben unzähligen großartigen Fotos seiner Wahlheimat zur Dokumentation unlängst ein schnell hingeknipstes Smartphonebildchen einer typischen Toskana-Perspektive – das linke Ausgangsfoto – gepostet, was mich herausforderte. Sprich, was kann ich aus so einem kraftlosen, flauen Bildchen rausholen?

Also habe ich es kurzerhand aus Facebook geklau… – äh runtergeladen –, um zu probieren, was ohne PC nur auf Smartphone oder Tablet geht. Um von Andreas nicht beschimpft zu werden, sondern die Bestätigung zu bekommen, dass ich mit meiner sicher übertriebenen Schieberei an den Photoshop Express Reglern – das mittlere Foto – gar nicht so weit neben der Realität lag. Er hatte ein Foto bei viel, viel besserem Licht und fast identischer Position/Perspektive gepostet – rechtes Foto.

Aber wozu das Ganze?

Photoshop Express für unterwegs. Auf Smartphone oder Tablet

Ich möchte damit keine 100 Fotos bearbeiten müssen, aber die Möglichkeiten sind professionell. Adobe Photoshop eben! Viele Smartphone- der Tablet-Fotos sind fast perfekt. Aber nicht immer – siehe oben! Der noch gößere Nutzen ist für mich die Möglichkeit Bilder aus WiFi-fähigen Kameras nach der Überführung auf Tablet nachbearbeiten zu können!

Zu "Wozu das Ganze"

Es bestätigte meine Philosophie. Schon öfter geschrieben, dass man laut Regel die Kamera im Sommer zwischen 10.00 und 16.00 Uhr eigentlich weglegen könne. Das nützt mir aber alles nichts, wenn ich im Urlaub oder unterwegs ein tolles Motiv entdeckt und trotzdem abgelichtet habe. Obwohl Tages- und Jahreszeit und Licht überhaupt nicht stimmten. Die Familie mit Warten nerven oder nach 2 h 100 km Sprit verfahren und wiederkommen? Als Alleinreisender noch vorstellbar, aber in der Realität allzuoft nicht machbar.

Und da hilft es ungemein, sich mit den Möglichkeiten der Software intensiv und gerne auch spielerisch befasst zu haben. Um dann aus den eigenen Bildern das Maximum rauszuholen. "Das entspricht dann aber doch gar nicht der Realität", könnte mancher denken. Ja, stimmt. Aber unbearbeitete, stumpfe flaue Bilder will niemand sehen.

Ich habe sicher ein zwei Jahre gebraucht, bis mir endlich klar war, wie beispielsweise Kalenderfotografen das golden glänzende Herbstlaub in einem Foto eines Waldes herausarbeiten. Oder das charakteristische Leuchten einer Landschaft. Genau so will ich ein Kalenderfoto! Mit leuchtenden Herbstfarben. Wenn es sich nicht gerade um einen wunderbaren und stimmungsvollen Nebel oder Dunst geht, den ich per EBV natürlich ebenso mühelos zerstören könnte.

Es geht auch nicht drum, beispielsweise den Himmel per Mausklick auszutauschen. Was heute problemlos möglich ist. Was ich ablehne, und was ganz schnell "in die Hose gehen kann". Wenn sogar der unvoreingenommene Betrachter die Manipulation ahnt oder gar erkennt.

Aber das bisschen EBV?

Wir sind doch längst weiter! Hier noch drei KI-Kostproben, wie weit Adobe mit seiner Photoshop-Beta bereits ist. Meine gewollt unsinnig – Tiger in Schweden ;-) – und miserabel hingepfuschten Beispiele lassen erahnen, was bei sorgfältiger Auswahl und Bearbeitung schon jetzt möglich ist! Das Adler-ähnliche Wesen auf dem Baum ist viel zu groß … Das werden in Zukunft Manipulationen, die nur noch ein Profi aufdeckt. Beeindruckend für mich der Schattenwurf des virtuellen T-Rex auf dem für ihn reich gedeckten Tisch Schafherde ;-)

Einen hab' ich noch …

Was ist an diesem Foto echt?

Na ja, es ist ja eingeblendet. Die nette Vespa, die ich heute nach der Physio kurzerhand mit dem Smartphone abgelichtet habe … Und dann war Spielzeit mit Adobe Photoshop beta angesagt. Ich bin immer fassungsloser, was geht. O.K. bei Menschen muss die Photoshop AI – Artificial-Intelligence – noch mächtig nachbessern. Ich hatte zum Generieren glaube ich „nice girl“ eingegeben. Die Beta kann noch kein Deutsch. Das Mädel erinnerte an das Foto Donald Trumps bei seiner angeblichen Festnahme, was unlängst durch Netz „fake’te“. Das Mädel war noch die beste Auswahl, der Rest war immer irgendwie Zombie-mäßig fehlproportioniert. Auch hier passen Oberkörper, Kopf und Beine irgendwie nicht zusammen. Und die Hände, Füße, Finger, Zehen – Zombiiiiiiiiiiiiiie … Photoshop muss aber erkannt haben, dass ich als Hintergund "beach", Strand gewählt hatte. Wo die Vespa im nassen Sand natürlich sofort umgekippt wäre ;-) Um so eine Mogelpackung hinzubekommen, muss alles stimmen! Proportionen, Blickrichtungen, Lichteinfall, (fehlende) Schattenwürfe und so weiter. Aufzuhalten ist die Technik der KI/AI aber nicht mehr …

 


Firmware-Downgrade (Zurück auf eine ältere, niedrigere Firmware)

11. Juni 2023, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

Firmware-Downgrade

Warum? Geht das überhaupt? Ja, funktioniert.

Was war passiert? Am Abend zum Basketballspiel sollte rein spiegellos mit Nikon fotografiert werden, nachdem ich die — mir zu schwer gewordene — Garde alter/historischer DSLRs durchhabe. Also mit Nikon Z6 Vollformat und Nikon Z50 Halbformat. Letztere besonders interessant fürs sehr gute 1,8/85 mm Viltrox. Dank Cropfaktor 1,5 eine virtuelle Brennweitenverlängerung auf hochwillkommene 128 mm.

Aber

Um immer auf dem laufenden Stand zu bleiben, schaue ich regelmäßig auf Firmwareupdates, um sie bei Verfügbarkeit auch zu installieren. Weil neben offen genannten Verbesserungen oft auch Fehler korrigiert werden. Und bei den Verbesserungen ist nicht selten der Autofokus dabei!

Zwei Beispiele

Die Rede war im Youtube-Video vom Nikon Z50 Firmware-Update 2.40.

Also, warum nicht gleich weiter updaten zu Firmware 2.50?

Erstmalig ein Fehler! Um alle Möglichkeiten des neuen oben gezeigten NIKKOR Z DX 12-28 mm f/3,5-5,6 PZ VR (PZ = PowerZoom) auszuschöpfen – siehe Foto des Z50-Menüs –, stellte Nikon für die Z50 seine Firmware 2.5 zum Download bereit. Also runtergeladen und installiert.

Und dann in der Basketballhalle ein laaaanges Gesicht. Das 1,8/85 mm Viltrox auto-fokussiert auf der Z50 nicht mehr :-( Objektiv/Nikon Z50 defekt? Einmal in die Info geschaut — ah ja, Fokus stand ja auf MF — manuelles Fokussieren. Also auf AF-C umgestellt. Und dann? Wieder kein Autofokus, Anzeige wieder auf MF. Schnell das ebenfalls mitgenommene 2/40 mm Z Nikkor auf die Z50 montiert — alles in Ordnung. Und das Viltrox? Auf die Z6 montiert — einwandfreie Autofokus-Funktion in gewünschtem Modus!

Und jetzt?

Mit etwas Nachdenken kam ich auf die Lösung — es muss das Firmware-Update sein. Und weiter: Kann man eigentlich wieder zurück – "downgraden"? – Ja man kann!

Also Firmware 2.40 runtergeladen und in die Z50 installiert. 1,8/85 mm Viltrox montiert: LÄUFT! Ob es im Firmware 2.50 Menü geholfen hätte die "Zoom Pos. speichern (PZ-Objektive) auf "ON" zu stellen – unsinnigerweise bei einer Festbrennweite, wie dem 85 mm Viltrox –, habe ich nicht probiert.

 


Fürs (analoge) Horrorkabinett ;-)

05. Juni 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln

Chinon Genesis III

Eine völlig verbaute Digitalkamera? Nein. Ich konnte einfach nicht widerstehen für 5 Euro diese ebenso faszinierende wie gruselige Analog-Chinon Genesis III an Bord zu nehmen

camera-wiki.org schreibt:

Die Genesis-Serie von Chinon prägte Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre die Kategorie der 35-mm-Bridgekameras. Hierbei handelte es sich um Modelle mit erweiterten Funktionen, die man von Spiegelreflexkameras kennt (parallaxenfreie Bildeinstellung und ein gut spezifiziertes Zoomobjektiv), aber mit einfacher „Point & Shoot“-Bedienung (Autofokus, DX-Code-Filmgeschwindigkeitseinstellung; motorisierter Filmtransport). Beim Versuch, eine eindeutige Marktnische zu erschließen, könnte man das Design der Genesis-Serie wohlwollend als „nicht-traditionell“ bezeichnen – ein Aspekt, den viele ihrer Kollegen wie Yashica Samurai, Ricoh Mirai, Canon Photura usw. teilen.

Die Genesis-Serie durchlief im Laufe ihrer Produktionsgeschichte vier Modellrevisionen, beginnend im Jahr 1988 und bis in die frühen 1990er Jahre.

Aus dem (teilw. ehemaligen) eigenen Bestand – analoge Bridge-"Schönheiten"

Weitere Kamera-"Klumpen": Hässlichkeit, Klobigkeit und Lichtschwäche pur

Zurück zur Chinon Genesis III

Auch wenn mir Kleinbildfilm zur Verfügung steht und ich die passende Lithium-Batterie wahrscheinlich irgendwo finde, mit der Chinon Genesis III traue ich mich nicht unter Menschen ;-)

Wenn mit diesen Analog-Bridgekameras den ganzen Tag bis in die Dämmerung fotografiert werden sollte, war angesichts der miserablem Lichstärken bei jeweiliger Endbrennweite ISO 200/400 Farbnegativ eigentlich ein Muss. Deren Körnigkeit? Bei 9x13/10x15 cm Papierabzügen für die Käuferklasse dieser Kameras unwichtig …

 


Sommer SchwarzWeiss

27. Mai 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Bunte Glasscheiben ;-)

Wer einst selbst analog Schwarzweiss fotografiert hat, wird sich sicher noch erinnern, wofür die farbigen Filter da sind. Vereinfacht gesprochen sorgt der Grünfilter für eine schönere Laubwiedergabe und lässt aus einem blauen Himmel mit Wolken selbige besser hervortreten. Beim Orange- bis Rotfilter wird ein blauer Himmel bis hin zu dramatisch schwarz mit schneeweißen Wolken.

Entsprechend habe ich Filter mit 52 mm Nikon Standard-Filtergewinde besorgt und einen Adapter, damit die Filter ebenfalls auf der Beauty Lightomatic II verwendet werden können. Fürs 20 mm Superweitwinkel-Nikkor liegt ein 72 mm Rotfilter bereit. Problematisch war die Suche des gezeigten Grünfilters auf der chinesischen "Rolleiflex". In eBay werden Filter-Durchmesserangaben gemacht, die gewöhnlich nie weiterhelfen. Wenn ein Filter nicht geschraubt, sondern gesteckt werden muss. Ins Urlaubsgepäck geht dann noch ein frischer SW-Film Einmalentwickler. Filme warten im Kühlschrank gelagert am Urlaubsort auf mich.  

Eine Nikon FE black für 64 Euro lässt man nicht liegen! Und der komische "Scanner" ganz rechts?

Mit einer funktionierenden Nikkorex F und den unverwüstlichen Arbeitstieren der 1960er, 1970er und 1980er - Nikon F, F2 und F3 - analog eigentlich bestens versorgt, hatte ich die ziemlich unterschätzten Kameras der Nikon FM/FE Serie nie ganz aus den Augen verloren. Um 1978 hatte ich selbst eine FM mit Motorantrieb MD-11. Ein Gebrauchtkauf scheiterte bis jetzt an den ausgerufenen Preisen.

Als im schwedischen eBay-Ableger Tradera unlängst eine laut Beschreibung funktionierende Nikon FE mit reichlich Gebrauchsspuren für 64 Euro angeboten wurde, habe ich sofort zugegriffen! Nach Einlegen der Batterien lief die FE direkt! Und die oben gezeigte FE wird in den Sommerferien mit SW-Film geladen. Den ich selbst vor Ort entwickeln und digitalisieren kann. Zu dem Zweck wurde ein Minolta Dimage Scan Dual II AF-2820U KB-Filmscanner ausgelagert. Parallel dazu werde ich das Kleinbild-Pendant des dänischen "picto scanner 6x6" Scanners für Rollfilm testen. Alles dazu im Beitrag: "Mittelformat-Scanner aus Pappe" Der Entwickler will das Modell "picto scanner 24x36" für Kleinbildfilm zur Verfügung stellen, was ich gerne annehme und ausprobieren werde.

Im Juli geht's los!

 


Canon komplett — im Sommer 2023 ;-)

20. Mai 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Wie vielleicht viele Konsumenten hatte ich ab 2000 und der Canon EOS D30 brav bald jeden Kamera-Schritt mitgemacht. Von der D30 zur D60, 10D, 20D, 30D. Um bei letzterer endlich und viel zu spät zu merken, dass Canon die Kluft zwischen der EOS 1D und den zweistelligen EOS-DSLRs hinsichtlich Autofokus-Qualität ganz bewusst groß hielt. Die Haltbarkeit war für mich kein Thema, aber eben die Klasse des Autofokus.

Nach der 30D und dem Gefühl immer fast die gleiche EOS mit nur leicht steigenden Megapixelzahlen erworben zu haben, hatte ich genug, die Einser-EOS-Modelle waren seinerzeit zu teuer, also zurück ins Nikon-Lager, aus dem ich 1992 kam.

Jetzt sind bald zwei Jahrzehnte vergangen, und die Canon DSLR-Sammlung umfasst die beiden Halbformat-APS-C-Sensor Erstlinge D30 und D60, die beiden Profi-Erstlinge 1D und 1Ds — zu absolut zivilen Preisen — und die "Volks-Canons" EOS 300D und 350D. Aus nostalgischen Gründen hatte ich dann immer nochmal nach meiner letzten zweistelligen 30D Ausschau gehalten, aber bei den Preisen für eine 17 Jahre alte Massen-DSLR verzichtet. Die zwischendurch an Bord genommene 40D hatte eine Macke und wurde zügig abgestoßen.

Als jetzt eine EOS 50D samt Akkuteil für 70 Euro angeboten wurde, habe ich mit ihr meine Canon DSLR-Sammlung komplettiert. Obwohl ich der DSLR "eigentlich" Good Bye gesagt habe, und zu gefühlt 99 Prozent spiegellos fotografiere. Und mit der EOS 50D wieder "nur" die gleiche DSLR gekauft habe. Ja, nominell löst die 50D mit 15 MP fast doppelt so hoch aus wie die 8 MP 30D. Und ist mit 6,3 B/s schneller als die 30D mit 5 B/s. Aber der Autofokus? Weiterhin nur Phasenvergleich-Autofokus mit 9 Sensoren …

Im Juli gibt es mit der Canon EOS 50D eine kleine Runde Südschweden …


No Risk no Fun …

11. Mai 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Die Wahrscheinlichkeit, E-Schrott gekauft zu haben, ist hoch

Aber das finanzielle Risiko war überschaubar …

10 Euro habe ich riskiert, um diese schwer lädierte Nikon 1 V3 in die Sammlung aufzunehmen. Eigentlich kann die nach dem Sturz mit abgebrochnem Batteriefachdeckel und dem geborstenen Monitorglas nicht mehr funktionieren. Wenn sie doch laufen sollte, ein Wunder. Wenn nicht, Anschauungsmodell und Komplettierung meiner Reihe Nikon 1 V1 (10 Megapixel, 2011), Nikon 1 V2 (14 Megapixel, 2012) und dann Nikon 1 V3 (18 Megapixel, 2014).

Ein passender Akku aus der Nikon 1 J1 ist vorhanden, sowie ein (noch) funktionierendes NIKKOR 10-30mm 1:3.5-5.6 VR und ein Nikon 1 NIKKOR 10 mm 1:2,8. Dazu der interessante Adapter FT-1, mit dem AF-S Nikkore auf den 1 Zoll Sensor Einser-Nikon-DSLMs in allen Funktionen angesteuert werden. Ende Juni gibt es dann zur 1 V3 eine "Verlustmeldung" oder im besseren Fall Anfang Juli einen kleinen Praxisbericht…


Mittelformat- und andere Vorbereitungen für die Sommerferien

08. Mai 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Genau die erhofften, gewollten Flohmarktfunde und eine nette Dreingabe fürs Digitale

Für die langen Sommerferien und ein paar Analog-Experimente mit abgelaufenen Color- und frischeren SW-Rollfilmen sollte noch eine handliche 6x6 Klapp- oder Faltkamera her. Wobei ich mich noch entscheiden muss, ob ich die etwas besser erhaltene Balda Baldix oder doch die Zeiss Ikon Nettax mitnehme, die eine sehr nützliche Doppelbelichtungssperre hat. Und deren Belichtungsmesser sogar noch funktioniert! Beide Kameras für 'nen Zehner vom Flohmarkt, die Zentralverschlüsse und Irisblenden funktionieren einwandfrei, die Objektive sind pilzfrei und klar.

Dazu gab es noch ein etwas speckiges SIGMA UC ZOOM 70-210mm 1:4-5.6 MULTI-COATED mit Sigma-Bajonett für die Sigma SD10 mit dem besonderen Dreischicht-/Foveon-Sensor.

Was nehmen?

Die chinesische "Rolleiflex" ist als zweiäugige Spiegelreflexkamera mit präziser Entfernungseinstellung gesetzt. Welche Klappkamera ich mitnehme, entscheide ich wohl kurz vor Ferienbeginn … Im Gepäck natürlich auch frische Chemie für die SWRollfilme und fürs Digitalisieren der picto scanner 6x6!


Asahi Opt. Co. Super-Takumar 1:3.5/135

01. Mai 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

"Mitbringsel" aus dem Norden! Auf der passenden Kamera Pentax Spotmatic. In der "Black-Brass-(Messing-)Special-Edidion" ;-)

Vielleicht raffe ich mich bis zum Sommer mal auf – eine Inventur meiner zahlreichen 135 mm Teleobjektive zu versuchen. Gefühlt bekomme ich mit den Teles ein halbes Schachbrett gefüllt ;-)

Neben dem in den 1960er und 1970er Jahren obligatorischen Normalobjektiv zur neuen Spiegelreflexkamera war das 135er meist der erste Objektiv-Zukauf. Bis in den 1980ern das 80-200 mm Zoom übernahm.

Mal sehen, was das vierlinsige Pentax demnächst an Abbildungsqualität liefert. Im Viertelformat der mFT Olympus OM-D E-M1 und im Vollformat auf der Nikon Z6. Der Praxisbeitrag ist bereits in Arbeit!

 


Schenkung, Spende ans Digicammuseum.de

25. April 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln

In eigener Sache

In letzter Zeit kommen häufiger Angebote über alte Digitalkameras an das Digicammuseum.de. Darunter auch Anfragen etwa im Sinn „Ist das vielleicht ein seltener Prototyp?“

Was den Zeitwert alter Digitalkameras angeht, hat sich Admin und Seiteninitiator Boris Jakubaschk die Mühe gemacht in der Rubrik "Kameras" zu fast allen Kameras unserer Sammlung nach einem bestimmten Schlüssel Schätzpreise, den heutigen Restwert, zu ermitteln.

Ein Beispiel

Da wird eine Digitalkamera X angeboten, für die auf unserer Seite ein Restwert von 19 Euro angeben wird. Tatsächlich erworben wurde die Kamera auf einem Flohmarkt für nur 10 Euro! Wie weit die Schätzpreise mit der Realität übereinstimmen, lässt sich in eBay schnell ermitteln, wenn man schaut, für was Kamera X tatsächlich verkauft wurde. NICHT, was für Kamera X verlangt wurde! Und so wird Kamera X für Größenordnung 30 bis 90 Euro angeboten. Häufig versehen mit dem Hinweis „NUR FÜR TEILE – UNGETESTET/Esatzteile. Was sich halt besser anhört als "defekt". Tatsächlich verkauft wurden Exemplare für 20 bis 40 Euro. Um dazu jeweils 20 bis 40 Euro Porto und ggf. Zoll dazuaddieren, denn alle Angebote kamen aus den USA …

Unsere Antwort auf Angebote alter Digitalkameras ist ganz einfach

Digicammuseum.de nimmt uns interessierende Digital-Modelle gerne als SPENDE zu niedrigen symbolischen Preisen und Übernahme der Portokosten in die Sammlung auf. Eine Antwort, die nicht jedem zu gefallen scheint. Die Lösung ist für Anbieter ganz simpel: Einfach mit seiner Preisvorstellung selbst sein Glück in eBay – mittlerweile Verkaufsprovisionsfrei (!) – oder eBay-Kleinanzeigen versuchen …

So freute sich Frau W., ihre gespendete Fuji DS-7 gegen Portoübernahme in unserem Museum gut aufgehoben zu wissen. Nach dem gleichen Verfahren ist jetzt eine Olympus E10 und eine eine Olympus E-300 als Spende auf dem Weg ins Museum. Wir haben es nicht nötig, irgendetwas abzuzocken!


Jetzt wird’s „ernst“: MINOLTA ROKKOR-TC 1:4 f=135mm

20. April 2023, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Im Blogbeitrag: „Minolta Objektiv Rarität“ erstmalig vorgestellt, bis zum längeren Einsatz auf einem Rundgang wenigstens ein Belegfoto, aufgenommen mit dem 62 Jahre alte Minolta Tele.

Ein schneller „Funktionstest“ ;-)

Adaptiert auf die spiegellose 24 MP Vollformat Nikon Z6. ISO 1250, 1/1000 s, Offenblende. Dank Sensorstabilisierung und schneller Verschlusszeit sicher aus der Hand. Mehr davon ab zweite Aprilhälfte …


Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk