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Keine Ausrüstung für Action und Sport!

19. November 2020, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Dafür aber fürs völlig entspannte Bildermachen

Das Sammeln alter Digitalkameras ist bei mir praktisch zum Erliegen gekommen. Was an der eigenen Sammlung liegt, die alle Facetten der Digitalkamerageschichte abdeckt. Interessante und seltene Teile zu Apothekenpreisen dürfen gern weiter in den virtuellen Regalen verstauben. Aber vielleicht bringt die lange Flohmarktpause ab Frühjahr 2021 (?) ein paar Überraschungen. Abgesehen davon trägt mittlerweile Christian Zahn mit seinen Beiträgen zur Erweiterung der Digitalkamerageschichte bei.

Was das Sammeln angeht, bieten alte Objektive aber ein unerschöpfliches Betätigungsfeld

Oben meine beiden Neuzugänge: Ein russisches 2,8/28 mm Industar von Pancake-Abmessungen mit Leica M39 Schraubanschluss und ein dreilinsiger Leckerbissen, ein FEINMESS DRESDEN Bonotar 1:4.5/105 V mit Exakta-SLR-Bajonett.

Erweiterte Altglas-Kreativausrüstung für 2021

So kann man sich auch "Druck" aufbauen ;-) Aber 2021 kann nur besser werden. Und fürs dann hoffentlich unbeschwertere Bildermachen bin ich gerüstet!

Details und mehr darüber demnächst …

 


Not mint ;-)

28. Oktober 2020, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Höchstes Glück für einen Sammler ist die Gerätezustandsbeschreibung: "mint"

Komplett "in mint condition", übersetzt: "neuwertig, wie neu". Idealerweise originalverpackt, nie benutzt…

Das ist bei dieser Kamera eher nicht der Fall ;-) Was da gezeigt wird, ist sicher kein simpler Fallschaden. Über diese russische Zorki 4 Messsucherkamera – ein an die Leica II angelehnter Nachbau – muss etwas sehr Schweres drübergerollt sein. Und doch habe ich das Angebot von 16 Euro wahrgenommen, um an das lichtstarke 2/50 mm Jupiter 8 Objektiv mit (Leica) M39 Schraubanschluss zu kommen!

Was trotz des erbarmungswürdigen Zustands noch einwandfrei funktioniert! Fürs erste Foto wurde es auf die FUJIFILM X-E2 adaptiert, meine letzte verbleibende spiegellose Fuji. Die per M39-/Fuji X-Adapter auch schon das in kyrillischen Lettern beschriftete Industar 3,5/50 mm mit M39 mm Leica Schraubanschluss beherbergte. Ein lichtschwacher Vierlinser. Jetzt also das (vermutl.) 6-linsige, lichtstarke 2/50 mm Jupiter 8.

Im geblitzten Foto auf der Nikon Z50 sieht das Jupiter schrottreif aus. Tatsächlich ist es aber deutlich besser, wie im Foto daneben gezeigt. Zur Demonstration wurde das 50 mm Jupiter auf den M42-/Nikon Z-Adapter gelegt, der benötigte M39-/Nikon Z-Adapter ist aus China unterwegs.

Das Jupiter ist eine Zeiss Sonnar Kopie. Es zeichnet bei Offenblende relativ weich und große Blenden sind von der Fokussierung her nicht einfach zu handhaben – war irgendwo im Internet zu lesen. So gut wie jedes (ur)alte Objektiv lässt sich adaptiert auf eine spiegellose Systemkamera sicher fokussieren, wenn man auf die angebotenen Hilfen zurückgreift. Gemeint ist die Kantenanhebung (Focus Peaking) in wählbarer Farbe. Bei mir gewöhnlich Rot. Damit verliert das manuelle Fokussieren auf den Punkt seine Schrecken!

Dank neun Blendenlamellen soll beim Abblenden immer ein ziemlich runder Kreis gebildet werden, was die Unschärfe vor und hinter dem fokussierten Hauptmotiv besonders angenehm machen soll. Das berühmt berüchtigte Bokeh.

Keine Frage, dass mir ein gleichlichtstarkes Contax-/Zeiss-, Leica- oder Nikon Normalobjektiv lieber wäre, aber da verzehn-/verzwanzigfachen sich die Kosten gegenüber dem russischen 2/50 mm Jupiter 8 Objektiv … Was den Spaß am Altglas aber nicht trübt! Fürs erste kommt das Jupiter nur auf die Nikon Z50 mit ihrem kleinen 15 x 23 mm APS-C-/DX-Sensor. Sobald aus China der M39-/Nikon Z-Adapter eintrifft. 2021 werde ich dieses 2/50 mm Jupiter 8 und ausgesuchte Objektive meiner Sammlung erneut ausprobieren. Dann bis in die Formatecken auf einer Vollformat-Spiegellosen.

Der erste Eindruck auf der FUJIFILM X-E2 ist vielversprechend:

Stativ und alte Minoltas aufgebaut und los …


Canon Profis

04. Oktober 2020, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

OK, das „Pro“ in der Canon Powershot Pro70 steht mehr für „Pro-sumer“. Eine Konsumer-Kamera mit gewissen pro-fessionellen Details, Die Canon Powershot Pro 70 wurde hier erstmalig gewürdigt.

Durch und durch Profi: Canons erste Vollformat-DSLR von 2002, die 11 Megapixel EOS 1Ds

Nach "Rücksturz" zu Nikon ist bis Jahresende 2020 und das neue Jahr 2021 wieder Zeit für den großen Mitbewerber Canon und andere „Restbestände“. 

CaNikon können sich eh gegenseitig die Wunden lecken. Denn: „Die internationale Nachrichtenagentur Associated Press (AP) will alle ihre Bild- und Videojournalisten weltweit exklusiv mit Kameras und Objektiven von Sony ausstatten.“ Nur noch mal zur Erinnerung: Panasonic stellt 2008 mit der G1die erste spiegellose Systemkamera (DSLM) der Welt vor. Sony präsentiert mit der 24 Megapixel Alpha 7 2013 die erste Vollformat DSLM der Welt. Canon und Nikon? 2018 kommen – fünf Jahre zu spät – die Vollformater Canon EOS R/RP und Nikon Z6/Z7 … Ein Ergebnis des langen Schlafs ist die Ankündigung der Associated Press.

Zur Canon Powershot Pro70

Diese 1998 vorgestellte „Fehlzüchtung“ aus analoger Semiprofi-Canon EOS und aufgepfropfter Konservendose im Titan-Look ist ein Ausbund an Hässlichkeit. Aber eine interessante Kamera, die ich gerne in die Sammlung aufgenommen habe. Die Powershot Pro70 verlangt allerdings einen so exotischen Akku, der heute partout nicht mehr zu bekommen ist. Die Lösung war simpel. Denn meine Powershot 70 Pro kam seinerzeit komplett mit Netzteil und Dummy, der einfach ins Akkufach geschoben und dann via Kabel ans Netzteil angeschlossen wird. Statt Netzteil macht jetzt ein anschließbarer Batteriehalter die 70 Pro autark. Nicht eben elegant, aber einwandfrei funktionierend!

Und der Höhepunkt meiner Canon Sammlung, die 11 Megapixel Vollformat EOS 1Ds wurde noch nicht wirklich gewürdigt. Da kam für die ganze Welt eine üble Virengeschichte dazwischen. Heißt, man konnte nicht wo und wie man wollte unbeschwert in der Gegend rumfotografieren. Aber es werden wieder bessere, sicherere Zeiten kommen. Mit der EOS 1Ds will ich nicht einfach nur durchs "Dorf" laufen. Dafür ist sie viel zu schade!

Und dann muss ich überlegen, was denn für 2021 neben der EOS 1Ds nochmal neu, intensiver aufgelegt werden kann. Was über die Jahre vielleicht zu kurz gekommen ist. Wenn es da Wünsche aus der Leserschaft gibt: Vorschläge sind willkommen.


Pentax *istD L2: Lang, lang ist’s her – 5 Jahre

27. September 2020, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

2015 gab es den ersten Praxisbericht über diese unspektakulären 6 Megapixel 15 x 23 mm APS-C Sensor DSLR. Jetzt wurde sie ausgepackt und problemlos wieder in Betrieb genommen. Mit dem PENTAX-F ZOOM 1:3.5-4.5 28-80mm, das sich im Praxisbericht zur 10 Megapixel Pentax K200 als "digital nicht geeignet" erwiesen hatte.

Trotzdem jetzt ein zweiter Versuch mit diesem eigentlich nicht uninteressanten Zoom, das beim Brennweitenende 80 mm mit f/4,5 fast doppelt so lichtstark ist wie die üblichen 3,5-5-6/18-55 Kit-Zoomobjektive. Große Überraschung: Das Zoom liefert auf der Pentax *istD L2!

Mehr im Praxisbericht, der in Arbeit ist!

Der Herbst wird tatsächlich Pentax-lastig ;-) Ich kann noch einen Gastbeitrag "Pentax K-x mit Manuellfokusobjektiven" ankündigen und die vielleicht gar nicht so bekannte kleinste spiegellose Systemkamera der Welt, die Pentax Q.


Für den unbeschwerten Rundgang

23. September 2020, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Macht immer wieder Fotografierlaune!

Was ist ein fummeliges Smartphone schon gegen eine richtige Systemkamera? Nichts! Hat schon wieder viel zu lange gelegen, die wunderbare Olympus E-1. Bis auf Lichtstärke bieten die beiden abgebildeten Zooms umgerechnet auf Kleinbild durchgehend 18 mm Superweitwinkelbrennweite bis 360 mm 7-fach Tele. Trotz "Lebewohl" Fuji DSLMs und "Willkommen" Nikon DSLM (Z50) übt diese in-die-Hand-gebaute erste FourThirds DSLR der Welt, die Olympus E-1 immer wieder großen Reiz auf mich aus.

Die Motive sind im Kasten, der Praxisbericht in Arbeit. In den Startlöchern steht die nicht minder interessante Olympus E-330. Oder doch etwas anderes aus dem Kanon oder, oder, oder?


RAW ist gar nicht roh! Und andere Ungereimtheiten und Wunder …

13. September 2020, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Wie kommt es, dass Objektive digital Leistungen bringen, die sie analog nie abliefern konnten?

Im Beitrag "Können moderne System zaubern?" wurde es nur angedeutet, vermutet, wie diese „Zauberei“ möglich ist. Zu diesem Thema sollte man unbedingt den Beitrag: "Ist RAW wirklich roh?" studieren. Der Autor — Dr. Schuhmacher — mag für den einen oder anderen umstritten und wissenschaftlich langatmig sain, aber sein Beitrag über RAW trifft voll ins Schwarze. 

Wirklich "roh" dürften nur die Dateien aus dem ersten Kodak DSLRs der 1990er Jahre gewesen sein. Im Kodak-Rückteil der analogen SLRs von Canon oder Nikon wurde nur digitalisiert, mehr nicht. Selbst ein Weißabgleich war nur hinterher per Software möglich. Ab 2000 dürfte mit jeder neuen Digital-SLR mehr und mehr kameraintern bereits in den "Rohdaten" "rumoptimiert" worden sein. Und das trifft auch für die Kamerahersteller-interne Software zu. Die analysiert unabhängig vom Speicherformat RAW oder JEPEG jede Aufnahme auf Randunschärfen, -abdunklung (Vignettierung) und Verzeichnung und korrigiert soweit möglich. Auch wenn die Fotos mit der Kamera unbekannten Objektiven aufgenommen wurden.

Um eine Ahnung zu bekommen, wie groß der Einfluss der Kamera-Firmware sein könnte, werde ich je nach Zeit und Lust bei einem späteren Rundgang in 2021 mit einem beschädigten 3,5/20 mm Nikkor und adaptierbaren Objektiven auf der analogen Nikon F501 losziehen. Auch wenn beim Einsatz von M42-Objektiven eine Linse im Adapter benötigt wird, die für die Unendlicheinstellung sorgt! Digital störte die Linse jedenfalls nicht.

Soweit die Begutachtung eines Farbnegativfilms nach der Entwicklung das hinterher zulässt. Denn in der Analogfotografie rechnete kein Kamera-Computer Randundschärfen, Randabdunkelungen und Verzeichnung raus!


Am 6. September ist es 50 Jahre her

06. September 2020, Ralf Jannke - Wissen

Gitarren-Gott Jimi Hendrix spielte am 6. September 1970 auf dem Love-and-Peace-Festival auf der Ostseeinsel Fehmarn das letzte Konzert seines Lebens

12 Tage später wurde Jimi Hendrix (1942 - 1970) am 18. September 1970 tot in seiner Wohnung in London gefunden. Ihm zu Ehren wurde auf dem ehemaligen und heute naturgeschützten Festival-Gelände auf der Ostseeinsel dieser Gedenkstein errichtet. Abgelichtet Oktober 2016 mit dem letzten Energierest der Olympus Camedia E20P.

Und wie es sich für Hendrix gehört mit Pixlr-o-matic in "Purple Haze" getaucht und mit einem passenden Rahmen versehen ;-)

Der komplette Praxisbericht zu Olympus E20P liegt hier:

https://www.digicammuseum.de/geschichten/erfahrungsberichte/olympus-dslrdslm-camedia-e20p/


Zwischenstand zur spiegellosen Nikon Z50

23. August 2020, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

So sollte es zunächst in den Sommer gehen …

In den Urlaub ging dann schließlich dieses Set

Abzüglich des Nikon DX AF-S NIKKORs 35mm 1:1.8 G. Stattdessen kam noch das Nikon AF DX Fisheye-Nikkor 10,5 mm 1:2,8G ED dazu sowie das ultralichtstarke Nikon NIKKOR 55mm 1:1.2 Den 35 mm Part übernahm zeitweilig das rund 50 Jahre alte Nippon Kogaku Japan NIKKOR-S Auto 1:2.8 f=35mm. Eine Handvoll Fotos entstand mit dem Nikon DX VR AF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 G II und ein paar wenige Bilder wurden mit dem Nikon NIKKOR*ED 400mm 1:5.6 aufgenommen.

Die große Mehrzahl der Sommerfotos wurde mit dem adaptierten 10-20 mm Nikkor und dem 50-250 mm Z-Nikkor aufgenommen. Aktuell bin ich bei der Auswahl der Nikon Z50 Fotos für ein Fotobuch. Endlich (!!!) kam die Einsicht, nach langen Ferien nicht den größten Teil der Fotos wie viel zu oft zuvor auf Datenträgern verschwinden zu lassen, sondern die Erinnerungen in Fotobuchform festzuhalten! Sobald die zwei gleichen Fotobücher in der Bestellung sind, mache ich mich an den Praxisbericht zur Nikon Z50. Auch mit der Argumentation "Warum von Fuji zurück zu Nikon?"

Auch wenn die Z50 im zarten Alter von einem Jahr eigentlich nichts im Digicammuseum.de zu suchen hat. Aber wie schon die Fuji-DSLMs ist auch die Nikon Z50 ein tolles "Digiback" für (ur)alte Objektive. Womit ein musealer Anstrich gewährleistet ist.

(Europäisches) Bison (oder Wisent), Hirschkühe, Graureiher

Wenn derartige Fotos meine Hauptbeschäftigung wären, würde ich in ein 5,6/200-500 mm Nikkor investieren. Ich bin aber unbeschwerter Knipser, der in den Ferien nimmt, was vor die Linse läuft. So sind diese Tierfotos mit dem 4,5-6,3/50-250 mm Z Kitzoom aufgenommen. Ein etwas längeres Zoom im Preisgefüge und in der Machart wie das 50-250 mit Plastik- äh Kunststoff-Bajonett als 5,6-8/100-400 mm Z VR wäre mein Ding! Mit seinem 11/600 und 11/800 mm Objektiven für die spiegellose EOS R ist Canon etwas übers Ziel hinausgeschossen. Aber Blende f/8 bei längster Brennweite würde ich noch akzeptieren. 

Mehr hatte mein längst verflossenes 8/800 mm IF ED Nikkor auch nicht …

Und zur Not, wenn es fokussierbar ist, kann noch das vorhandene 5,6/400 mm ED auf die Z50 adaptiert werden …


Objektivreparatur

21. August 2020, Ralf Jannke - Wissen, Reparieren

Welcher Nikon Service?

Es geht um eine Objektiv-Reparatur. Genauer um ein 2,8/80-200 mm AF-S Nikkor, das erste Telezoom dieser Brennweite inklusive der 70-200er, das den Autofokus-Antriebsmotor im Objektiv hat. Aber noch nicht stabilisiert ist. Problem: Der Entfernungsring blockiert im MF- wie AF-Betrieb bei etwa 5,5 m Entfernung. Wer Lust hat sollte sich dazu dieses kurze Youtube-Video ansehen.

https://youtu.be/SKzRtXN9Y-E

Das dort gezeigte 2,8/80-200 mm AF-S zeigt exakt das Verhalten, den Fehler auch meines Zooms. Der Youtuber zeigt auch die relativ simple Reparatur ganz ohne Ersatzteile. Auf diese Anleitung möchte ich aber nur im Notfall zurückgreifen und die Reparatur einem Nikon Service überlassen. Nach Kostenvoranschlag natürlich.

Wer hat Erfahrungen mit dem Nikon-Service und kann den Service xyz empfehlen. Aktuell fallen mir nur Albrecht in Köln oder der Service-Point München ein.

Update

Nikon Köln traut sich nicht, aber der Nikon Service München hat zugesagt. Ab 10. August geht das Zoom nach München, und ich werde später berichten.

No Risk no Fun ;-)

Der Nikon Service München war nicht nur willig, sondern auch fähig! Das Zoom ist repariert und kontrolliert wieder zurück. OK, etwas über 200 Euro war kein Pappenstiel. Aber offensichtlich wird eine Feinmechanik-/Elektronik-Stunde im Jahr 2020 mit ca. 150 Euro veranschlagt. Heißt die Differenz zu den 200 Euro besteht "nur" aus Kleinteilen und Porto … Und dennoch gut angelegte 200 Euro, denn ich hätte das Zoom beim Selbstversuch unter Umständen so beschädigt, dass es dann wirklich schrottreif gewesen wäre!

Mit dem 2,8/80-200 AF-S Nikkor ist jetzt das für die Z50/FTZ-Adpter benötigte lichstarke Zoom mit AF-Motor IM Objektiv wieder an Bord:

 

 


Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk