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Brennweitenerweiterung für zweiäugige Spiegelreflexkameras Typ Rolleiflex/Rolleicord

24. Mai 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Traum von Profis und Amateuren in den 1950er und beginnenden 1960er Jahren: die zweiäugige 6x6 Mittelformat Rolleiflex oder Rolleicord

Trotz ihrer Starrheit der festen Brennweite von 75/80 mm, was etwa dem 50 mm Normalobjektiv der 24x36 mm Kleinbildkamera entspricht

Entscheidender Vorteil der Rolleiflex und der etwas preiswerteren Rolleicord war halt die große Filmfläche von knapp 6x6 cm. Viel mehr Reserven für Ausschnittsvergrößerungen als das Kleinbild. Was allerdings relativ war, denn die spiegellose Kleinbildkamera Typ Leica und die ganze Kleinbild-Spiegelreflexreihe bot reichlich Wechselobjektive vom Superweitwinkel bis Supertele. Dennoch blieb der Vorteil der großen Negativfläche, wenn es um wirklich große Vergrößerungen und um den Magazindruck in Farbe ging. So hatten viele Profis eben beides: Leica M, Nikon F und 6x6 Rolleiflex …

Was tun gegen die starre Brennweite?

Neben der „normalen“ Rolleiflex gab es im Lauf der Firmengeschichte eine entsprechend kostspielige Weitwinkelrollei mit fest einebautem 55 mm Objektiv und eine Telerollei mit festem 135 mm Objektiv. Auf Kleinbildformat umgerechnet ungefähr 28 mm bzw. 85 mm Brennweite. Tele- und Weitwinkel-Rolleiflex sind heute gesuchte und sündhaft teure Sammlerobjekte!

Welche Alternative gab es noch für die Rolleiflex und die unzähligen Klone japanischer Fertigung

Da waren die Carl Zeiss Rollei-Mutare 0,7 und 1,5, die auf das Doppelobjektiv der Rolleiflex montiert wurden und aus der 80 mm Brennweite dann eben ca. 56 bzw. 120 mm Brennweite machten. Heute auch sündhaft teure Sammlerteile. Die vermutlich in Vitrinen verschwinden und nie benutzt werden … Ob die problemlos auf hochwertige japanische Klone mit Rolleiflex-Objektiv-Bajonett montierbar waren, kann ich nicht sagen. Wenn man sich die Reihe der Klone ansieht, ist sofort klar, dass die MolFoReFlex inkompatibel für die Mutare ist. Die OLYMPUSFLEX müsste kompatibel sein, auf der AIRES Automat stecken bereits Filter und Geli mit Rollei-Bajonett!

Und danach?

Blieb eigentlich nur der Wechsel von der deutschen Rolleiflex zur japanischen zweiäugigen 6x6 Mamiya mit Wechselobjektivmöglicheit oder zur in Deutschland unbekannten TELE-KONIFLEX, die wenigstens ein Porträt-Teleobjektiv bot. Oder eben gleich der Griff zur einäugigen schwedischen 6x6 Hasselblad mit zahlreichen Wechselobjektiven.

Mehr nicht?

Doch! Vermutlich nicht nur der japanische Hersteller SUN bot für die kompatiblen zweiäugigen 6x6 Spiegelreflexkameras einen einfachen 1,5x Tele- sowie 0,7x Weitwinkelvorsatz. Immer als Doppelobjektiv! Ein einfacher gehaltenes Objektiv für die Sucheroptik der zweiäugigen SLR, ein sicher (hoffentlich besserer ;-) Vorsatz fürs Aufnahmeobjektiv. Problem: Mein vorhandener Televorsatz-Set war unkomplett oder besser fehlerhaft zusammengestellt. Die Sucheroptik ist O.K.. Als Aufnahmeoptik-Vorsatz wurde versehentlich (?) ein Vorsatz beigegeben, der eher für eine damalige Kleinbildsucherkamera mit festem Objektiv gedacht war … Zu sehen ist der Televorsatz hier.

Jetzt kam aber doch ein kompletter Weitwinkelvorsatz in den Bestand!

Man beachte die Preise! Ich erwarte von dem abgebildeten SUN-Weitwinkelvorsatz keine Wunder ;-) Aber SUN konnte immer sehr gute Festbrennweiten und Zooms für diverse Kleinbildspiegelreflexkameras bauen. Wovon ich zahlreiche Im Bestand habe!

Einziger "Nachteil" des Weitwinkelvorsatz' – das Feriengepäck wird größer ;-) Erweitert durch meine 6x6 AIRES Automat, die das kompatible Rolleiflex-Bajonett hat. Rollfilme habe ichnoch welche. Also wird im Sommerurlaub auch wieder ein bisschen analog fotografiert. Und vor Ort entwickelt und digitalisiert!

 


Ich seh' schwarz :-(

19. Mai 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

Screenshot von der Cambo Mega Vision T2 Digiback Software von 1994/97

"Gut Ding braucht Weile! Der Praxisbericht will wirklich erarbeitet werden!", war im Blogbeitrag zur merkwürdigen spiegellosen "Nikon" zu lesen. In der Tat!

Doch der Reihe nach

Es war kein Problem die Cambo T2 und den dazugehörigen Apple Powermac G3 in Betrieb zu nehmen, aber: Ich konnte an den T2-Software-Parametern einstellen, was ich wollte, Schaltflächen klicken wie ich wollte, es gab kein Liveview. Die T2 startete hörbar mit Laufgeräuschen, aber eben nur mit einem Beispielfoto einer Geige je nach Einstellung in Color oder SW oder mit einem schwarzen Liveview-Bild :-( Was tun?

Versiegelt, bitte nicht öffnen oder so ähnlich stand auf einem Aufkleber …

Daraufhin wurde die T2 nochmal ganz genau inspiziert und abgeklopft. Wie beim Arzt ;-)

Schnell war klar, dass das komplette Innenleben der T2 auf einer massiven Aluminiumplatte montiert ist. Geschützt, verschlossen von einem großen, dicht schließenden Aluminiumdeckel. Unschwer durch das Klopfen zu erhören! Gehalten, fixiert wird der Aludeckel nicht von Schrauben, sondern von zwei so genannten Hammerschlagnieten. Um das Öffnen eigentlich unmöglich zu machen, mindestens aber zu erschweren. Da ohnehin nichts mehr kaputtzumachen war, wurden die beiden Hammerschlagnieten einfach weggeschliffen. Da der Deckel noch zusätzlich irgendwie verklebt wirkte, wurde die Kante so vorsichtig wie möglich per Teppich-/Cuttermesser und Brenner behandelt. Mit etwas Hebelei war der Deckel schließlich abzuziehen.

Und der Fehler sofort offensichtlich!

Durch jahrelange Nichtbenutzung sind die Riemen von drei Motoren/Stelleinheiten so verhärtet, spröde geworden, dass sie bestenfalls rutschen oder wie im Fall dieser T2 beim Start einer der drei Stellmotoreinheiten – mir fällt kein besserer Begriff ein – sofort brechen – siehe Foto! Das erklärt dann auch die hörbaren Laufgeräusche der T2 bei Ansteuerung durch die Software, aber auch das schwarze Liveviewbild. Es kann keine Blende, kein Verschluss geöfnet werden!

Ein Austausch der kaputten Antriebsriemen ist aber relativ problemls möglich! Nach Ausmessen wurde ein Druchmesser von 1,7 mm ermittelt. Es gibt natürlich keine Riemen passender Länge aber Metermaterial von 2 mm Durchmesser, das auch passen sollte. Die Länge wird selbst ermittelt, und nach Zurechtschneiden werden die Enden einfach per Heißluftgebläse angeschmolzen und verschweißt.

Es geht also weiter mit der Cambo Mega Vision T2

Wenn jetzt nicht gerade der Sensor oder die Ausleseelektronik "im Eimer" ist. Dann habe ich Pech gehabt, bin aber noch voller Hoffnung!

Fortsetzung folgt!

 


Was ist das? Prototyp einer spiegellosen Nikon? Aber dieser Hintergrund??

09. Mai 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Hmmm?? Ein altes Nikon-Objektiv auf einem schwarzen Kasten? Und dieser merkwürdige Hintergrund aus kleinen analogen Großformat-Kameras??

Alles richtig! Den Hintergrund hat übrigens die Adobe KI generiert. Nach Eingabe von 8x10" Large Format Camera Ansel Adams Style …

Gezeigt wird der bisherige Höhepunkt des Digicammuseum.de, ein CAMBO Mega Vision Digital Camera Back T2, ein Digital-Rückteil für den Einsatz entsprechender Mittel- und Großformat-Kameras in der Berufs-Fotografie

Im Praxisbeitrag Digibacks: "Die ersten digitalen Rückwände für Mittelformat SLRs und Großformat-Fachkameras und Scankameras aus den Mitte 1990er Jahren" wurden die Anfänge der Digitalfotografie im Bereich der professionellen Studio-Fotografie erzählt.

Das Foto Atelier Klaus Mischke hat 1997 die atemberaubende Summe von 43.000 DM (21.500 Euro) in die neue Technik investiert, um seine Großformat-Sinar-Kameras zu digitalisieren! Kritisiert von Kollegen, warum er das nicht lease. Aber 1997 hat wohl keiner die irre Geschwindigkeit der Digitalkameraentwicklung für möglich gehalten! Diese Digibacks tauchen heute in eBay und sonst wo so gut wie gar nicht auf. Wer wollte auch für Steinzeit-Technik nur einen Bruchteil des ehemaligen Neupreis bieten. Statt die alte Digitalkamera-Technik gnadenlos zu entsorgen, bekamen wir das komplette Equipment bestehend aus Kamera und Apple Macintosh G3 als Spende geschenkt! Vielen Dank dafür an Klaus Mischke. Das (für mich) wichtigste Zubehörteil der Mega Vision T2: Der Adapter zur Aufnahme von Objektiven mit Nikon F-Bajonett!

In Betrieb sind diese Kamers eh nur zu nehmen, wenn auch eine funktionierende Computertechnik der Mitte 1990er Jahre zur Verfügung steht. Und das war/ist gleichbedeutend mit Apple Macintosh! Auch in der Windows Welt gab es die Geräte-/Rechner-Verbindung SCSI. Wikipedia schreibt: Das Small Computer System Interface (SCSI) ist eine Familie von standardisierten Protokollen und Schnittstellen für die Verbindung und Datenübertragung zwischen Peripheriegeräten und Computern. Die Macs hatten diese SCSI-Architektur von Haus auf. Bei Windows musste immer nachgerüstet werden. Was nicht immer ohne Komplikationen gelang.

Spezifikation

Das neben dem Apple Mac G3 Rechner wichtigste Zubehörteil ist in der Original Hersteller-Spezifikation rot markiert: Der Stand-alone Adapter mit 3/8" Stativanschluss und Nikon Bajonett zur Verwendung von Objektiven mit Nikon F-Bajonett auf der CAMBO T2. Nicht anders als bei den hier bereits vorgestellten Scankameras der gleichen Zeitraums:

Gut Ding braucht Weile! Der Praxisbericht will wirklich erarbeitet werden!

 

 


Geldkoffer gefunden …

08. Mai 2024, Ralf Jannke - Wissen

Inhalt: Über 21.000 Euro – 1997

Geldwert 2024 – Null: Gitterbox für Elektro-/Elektronikgeräte der örtlichen Müll-Sammelannahme, des Recyclinghofs

Die Auflösung des kleinen Rätsels gibt es morgen, am Vatertag ;-)

 

 


Einfach köstlich ;-)

04. Mai 2024, Ralf Jannke - Wissen

Wir müssen mal das Schlafzimmer renovieren/streichen, eröffnete mir mein Frau vor einigen Tagen. Das bedeutete komplettes Abräumen meines mit Fotoliteratur und Fotogerät proppenvollen Regals. Durchaus mit Widerwillen ;-) Aber dann doch mit dem erkennbaren Nutzen. Neben den neu gestrichenen Wänden ;-) Geschätzt 1m3 Papier ging in den öffentlichen Bücherschrank oder gleich in die Papiertonne. Wie war das: "Drei/fünf Jare nicht in Fachuch X geschaut – weg damit …" Es gibt ja für (fast) alles Google und Wikipedia ;-)

Beim Sichten fiel mir dann auch ein wunderbarer Beitrag in die Hand, den ich nicht vorenthalten möchte!

"Vor mehr als einem Jahr berichtete ich im XYZ-Magazin 96 anhand einer der ersten für Hobbyfotografen interessanten digitalen Kameras über „Fotografieren - aber ganz anders“ war da zu lesen

Und weiter: "Inzwischen ist aus diesem Blick in die Zukunft der digitalen Technik bereits Gegenwart geworden. Es gibt schon mehr als zwei Dutzend für uns Hobbyfotografen sehr brauchbare Möglichkeiten, unsere Fotomotive digital festzuhalten, und dies obendrein mit einer inzwischen ausgezeichneten Qualität. Im Laufe dieses Jahres erhielt ich viel Zustimmung von Fotofreunden, denen es genauso geht oder erging wie mir seinerzeit: Man hat einfach keine Lust mehr, zu vorhandenen 26 Sonnenuntergängen noch einen 27. zu fotografieren oder andere bildmäßig schöne Motive weiter zu vervielfachen. Die digitale Fotografie macht dies heute möglich. Sie brauchen nur eine entsprechende Kamera, einen Fernseher zum Betrachten der Aufnahmen und eventuell einen Printer, um Ihren Freunden und Verwandten mit den Fotos eine Freude zu machen. Gerade dieser Personenkreis aber hat schon längst keine große Lust mehr, sich im verdunkelten Raum 100 oder mehr Dias anzuschauen. Die Fotos, die man wirklich haben möchte, sollten in der Brieftasche mitgeführt werden können. Darüber hinaus spart man sich Parkgebühren beim Besuch des Fotohändlers, den Einkauf von Filmen und das Abholen der Resultate: Die Bilder sind in einer Digital-Kamera gespeichert und jederzeit abrufbereit. Außerdem muß man Aufnahmen, die nicht wichtig sind, nicht mehr irgendwo speichern, sondern man löscht sie einfach, was zu einer ganz besonderen Fotografierfreudigkeit anregt."

"Vor einiger Zeit verstarb ein Freund und hinterließ seiner Familie etwa sechstausend Dias in Magazinen von seinen vielen Weltreisen. Und die Familie weiß nicht, was sie mit diesen Dias anfangen soll. Kein Buchverlag und keine Zeitschrift interessieren sich dafür. Sicherlich wird es Hobbyfotografen mit eigenem gut ausgerüstetem Labor geben, die auch weiterhin nach der bisherigen Art fotografieren, um besonders schöne Bilder für Wettbewerbe und Ausstellungen zu produzieren. Aber sehr viele fotografieren heute in erster Linie, um Ereignisse auf unkomplizierte Art und Weise zu dokumentieren, und gerade dazu eignet sich die digitale Fotografie vorzüglich. Eine gute Digitalkamera und ein Printer, um Papierbilder von wichtigen Aufnahmen selber machen zu können, kostet heute weniger als die fotografische Ausrüstung mit einer Spitzenkamera. Die im XYZ-Magazin 96 erwähnte Casio QV 10 ist inzwischen für unter tausend Mark zu kaufen, was ähnlich auch in der ganzen Branche zu erwarten ist. Ich meine aber, man sollte mit seinem Vergnügen nicht so lange warten, bis alle Preise im Keller sind."

"Besonders interessant an einigen digitalen Kameras ist ein ebenfalls digital gesteuertes Zoomen: Der Zoombereich reicht optisch bis zehnfach, umgestellt auf digitales Zoomen bis hundertfach! Das sind Möglichkeiten, die man mit keinem optischen Zoomobjektiv der bisherigen Fotografie erreichen kann."

Verfasst war der Beitrag von einem seinerzeit auch als Briefkastenonkel und Seelentröster bekannten Autor, der sich an etlichen Dingen inklusive Fotografie schriftstellerisch versuchte.

Manchmal ganz amüsant, aber überwiegend unsäglich … Dass der Mann keine Ahnung und noch nicht mal die Grundlagen der digitalen Fotografie verstanden hatte, zeigte unter anderem die Wahl des HP-Werksfotos zur Illustration seines Beitrags. Die dort erkennbare HP Photosmart C5340A reichte mit ihren 640 x 480 Pixel Bildchen für 5,4 x 4 cm 300 dpi Ausdrucke, und deren Speicher war je nach Karte und 2- von 3-Sterne-Qualität nach 16/32 Bildchen voll. Und es war sicher ein Genuss, sich die 320 x 240 Pixel-Bildchen einer Casio QV-10 auf der damals üblichen PAL-Glotze anzusehen. Und ja, digitales Zoomen bis 100-fach. Da hatte der gute Mann wohl Video mit Foto verwechselt …

Immerhin hat er mit seinem Text unter dem HP-Foto erfolgreich in die Zukunft geschaut und Recht behalten:

"Sehr viele fotografieren heute in erster Linie, um Ereignisse unkompliziert zu dokumentieren. Gerade dazu eignet sich die digitale Fotografie vorzüglich."

Ich sag' nur Smartphone ;-)

 


Digitales Fotoalbum als Schlüsselanhänger

30. April 2024, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

Diesen Schnickschnack und die "digitalen Bilderrahmen" haben Smartphone und Tablet genauso vom Markt weggefegt wie die unzähligen Digitalkameras, die mittlerweile Pappkarton-weise auf manchen Flohmärkten zu finden sind.

Nach einem "Rückfall" kaufe ich auf Flohmärkten/eBay nur noch Digitalkameras vor/bis Vorstellungsjahr 2000. Zu Preisen zu maximal 20 Euro. Wie beispielsweise diese 10 Euro Kodak DC25

Oder Bridge-Kameras wie diese sechs:

Den digitalen 5 Euro Schlüsselanhänger aus dem schwedischen eBay-Ableger kann ich aber erst im Sommer in Betrieb nehmen. Wobei natürlich nur interessant ist, ob der überhaupt noch funktioniert. Denn der sicher winzige Akku im Schlüsselanhänger dürfte Ewigkeiten ungeladen hinüber sein …

 


KI – Künstliche Intelligenz in Fotografie und Journalismus

25. April 2024, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

Fotos zur Vorsicht unkenntlich gemacht!

Passend zum Erscheinen der neuen Ausgabe „journalistenblatt“ – siehe oben – kam aus der kleinen privaten WhatsApp-Fotografengruppe diese Anfrage: „Ich muss für einen Kunden Fotos machen von ein paar verschiedenen Kirschkernkissen (!). Bin dafür auf der Suche nach einem weiblichen Model, Idealerweise so um die 30 mit normaler Figur und halbwegs hübsch. Kennt da jemand jemanden...? (…) Die Bilder würden auf die Verpackung kommen …“

Ich konnte zwar kein Model liefern, aber mein Ehrgeiz war geweckt!

Besonders nach Lektüre des „journalistenblatts“, das als Thema unter anderem „Künstliche Intelligenz: Ein Fotografen-Killer“ und „Journalismus am Ende: KI bei Springer und Co“ hatte. Hier der Link https://www.journalistenblatt.de/journalistenblatt-ausgaben/journalistenblatt-1-24.html wo die komplette Ausgabe als PDF runterzuladen ist. Als begeisterter Amateurfotograf und Hobby Technik-„Journalist“ muss ich mir natürlich keine Sorgen machen. Aber die Leute, die mit Fotografie und Schreiben ihren Lebensunterhalt verdienen …

Was für mich interessant sein könnte, wäre eine schöne Szene mit Menschen drauf, die ich nicht um Fotografier-/Veröffenterlaubnis bitten konnte oder wollte. Die Personen werden dann per KI „ausgetauscht“ und das Foto mit dem Hinweis versehen: „Die Personen auf dem Foto sind von Künstlicher Intelligenz erzeugt. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind reiner Zufall“. Oder so ähnlich.

Spannend im "journalistenblatt" der Part von Doc Bauman, DER vermutlich beste deutsche Kenner von Photoshop, der den Leser vergleichen lässt: "Echt oder KI". Um am Ende des Beitrags dann auch die Lösung zu liefern.

Und jetzt das gewünschte Model für die Kirschkernkissen

Nichts an diesen Fotos ist echt!

Ich war neugierig, erstaunt und entsetzt. Ob das nun Kirschkernkissen sind, lass ich mal offen ;-) Aber diese drei Varianten hat Photoshop nach Erstellen eines leeren Fotos und Eingabe von "Nice white woman presenting cherry stone pillows" etwa "Hübsche, nette weiße Frau präsentiert Kirschkernkissen" generiert. Die Diskussion, ob es nicht auch eine dunkelhäutige Frau aus Afrika hätte sein können, lassen wir hier mal weg! Hier wird nicht "ge-woked"!!! Mit Eingabe in deutscher Sprache hatte ich es nicht probiert. Womit die KI nach wie vor Probleme hat, das sind Hände. Die in Variante 1 und 2 keine Rolle spielen, in Variante 3 aber immer noch "Zombie-mäßig" wirken.

Und doch. In spätestens zwei, drei Jahren, wenn die KI noch besser wird, werden viele derartige "Fotos" dann komplett ohne Fotografen entstehen! Nur am Comuter generiert, wozu natürlich einige Kenntnisse an Bildaufbau, Grafik, Gestaltung sehr nützlich sind! 

"Schöne neue Welt?" nach Aldous Huxley – ich weiß nicht …

Lesen Sie zum Thema KI/AI unbedingt den Beitrag von Chrsitian Zahn: Erzeugen von Testbildern mit Abobe Firefly Image Generation 3 

 


Was das Smartphone bewirkt …

22. April 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Einst möglicherweise für einen Urlaub erworben, dann vielleicht noch ein paarmal benutzt und dann samt Tasche in den Schrank und fast vergessen …

Diese interessante 8 Megapixel Bridge-fast-Superzoom-Digitalkamera Pro815 mit einem KB-äquivalenten 2,2-4,6/28-420 mm Zoom vom nicht mehr als Kamerahersteller existierenden Unternehmen Samsung hatte es mir irgendwie angetan. Für dieses Trumm einer DSLR-ähnlichen Kamera habe ich dann doch ausnahmsweise mal deutlich über Flohmarktniveau 60 Euro inkl. Porto investiert.

Praxisbericht wird ein bisschen dauern, aber ist "in Arbeit" ;-)

 


Heia Safari auf Flohmärkten

18. April 2024, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln

Beute ;-)

Aluboxen kaufe ich nur auf kleineren Flohmärkten! Als Sammler kann man davon nicht genug haben ;-) Kosten 5 Euro.

Und auf der Box?

Die großartige Nikon Coolpix 8800 von 2004: 8 Megapixel, stabilisiertes KB-äquaivalentes 35-350 mm 10-fach Zoom, Kosten 15 Euro, aber ein schwerwiegender Nikon-selbstgemachter Makel. "Was hat die Nikon-Konstrukteure, Marketingleute geritten, als sie für diese 2004 vorgestellte 8 Megapixel Kamera Coolpix 8400 den Akku EN-EL7 kreierten? Einen Akku, der mit nur noch in der Coolpix 8800 Verwendung findet. Einen Akku, für den in GB/USA mit Porto bis weit über 100 Euro investiert werden müssen. Einen so exotischen Akku, für den es keine Nachbauten gibt!" Den für die CP 8800 angebotenen Nikon MB-CP11 Akku-/Batteriegriff kann man getrost vergessen. In dem sind nicht nur Kontakte vergoldet, auch der Preis ist "vergoldet". Bedeutet so überhöht, dass er uninteressant ist … Für mich egal, ich habe noch zwei oder drei Akkus EN-EL7. Aber das muss man halt wissen!

Und das Objektiv?

Ein Sigma AF TELE 1:5.6 f = 400mm MULTI-COATED APO mit Canon EOS-Anschluss lasse ich für 6 Euro auf keinen Fall liegen. Bei einem auf dem Flohmarkt nicht erkennbaren Elektronik-Totalschaden ein verschmerzbarer Verlust! Was bei diesem Exemplar nicht der Fall war! Aber auch hier muss man um eine Einschränkung wissen. Mit Einführung des modifizierten Canon EF-S Bajonettes für die APS-C Sensor gerecheten Objektive, wurde die Kamerasoftware/Firmware (bewusst/gewollt?) so geändert, dass beispielsweise dieses 400 mm Sigma bei entsprechenden Canons nur mit Offenblende zu betreiben ist. Sobald man auf f/8 abblendet, klappt der Spiegel hoch und die EOS blockiert mit einem ERR99. Uneingeschränkt einsetzbar ist das 400er auf der EOS 1D, vermutlich auch 1Ds – habe ich nicht probiert – und den ersten EOS-DSLRs D30 und D60. Wahrscheinlich auch auf der 10D, denn die hat noch nicht den EF-S Anschluss. Bei meiner 300D und 20D – ERR99.

Auf der 13,5 Megapixel Vollformat Kodak DSLR von 2004, der DCS ProSLR/c mit Canon EOS-Bajonett läuft das 400 mm Sigma übrigens auch störungsfrei! Grundlage für die Kodak DCS ProSLR/c waren seinerzeit die SIGMA SD9 und SIGMA SD10.

 


Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk