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KI – Künstliche Intelligenz (und Niedergang), Update

09. April 2019, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

Gemeint ist die erschreckend (fast) perfekte Bildbereitung in den Smartphones in Kombination mit hochauflösenden vergleichsweise „leuchtenden“ Monitoren. 

Dazu genügt gewöhnlich ein schneller Seitenblick auf die Monitore der fröhlich knipsenden Mitmenschen. Wer sich an diese Auto-Bildqualität gewöhnt hat, kann sich mit den vergleichbaren zu kleinen Mäuse-Dunkelkinos der meisten Kameras der untergegangenen Konsumerklasse und wie oben schon geschrieben digitalen Kameras ohne und mit Spiegel der ersten Generationen nicht mehr anfreunden.

Im Praxisbeitrag zur Nikon D3000 aus dem September 2018 war unter anderem zu lesen: „Als 2009 vorgestellte Einsteiger-DSLR konnten Anfänger mit dem GUIDE-Modus auf dem Programmwahlrad der D3000 lernen, „wie kreatives Fotografieren“ geht. Mit einem sozusagen in die Kamera eingebauten Fotolehrbuch und anschließenden  Bildbearbeitungsmöglichkeiten direkt in der Kamera. Für eine zunehmende Anzahl Menschen, die ihre Freizeit- und Urlaubserinnerungen einfach nur ganz unkompliziert festhalten wollen, ist eines vollkommen überflüssig, ja lästig – Bedienungsanleitungen und Bildbearbeitungssoftware. Auch wenn sie in der Nikon D3000 und vergleichbaren Kameras der Mitbewerber gratis mit eingebaut sind. 

Das interessiert heute kein Smartphonebenutzer mehr

Das Bild hat gefälligst fertig auf dem Smartphone-Monitor so zu erscheinen, wie der „Aufnehmer“ es gerade gesehen hat. Details, Gesichter im Schatten hat das Gehirn „aufgehellt“, also muss die Kamera das automatisch auch machen. Ohne Nachdenken, ohne Nachbearbeiten. Den blassblauen Himmel vor Ort hat das Gehirn in einen tiefblauen Postkartenhimmel „umgearbeitet“. Also hat die Kamera das auch zu tun! Und aus dem auf dem zur Digitalkamera vergleichsweise großen Smartphonemonitor gezeigten Foto macht das Gehirn gleich noch die gewünschte „Postkarte“ von früher. Die sogleich in die sozialen Netzwerke „geschickt“ werden kann. Und die Automatiken der Smartphones werden immer weiter verbessert.

Das – Künstliche Intelligenz/KI – verstärkt in aktuelle Kompakt- und bessere Einsteigerkameras ohne und mit Spiegel (DSLM, DSLR) einzubauen ist möglich, wie es die April 2019 vorgestellte Canon EOS 250D /Rebel SL3 in den USA) zeigt, kommt aber zu spät. Was soll der Interessen mit einem eingeschränkten 4K Video und der serienmäßig vorhandenen Bluetooth-/WLAN-Schnittstelle, wenn er die Fotos/Videos vom Smartphone direkt ins Netz stellen kann? Und nicht noch von der Kamera aufs Smartphone übertragen muss.

Der Zug ist abgefahren und die Quittung ist längst da:

Aktuell berichtet dpreview.com: "CIPA's February 2019 report shows huge drop in global digital camera shipments" – "Der CIPA-Bericht vom Februar 2019 zeigt einen erheblichen Rückgang der weltweiten Auslieferung von Digitalkameras". Betrachtet man die drei Einzelgrafiken, hat sich der Versand an Konsumerkameras im Februar 2017 auf 2019 mehr als halbiert, bei Systemkameras mit Wechselobjektiven ist man von der Tendenz ebenfalls auf dem Weg der Halbierung.

Digital-Zoom

Vor nicht langer Zeit wurde hier die Interpolationssoftware „Topas Gigapixel AI“ vorgestellt. Die Qualität der Interpolationssoftware ist so gut, dass Vergrößerungen bis 600 Prozent immer noch hervorragend aussehen. Eine derartige Software ins Smartphone implementiert, kann ein vergleichbares Topaz Gigapixel AI dem unbedarften Smartphone-Knipser in Grenzen ein Telezoom ersetzen.

Aktuell hatte dpreview.com diesen Beitrag: EyeQ acquires image optimization company Athentech and its Perfectly Clear technology. Nach etwas Suchen landete ich bei der iPhone App „Perfectly Clear“. Die gibt es immer noch, und ich habe die aktuelle Version aus Neugier für keine 5 Dollar runtergeladen. All das dürfte nur der erste Anfang künstlicher Intelligenz – KI – im Smartphone sein.

Wie gut ist "Perfectly Clear"?

Ich konnte bei etlichen, fertig bearbeiteten Fotos keinen wirklichen Unterschied, eine Verbesserung erkennen. Die Erklärung ist simpel. Wer (wie ich) Spaß an EBV hat, benötigt derartige Bildberbesserungs-Software nicht. Wer aber wie Millionen Smartphone Knipser auf EBV Null Bock hat, ist mit "Perfectly Clear" und vermutlich zahlreichen vergleichbaren Programmen gut bedient. Und noch besser, wenn er von der Bildverbesserung dank im Smartphone eingebauter KI gar nichts merkt…

Fotograf überflüssig

Noch einen Schritt weiter, auf die Spitze treibt es eine neue Software, die man zu Recht als künstliche Intelligenz bezeichnen kann. Sie macht Fotografen überflüssig! „Malt sich bald jeder, der einen Stift gerade halten kann, seine eigenen Fotos?“ fragte das Fachmagazin Page.

Was auf diesem Gebiet möglich ist, kann in dieser Gallery angeschaut werden. Die Software zur Erzeugung der künstlichen Landschaften kann hier runtergeladen werden.


Casio-Oly-Camedia-Tokina-Flohmarktausbeute

30. März 2019, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Ob das jetzt so nötig war…

Aber für 2,50 Euro habe ich die angeranzte, aber funktionierende 4 Megapixel Casio QV-R40 gerne mitgenommen. Die QV-R40 wurde 2003 vorgestellt. Dass sie noch funktioniert, dürfte sie auch ihrem Metallgehäuse verdanken!

Alle Daten zur Casio in der deutschen Bedienungsanleitung

Der "Original" OLYMPUS CAMEDIA N-MH BATTERY CHARGER BU-100 für 1 Euro musste einfach mit!

Das universelle Pentax K-Bajonett…

… erlaubt den Einsatz diverser manuell zu fokussierender Objektive mit dem K-Bajonett. Hier das 5 Euro Tokina SD 35-200mm 1:4-5.6 auf der digitalen 6 Megapixel Pentax *ist D L2. Der interessante Brennweitenbereich wird durch eine miserable Naheinstellung allerdings deutlich eingeschränkt. 1,6 m Nahdistanz bei 35 mm ist einfach zu lang! Nur bei längster Brennweite 200 mm geht das Tokina bis 1,1 m Abbildungsmaßstab 1:4 "MACRO" ran.

Ein Gutes aber hatte das Tokina: Die oben gezeigte Casio und das Olympus-Ladegerät wurden mit der Pentax *ist D L2 und dem Tokina aufgenommen. Deren Sensor – bis jetzt gar nicht bemerkt – total dreckig war. Der wurde unverzüglich gereinigt, bevor die Pentax mit in die Osterferien geht, um das dort wartende 2,8-4/40-80 mm Pentax aufzunehmen!


Pentax Objektiv-Erweiterung

22. März 2019, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

SMC PENTAX-M ZOOM 1:2.8-4 40-80mm

Nach "100 Jahre Pentax" jetzt wieder mehr in Richtung Praxis…

Das hier gezeigte zwischen 1980 und 84 produzierte und vergleichsweise lichtstarke Pentax-Zoom ist aus sieben Linsen in sieben Gruppen aufgebaut wiegt ca. 395g. Abmessungen 76 x 66 mm (Länge/Durchmesser), 49 mm Filtergewinde. Bis zum Abbildungsmaßstab 1:4 kann dieses Objektiv eingesetzt werden.

Ich freue mich darauf das Original-Pentax Zoom erstmalig in den Osterferien auf die 6 Megapixel Pentax *ist D L2 montieren zu können, nachdem sich das von Lichtstärke gleiche und von der Brennweite ähnliche Sigma 2,8-4/35-70 mm leider als defekt erwiesen hat.

Bericht über das 2,8-4/40-80 mm Pentax je nach Lust und Laune ;-) 


Früher war alles besser – Pentax analog

18. März 2019, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln

Beim (ewigen) Aufräumen gefunden

Die Mechaniker, die so eine vollmechanische Pentax Spotmatic nicht nur zerlegen, sondern auch reparieren und wieder komplett zusammensetzen konnten, dürften ihren Kaffeekonsum unter Kontrolle gehabt haben. Für ruhige Hände ;-)

Aber da war doch was! Pentax! Nach dem Flop mit dem defekten 2,8-4/35-70 mm Sigma auf der 6 Megapixel Pentax *ist D L2 geht die Pentax dieses Jahr wieder mit. Zusammen mit einem einwandfrei funktionierenden 5 Euro 1,7/50 mm Rikenon (Ricoh) vom Flohmarkt. Da ist echte Hand- und Kopf- und Fussarbeit angesagt: Manuelles Fokussieren und die starre Brennweite, die auf der Pentax zur 75 mm Brennweite wird. Eine gerne angenommenen Herausforderung.

Mehr Pentax?

Wer Zeit und Lust hat und nicht zu weit fahren muss: Für 5 Euro Eintritt gibt es am 24. März von 11.00 bis 16.00 Uhr auf der Fotobörse Gladbeck in der Mathias-Jakobs-Stadthalle neben einem großen Angebot an gebrauchtem überwiegend analogem Fotogerät auch eine Ausstellung über 100 Jahre Pentax.

Zum Foto oben

Das sind Dimensionen! Die gigantische einäugige Spiegelreflexkamera Pentax 6x7 für Mittelformatrollfilm, die der Kamerabezeichnung nach 6 x 7 cm Negative aufnimmt. Bestückt mit dem massiven Holzgriff, dem 3,5/55 mm (ca. 27 mm @KB) und einer Polaroidsofortbildfimrückwand. Vorgestellt wurde die Pentax 6x7 1969. Als extremen Gegensatz die 2011 präsentierte Pentax Q. Die vermutlich kleinste spiegellose Systemkamera der Welt. Ausgerüstet mit einem 1/2,3 Zoll 6,2 x 4,6 mm Sensor, der 12 Megapixel auflöst. Montiert ist das winzige SMC PENTAX 1:5.6 3.2mm FISH-EYE. Ein sehr spezielles und durchaus tückisches Objektiv. Man sollte meinen, beim Fisheye ist auch ohne großen Fokussieren von Nahbereich bis Unendlich alles scharf. Das Objektiv muss sorgfältig manuell mit Hilfe von Fokus-Peaking fokussiert werden, nur dann gibt es auch scharfe Fotos!


Frühlingserwachen…

21. Februar 2019, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Flohmarktsaison startet

Eigentlich habe ich der Klasse der "Chrom-Zigaretten-Etui-Digitalkameras" ja abgeschworen ;-) Aber für einen Fünfer habe ich diese 2007 vorgestellte 7 Megapixel Casio EXILIM EX-V7 dann doch mitgenommen. Im Inneren beherbergt die Casio eine 38-266 mm (@KB) 7-fach-Zoom-Periskopoptik.

Praxisbericht folgt…


Wenn draußen kein Wetter ist…

15. Februar 2019, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

… zerlegt man halt eine Digitalkamera.

Um die es nicht unbedingt schade ist. Hier eine x-beliebige Medion. Eins sollte man bei solchen Spielerreihen unbedingt beachten!

FINGER WEG von den Blitzkondensator-Kontakten! (Im roten Kreis)

Und solche Kameras werden dann als (teil)defekt für 10/20 Euro als "Ersatzteilspender" angeboten… Derartige Kameras gehören entweder in die Gitterbox Elektronikschrott beim örtlichen Entsorger oder für einen Euro plus Portoübernahme ins Online-Auktionshaus. Bei nackten Systemkameras mit und ohne Spiegel dürfen es 10 bis 20 Euro sein. An hochkomplexen digitalen Kameras reparieren Bastler eher noch weiter kaputt, als die wieder ans Laufen zu bringen. 5x Ersatzteilspender mit 5x Sensor-Totalschaden = 5x zu entsorgender Elektronikschrott.


Zukunft der (digitalen) Fotografie

12. Februar 2019, Ralf Jannke - Wissen

Systemkameras werden in Zukunft möglicherweise nur noch von vier, fünf Herstellern produziert, wobei ich es der Phantasie überlasse, wer diese vier/fünf Hersteller sind. Hochwertige Kameras werden ab 2025 (?) nur noch von wenigen Menschen gekauft, die ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit Fotografie verdienen und von Amateuren, die im wahrsten Wortsinn ihr Hobby Fotografie lieben: Amateur, französisch, von lateinisch „amator“ „Liebhaber“ ist eine Person, die eine Tätigkeit aus Liebhaberei ausübt, ohne Geld für ihre Leistung zu erhalten. Quelle Wikipedia. Ziemlich sicher aber nicht zu den geforderten Preisen!

Werfen Sie einen Blick in die Photoscala. „Quartalszahlen von Sony, Nikon, Canon und Olympus: Nur einer kann gewinnen

Da man Olympus als wahrscheinlich letzten Hersteller von spiegellosen microFourThirds (mFT) Systemkameras gelistet hat, wundere ich mich über das Fehlen von FUJIFILM. Der Fotograf, der für ein großes Telekommunikationsunternehmen arbeitet, hat aktuell seine zweite Fuji X-T3 gekauft. Er berichtete, dass er den Messeauftritt des Unternehmens beim MWC in Barcelona ausschließlich mit Fuji ablichten wird! Die 4 Kilogramm schwerere Canon DSLR-Ausrüstung bleibt zu Hause und wird das Jahr 2019 möglicherweise nicht mehr überleben!

Mein Einstieg mit einer 240 Euro X-E2 in die spiegellose Fuji DSLM-X-Welt war die beste Entscheidung seit Jahren! Die allerdings aktuell gegen eine X-T10 ausgetauscht wird, die für nur 30 Euro mehr Gebrauchtpreis etwas mehr bietet, als die X-E2. Mehr darüber in 2019.

An einem Wochenendtrip ins 2000 Jahre alte „Augusta Treverorum“, heute besser bekannt als Mosel- und Römerstadt Trier, konnte ich sagenhafte 3 – drei – digitale SLRs zählen. Die zwei Nikon Bodies eines Trierer Zeitungsfotografen, der eine Demo mit dem 2,8/24-70 und 2,8/70-200 mm Nikkor dokumentieren musste und eine DSLR von 2007 aus meiner Sammlung. Alle anderen machten ihre Erinnerungsbildchen von der Porta Nigra mit dem Smartphone. Kleine Ausnahme: ein Pärchen aus Asien, das ich einmal mit dem Smartphone und der FUJIFILM instax Sofortbildfilmkamera ablichten sollte… In einem gut sortierten Fotoladen wechselte eine gut ausgewählte Fuji DSLM-Ausrüstung den Besitzer.

Und?

Bevor man nagelneue, (viel zu) teure (Vollformat-)DSLMs kauft, wird man zumindest als Amateur erst mal schauen, was der immer voller werdende Tisch des Gebraucht-Kamera-/Objektiv-Markts bietet. Aktuell kann ich mir nicht vorstellen, dass dieser „Tisch“ in 10 Jahren leer ist. Dieser Tisch oder besser dieses „Meer“ wird sich aber bei den irrealen Preisvorstellungen kaum leeren. Erst dann wäre man gezwungen neu zu kaufen. Und dann aber vermutlich kein monströses 1,4/50 mm Normalobjektiv für 2500 Euro. Sind die Hersteller irre?

Zum Thema Gebrauchtmarkt schrieb Winfried Warnke in seiner Fotomagazin Secondhand-Kolumne (hier gekürzt): 

„Die Marktgesetze sind gnadenlos. Auf breiter Front brechen die Gebrauchtpreise für Secondhand-Fotoware ein, denn dem wachsenden Angebot fehlt die entsprechende Nachfrage. (…) Lange Zeit wurde die Kamera als Aufnahmegerät nicht infrage gestellt, sie war selbstverständliches Lebens-Accessoire, teilweise Statussymbol. Das hat sich geändert. Für den Massenmarkt ist die Veränderung radikal, die Probleme des Fotohandels, neue preisgünstige Kompakt- und preiswerte DSLR-Kameras abzusetzen, gehen einher mit dem riesigen Angebot im Gebrauchtmarkt.“

„Zunehmend fehlt der Hobby-Jungfotograf, der kostenbewusst mit einer gebrauchten, einfachen Spiegelreflex einsteigt und sich dann qualitativ hocharbeitet (…) Und da wächst wenig nach. (…) Und gäbe es nicht den – teilweise nachvollziehbaren – Adapter-Wahn besonderer Objektive, wäre wohl auch der Gebrauchtmarkt für ältere Linsen eingebrochen.“

Der Beitrag ist hier in voller Länge nachzulesen.

Damit ist man auf dem Amateur-/Profifotografie-Stand der 1980er Jahre. Auf der einen Seite wenig Berufsfotografen und begeisterte Amateure, auf der anderen Seite unbedarfte Knipser. Statt wie früher in Schukartons, landet alles an Familienfotos, Freizeit- und Urlaubserinnerungen heute im/auf dem besser und besser werdenden Smartphone. Ist dann aber bei Defekt/Velust des "Hääändies" mangels Datensicherung weg oder im Fratzenbuch untergegangen...

Zukunft Digitalkameras sammeln?

Es tauchen nur noch ganz wenige Konsumerkameras aus der Zeit 1995 bis 2000 auf. Und Systemkameras, speziell DSLRs?

Wenig Interessantes, und das überteuert. Was nicht bedeutet, dass diese Kameras „wertvoll“ sind und auch für die geforderten Preise verkauft werden. Um die eigene Sammlung maßvoll „auszudünnen“ – man muss nicht jedes Modell haben (!) – habe ich aus der Nikon D2-Reihe 2018 die D200 praktisch verschenkt. Nur zum Rumstehen war sie einfach zu schade. Ihr gefolgt ist dieses Jahr die D2X. Nur noch 155 Euro hat sie gebracht. D2X-Gehäuse für 2-300 Euro und mehr rührt keiner mehr an. Und das trifft nicht nur für die historischen Modelle zu. Es geht nur über den Preis! Behalten habe ich die D2Hs, weil sie einen von Nikon selbst entworfenen Sensor hat. Der trotz nur 4 MP immer noch Leistung bringt. Heißt höhere ISO, und die Rohdaten lassen sich bei Bedarf durch Interpolation in guter Qualität locker auf 8 MP verdoppeln.

Nach dem gleichen Muster habe ich die Sigma SD9 durch den Nachfolger SD10 ersetzt. Eine Beispiel-DSLR mit dem Dreischicht-Foveonsensor genügt. Oder statt der Sony Alpha 100 eine etwas modernere Alpha 200. Auch wenn die Alpha 100 die erste Sony nach Übernahme von Minolta war…


Nimm mich mit…

03. Februar 2019, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Man muss schon genau hinsehen, wenn man über einen zugemüllten Flohmarkt geht

Da lag dieses schwer misshandelte Tokina. Nach kurzer Kontrolle – kein Linsenpilz, Entfernungsring und Blende des 2,8/35 mm laufen trotz des heftigen Fallschadens einwandfrei – ging das Objektiv für 3 Euro mit.

Schwierig ist die Datierung des 2,8/35 mm Tokinas mit M42 Schraubanschluss. Wenig Aufschluss auf das Produktionsdatum brachte Camerapedia und Tokina History. Ich würde das Tokina auf Ende 1960er/Anfang 1970er Jahre vermuten.

Ein Bekannter glaubt zu wissen, dass bei Tokina bis Mitte der 1980er Jahre die beiden ersten Ziffern der Seriennummer dem Objektiv-Baujahr entsprechen. Demnach ist das Objektiv jünger, von 1975.

Egal, das 35er wird auch auf einen Rundgang mitgehen. Und das mit großer Kamera-Auswahl. Hier per M42-/mFT-Adapter auf die 12 Megapixel mFT DSLM Pansonic Lumix DMC G1 montiert. Ein Adapter für die 16 MP DSLM FUJIFILM X-E2 ist bestellt, und auf der 13,5 MP Vollformat DSLR Kodak DCS ProSLR/c (Canon EOS-Bajonett) kann das Tokina zeigen wie gut es auch in den Bildecken ist. Dank Bildvergrößerung ist das Tokina auf der G1 auf den Punkt zu fokussieren, und die X-E2 hat auch die passenden Werkzeuge zur exakten manuellen Entfernungseinstellung.

2,8/35 mm Tokina auf der 13,5 MP Vollformat Kodak DC ProSLR/c

Doch ein Fallschaden – roter Kreis. Oder "nur" Dezentrierung? Zumindest im 24 x 36 mm Sensor-Vollformat. Werde ich beobachten.

 


High ISO

31. Januar 2019, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

ISO 51.200

Nicht mit letzter Präzision durchgeführt, aber doch aufschlussreich – ein schneller Vergleich APS-C-Sensor gegen Vollformat-Sensor…

Dass man im Notfall mit der 16 Megapixel 24x36 mm Vollformat-Sensor Nikon D4 mal ISO 51.200 einsetzen kann, um ein unverwackeltes Fotos zu bekommen, war keine Überraschung.

Dass aber eine spiegellose Systemkamera Kamera mit kleinerem 15x23 mm APS-C Sensor bei dieser irren Empfindlichkeit noch so gut abschneidet, hätte ich kaum für möglich gehalten! Und das für schmale 270 Euro fürs gebrauchte Gehäuse!

Aber wer ist wer? Wer genau hinschaut, wird an einem Detail erkennen welches Foto aus der Vollformat-DSLR und welches Foto aus der APS-C-DSLM stammt…

Schön ist anders, aber fürs sonst nicht machbare Foto: ISO 51.200 – immer!

Das mache ich mit dem Smartphone wohl eher nicht…

Lange nach Sonnenuntergang aus 300 m Entfernung mit ISO 51.200, Zeitautomatik und ca. 350 mm Brennweite. Fürs Boulevardblatt hätte es gereicht…

 


Markt für Digitalkameras halbiert sich in den nächsten zwei Jahren…

28. Januar 2019, Ralf Jannke - Wissen

Canon Vorstandsvorsitzender Fujio Mitarai glaubt, dass sich der Markt für Digitalkameras in den nächsten zwei Jahren halbiert

Der Anteil spiegellose Kameras wächst - auf Kosten der digitalen Spiegelreflexkameras. Nur noch Berufsfotografen und ambitionierte Amateure greifen in Zukunft zur klassischen, sprich Systemkamera. Der Rest fotografiert mit dem Smartphone…

Canon wird (muss?) den Fokus des Kamerageschäfts stärker auf Kunden aus dem Industrie- und Medizinbereich legen. Möglicherweise sogar Kamerabauteile und Objektive an andere Hersteller liefern.

Soweit Fujio Mitarai

Das Ganze auch unter Dpreview.com in der Google-Übersetzung und das Original

Und?

Schon öfter habe ich (mich) gefragt: Wer soll das ganze Neu-Zeug denn noch kaufen? Zum Beispiel ganz aktuell im Januar/Februar eine Systemkamera mit kleinem Viertelformat-Sensor für 3000 Euro…

Zumindest für leidenschaftliche AmateurfotografInnen brechen goldene Zeiten an. Überteuert neu kaufen? Wozu? Der Berg an Gebrauchtkameras wächst. Dem Smartphone sei Dank. Und da ist für jeden Geschmack/Geldbeutel etwas dabei!


Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk