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15. November 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Pentax 110 Analog-Objektive auf der kleinsten DSLM der Welt: Pentax Q

Den "Winzlingen", den für die wohl kleinste Analog-SLR der Welt – Pentax 110 – gerechneten Objektiven, haben wir mehrere Praxisberichte gewidmet:

Der Einsatz der für den 110 Pocketfilm und sein Negativformat von 13 x 17 mm gedachten Objektive auf der spiegellosen Fuji-Systemkamera mit 15 x 23 mm APS-C Sensor endete allerdings in Spielerei, durchaus netter Lomographie. Grund: Das 15 x 23 mm APS-C Sensorformat ist für die Pentax 110-Objektive bereits zu groß. Auf der 13 x 17 mm microFourThirds DSLM müssten die Pentax 110 Objektive rein rechnerisch perfekt  "performen". Und ganz sicher auf dem noch kleineren  6,2 x 4,6 mm (Cropfaktor 5,6) Sensor der Pentax Q.

Um das zu probieren, wurde für die unlängst "wiederentdeckte" Pentax Q ein entsprechender Adapter für Größenordnung 24 Euro geordert. Zur Demonstration wurde das 24 mm Pentax 110 samt Fuji X-Adapter einfach auf die Pentax Q gelegt. Der Adapter Pentax-110-Objektive-auf-microFourThirds wäre interessanter, der Adapter ist mir aber mit um 40 Euro zu teuer zum Spielen. Vielleicht ein andermal …

Hier ein frisches Beispiel aus dem Herbst 2022

Aufgenommen vor der Haustür mit dem 2,8/20-40 mm Pentax 110 auf der Fuji X-E1. Mit Offenblende – die 110er Objetive können nicht abgeblendet werden – bei 40 mm Brennweite. Ein ausführlicher Praxisbericht mit meinen beiden Pentax 110 Linsen wird folgen, wenn der Adapter eintrifft. Eher 2023, denn es soll im neuen Jahr ja auch etwas zu lesen geben ;-)

 


Pentax Q Objektive – oder: Das Spielen geht weiter ;-)

10. November 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Bei vielen Pentax Q Besitzern – und hoffentlich auch Anwendern ;-) – dürfte es beim Standard ZOOM 2,8-4,5/5-15 mm (28-84 mm @KB) auf der Q geblieben sein.

Dabei gibt es zur Q 8 Objektive

  • Standard ZOOM 2,8-4,5/5-15 mm (28-84 mm @KB)
  • Standard PRIME 1,9/8,5 mm AL (47 mm @KB)
  • Wide Zoom 3,7-4/3.8-5.9 mm (21-33 mm @KB)
  • TELE ZOOM 2,8/15-45 mm (84-252 mm @KB)
  • Fish-Eye 5,6/3,2 mm (18 mm @KB)
  • Toy Lens Wide 7,1/6,3 mm (35 mm @KB)
  • Toy Lens Tele 8/18 mm (100 mm @KB)
  • Kameradeckel-Objektiv 9/11,5 (64 mm @KB)

Nicht uninteressant, aber weil Exoten, auch überwiegend zu „exotischen“, sprich unrealistischen „Apotheken-Preisen“ angeboten. Dennoch habe ich mir schon vor längerer Zeit aus Neugier das Vollformat Fish-Eye 5,6/3,2 mm (18 mm @KB) gegönnt. Vollformat bedeutet in diesem Fall Auszeichnung der kompletten Sensorfläche. Preis? Weiß ich nicht mehr, aber garantiert nicht „exotisch“ ;-) Dazu gesellt sich jetzt ein 05 TOY LENS TELEPHOTO 18mm f8 für vertretbare 32,50 Euro (englische Pfund gegen Euro).

„Problem“

Eigentlich sind diese beiden Original Pentax Q Objektive für den kleinen Sensor vollkommen ungeeignet. Der Pixelabstand/Pixelpitch für die Pentax Q beträgt 1,5 µ. Laut Theorie dürfte man kein Objektiv auf der Pentax Q stärker als 2 x Pixelpitch 1,5 µ = f/3 abblenden. Weil dort die Beugungsunschärfe beginnt. Bereits das Standard ZOOM 2,8-4,5/5-15 mm liegt bei Endbrennweite über Blende f/3 und erst recht das Fish-Eye 5,6/3,2 mm sowie die kommende 05 TOY LENS TELEPHOTO 18mm f8. Man wird sehen, wie weit Theorie und Realität sich da „beißen“ …

Übrigens: Fisheye und Tele müssen manuell fokussiert werden!

Praxisbericht folgt


CCTV LENS 3.5mm-8.00mm F1.4 MP-IR und C-Mount 25mm 1:1.4 TV LENS

04. November 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Weil der erneute Einsatz des Fujian CHINA TV LENS GDS-35 f=35mm 1:1.7 so viel Spaß gemacht hat, wurden zum Spielen und Experimentieren noch zwei weitere Objektive mit C-Mount geordert:

  • CCTV LENS 3.5mm-8.00mm F1.4 MP-IR
  • 25mm 1:1.4 TV LENS

Für 12/19 Euro ein überschaubares Risiko.

Von den 16 Megapixel der Olympus OM-D E-M5 mit ihrem stabilisierten 13 x 17 mm microFourThirds-Sensor werden aber vermutlich nicht viele MPs übrigbleiben, da das Mini Zoom nur für einen 3,6 x 4,8 mm 1/3“ Sensor ausgelegt ist. Rechnerisch dürften es nur um 1,3 Megapixel sein … Vorausgesetzt das Zoom lässt sich auf Unendlich fokussieren. Das 25mm 1:1.4 ähnelt stark meiner verflossenen Toy Lens. Da geht wahrscheinlich etwas mehr.

Kleine Bildsensoren …

Da ist doch die perfekte Systemkamera im Bestand! Die kleinste DSLM der Welt, die Pentax Q hat einen Sensor von 4,6 x 6,2 mm Größe. Der müsste für C-Mount Objektive doch prädestiniert sein. Deshalb wurden zu den zwei C-Mount Spielzeugen gleich noch ein Adapter C-Mount-auf-Pentax Q-Bajonett bestellt.

Vorabtest …

Solange die C-Mount Objektive und der benötigte Adapter noch nicht da sind, wurde die Pentax Q einer kurzen "Funktionskontrolle" unterzogen. Läuft! 

Bisher mein einziger Adapter für die Pentax Q: Nikon-F-auf-Pentax-Q  Also wurde kurzerhand in die Alubox gegriffen und das nette Nippon Kogaku Japan NIKKOR-H Auto 1:3.5 f=28mm entnommen. Mit dem ich noch kein Foto aufgenommen habe! Das oben ist das erste Foto. Was natürlich kein Leistungsbeweis sein kann, denn die Pentax Q hat einen Cropfaktor von 5,6 (!), das 28er wirkt also wie ein 157 mm Tele … Aber das Setup funktioniert wie gewünscht, die manuelle Fokussierung samt Sucherbildzoom und Fokuspeaking. Bei einem Pixelabstand/Pixelpitch von 1,5 µ hätte ich das 28er eigentlich nur bei Offenblende f/3,5 benutzen dürfen. Gewöhnlich lässt sich die Beugungsregel Pixelpitch x 2 aber großzügiger auslegen. In diesem Fall 2 x 1,5 = f/3. Die f/5,6 scheint noch keinen "Schaden" durch Beugungsunschärfe verursacht zu haben … 

Ich bin gespannt, was sich mit den zwei C-Mount Objektive in mFT und auf der Pentax Q "Kreatives" anstellen lässt. "Kunscht"? ;-) Wir werden sehen!

Pentax Q mit C-Mount Adapter und 35mm Fujian

Funktioniert bestens! Die weiteren Spielzeugobjektive können kommen …

 


Nostalgische Zeitreise 45 Jahre in die Vergangenheit

28. Oktober 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Fotoausrüstung 1977

Nach der gar nicht üblen Ricoh TLS 401mit M42 aus dem damaligen Versandhaus Neckermann wollte ich 1977 unbedingt zur Marke der "richtigen" Profis: Nikon. Obwohl die Ricoh mit ihrem "umschaltbaren" Sucher ein interessantes Feature bot. Der gewöhnliche Blick durch den Prismensucher ließ sich auf einen Dreh am Schalter des Ricoh TLS 401 Sucher auf Einblick von oben umschalten. Es ist kein Einblick auf Distanz wie beim gewöhnlichen Lichtschachtsucher, man muss mit dem Augen ans zweite Okular. Oder wie beim Lichtschachtsucher, wenn man dort die meist vorhandene Lupe zum genaueren Fokussieren ausklappt. Aber es war eine Möglichkeit, die ich Greenhorn in meiner Anfangszeit überhaupt nicht zu deuten, zu schätzen wusste. Und die Ricoh trug den "falschen" Herstellernamen ;-)

Nikon Start

Meine Nikon Startausrüstung bestand dann aus einer Nikkormat FT2 – hier als Stellvertreter meine japanische Variante Nikomat (ohne "Doppel-k" und ohne "r") —, dem braven  und gleichen 2,0/50 mm Nikkor Normalobjektiv, einem 3,5/28 mm Weitwinkel Nikkor — das abgebildete 28er ist deutlich älter — und dem gleichen 3,8/75-205 mm Vivitar. Ein 4,5/80-200 mm Nikkor war 1977 für mich unerschwinglich.

Das 50 mm Normalobjektiv habe ich schon auf die 24 Megapixel Vollformat Nikon Z6 adaptiert, das 28er und das Vivitar Zoom werden folgen. Je nach Zeit, Lust und Laune ;-)

 


Welchen Stoff haben Kodak-Entwickler, Marketingleute und Management geraucht?

21. Oktober 2022, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

Sicher blieb Kodak die eigene Kanibalisierung des analogen Films nicht unverborgen und hätte den Verlauf des Niedergangs vielleicht verlangsamen und gezielter steuern können. Unbedingt sehenswert dazu das Youtube-Video "Firmen am Abgrund: Kodak - Das Foto-Unternehmen". Die ZDF-Dokuschriebdazu: "Kodak galt als Inbegriff für Foto und Film. Doch die Kodak-Bosse ignorierten Digitaltechnik und das Smartphone. Eine der spektakulärsten Fehlentscheidungen der Wirtschaftsgeschichte." Kodak hat am Ende alles verloren! 2005 mit der hier vorgestellten Kodak EasyShare P850 war so etwas der Anfang vom Niedergang, 2012 kam das Ende. 2012 stellte Kodak die Produktion von Digitalkameras, Diafilmen und dem Schwarzweißfilm P3200 T-Max ein. Am 3. September 2013 verkaufte Kodak seine Filmproduktion und gab damit das ehemalige Kerngeschäft auf. Und das war’s einstweilen mit Kodak! Quelle: Wikipedia

Jetzt — Herbst 2022 — berichtet die Schweizer Internetseite fotointern.ch

"Neue Günstige Kompakt- und Bridge-Kameras von Kodak"

"Es fühlt sich an wie eine Zeitreise in die Vergangenheit von vor 15 bis 20 Jahren, wenn man digitale Kompaktkameras und den Namen Kodak zusammen in einem Satz liest oder ausspricht. Dennoch ist es so, dass unter der Marke «Kodak PixPro» nun drei neue Kompakt- und drei Bridge-Kameras angeboten werden, die demnächst auch in der Schweiz erhältlich sein sollen."

Preise für die Bridge-Kameras

  • Kodak PixPro AZ255, 25x-Zoom UVP 199.99 Euro
  • Kodak PixPro AZ405, 40x-ZoomUVP 229.99 Euro
  • Kodak PixPro AZ425, UVP 249.99 Euro

Ich habe für die beiden oben gezeigten Kodak EasyShare Modelle P850 und ZD710 (Vorstellungsjahr 2006) meiner Digitalkamerasammlung kein Zehntel der für die PixPro-Modelle oben genannten Preise bezahlt. Diese Kameras gehen vom Aussehen in die Richtung der aktuellen PixPro Bridgekameras. Die natürlich deutlich mehr Zoombereich von Weitwinkel zu Tele bieten.

Aber was soll dieser völlig sinnlose Kodak-Neuaufguss? Hat Kodak aus der eigenen Geschichte nichts gelernt? Auch wenn das "neue Kodak" außer dem Namen nichts mehr mit dem alten Kodak zu tun hat …

 


PHOTOPIA HAMBURG 2022 Nachlese

19. Oktober 2022, Ralf Jannke - Wissen

Ist das einen Bloggbeitrag wert?

Ich hätte das nicht gebloggt, wenn ich nicht heute (Dienstag, 18. Oktober) das unten abgebildete fast schäbige Plakat auf der Litfaßsäule gesehen und abgelichtet hätte …

Womit werden heute die gigantischen Hallen der Kölner Messe gefüllt? Mit – Hochzeitsmessen …

Wikipedia schreibt: "Die erste photokina wurde 1950 auf Initiative des Präsidenten des Fotoverbandes, Bruno Uhl, durchgeführt. Als Rahmenprogramm wurden sogenannte Bilderschauen durchgeführt, die bis 1980 von Leo Fritz Gruber organisiert wurden."

Die beiden Herren dürften in ihren Gräbern rotieren, wenn sie wüssten, wie "ihre" Photokina von unfähigen und geldgeilen Stümpern kaputtgemacht wurde! Köln, das Mekka für Brautmoden …

 


Canon spiegellos

14. Oktober 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Komplett-Entsorgung :-(

Es macht nicht mal vor einer ausbaufähigen Systemkamera halt! Ein klassisches "Opfer" des Smartphones. Eingepackt war nicht nur die Kamera, sie kam gleich in und mitsamt einer sichtlich kaum benutzten Fototasche. Eine Canon EOS M10 mit Original- und Nachbau-Akku, Ladegerät, 15-45 mm Zoom und 16 GB Speicherkarte für 75 Euro.

Trotz guter Ausstattung, einer Zoombrennweite umgerechnet aufs Kleinbildformat von 24-72 mm Brennweite und WiFi-Anbindungsmöglichkeit ans Smartphone muss sich die Vorbesitzerin fürs Smartphone entschieden haben …

Praxisbericht folgt!

 


EXPERT ZOOM 1:3,5 F=40-105mm — musste das sein?

10. Oktober 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Es war die ungewöhnliche Brennweite dieses 40-105 mm Zooms. Es kam mit Olympus OM-Bajonett.Da ich den Olympus OM-/Nikon Z-Adapter habe, habe ich dieses Expert-Zoom für 18 Euro gerne noch an Bord genommen.

Als zunächst Intercop GmbH wurde Expert 1967 vom schwedischen Geschäftsmann Gunnar Nygren gegründet. Expert ist eine Einzelhandelskette, die bis heute mehrere hundert Filialen in einer Reihe von Ländern weltweit hat. Heute aber kein Fotogerät mehr im Angebot hat.

In den Hochzeiten der analogen Fotografie mit analogen Spiegelreflexkameras suchten Hobby-Fotografen nach preiswerten Alternativen zu teureren Objektiven weiterer japanischer OEM-Hersteller (Sigma, Soligor, Tamron, Tokina). Und wurden bei der Expert Einzelhandelskette fündig.

Die Expert-Objektive wurden von Drittanbietern gekauft und als "Expert" gelabelt. Viele der Expert-Objektive sind identisch mit den von Chinon und Tamron vertriebenen Objektiven. So auch dieses Zoom.

Kurzbericht je nach Eintreffen im Lauf des Herbsts oder über die Weihnachtsfeiertage

 


Als Tokina auch noch Tokyo Koki hieß

08. Oktober 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Tokyo Koki W. TOKINA 1:2.8 f=35mm

Camera-Wiki schreibt (verkürzt):

"Tokina Co., Ltd ist ein japanischer Objektivhersteller. Das Unternehmen wurde im Mai 1950 in Shinjuku, Tokio, als Tokyo Optical Equipment Manufacturing gegründet. Frühe Objektive waren mit Tokyo Koki gekennzeichnet, einer verkürzten Version der phonetischen Übersetzung des Firmennamens ins Englische, Tokyo Koki Seisakusho. Die Firma wurde von ehemaligen Nikon-Ingenieuren als OEM-Hersteller gegründet und produzierte ursprünglich Objektive für andere Unternehmen wie Ponder und Best (später Vivitar). In den frühen 1960er Jahren begann das Unternehmen mit dem Verkauf von Linsen unter seinem eigenen Markennamen Tokina[3], während es weiterhin Linsen für andere Marken wie Soligor und Asanuma herstellte. (…)"

The history of Tokina 1950-2020

Das 35 mm Tokina wird gelegentlich mit dem Zusatz "Excellent Rare (Selten)" zum irren Preis von Größenordnung 250 US $ angeboten. Gekauft habe ich das 35er zum 1/10 dieses Mondpreis' für 25 Euro …

Praxiskurzbericht folgt


Oktober-/Herbstprogramm

04. Oktober 2022, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Der bessere Dreilinser!

Volltreffer! Es "blubbert"! Hier das Trioplan auf meiner geliebten Fuji X-E1

Es ist schon über ein Jahr her, als es den Praxisbeitrag "Experimentiervergnügen für wenig Geld!" gab.

Gegenstand war das dreilinsige bis 1963 gebaute Meyer-Optik Görlitz Trioplan 1:2.9 50 V, adaptiert auf die 24 MP Vollformat Nikon Z6. In der Hoffnung auf einen leuchtenden, goldenen Herbst und auf der weiteren "Jagd" nach dem berühmten "Seifenblasen-Bokeh" geht das Trioplan im Oktober mit auf die Reise in den Norden. Praxisbericht kommt …


Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk