Foto(gebrauchtgeräte)börsen – Gladbeck 2018

Einige sind mittlerweile wohl sang und klanglos untergegangen. Zu Recht, wenn man das Gefühl hatte mit überteuerten Tischmieten und Eintrittspreisen solle nur Reibach gemacht werden. Wie dem auch sei, ich besuche aus verschiedenen (und persönlichen) Gründen nur noch Gladbeck. 120 km Entfernung sind für mich noch überschaubar… Und neben den Wühltischen gibt es in Gladbeck immer ein Programm!

90 Jahre Minolta (in Gladbeck)

Minolta und Steampunk ;-)

Nicht zu vergessen die fotogenen Steampunker

Ein "Star" der Minolta-Ausstellung! Die von "PhotoKlassik" zur Verfügung gestellte Minolta XM MOTOR

Neben den auch vom Digicammuseum.de zur Verfügung gestellten Minolta-Digitalkameras, die die „90 Jahre Minolta“ komplettierten, war Nikon mit einem mit zwei kundigen Mitarbeitern besetzten Informationsstand sowie das Fachmagazin PhotoKlassik vor Ort.

Obwohl sich die PhotoKlassik der analogen Fotografie verschrieben hat, ergeben sich genug "Schnittstellen". Schließlich muss für das gedruckte Magazin ja alles digitalisiert werden ;-) Der PhotoKlassik-Vertreter hatte für „90 Jahre Minolta“ die wunderbare Minolta XM MOTOR zur Verfügung gestellt! Und Erfahrungsaustausch zu digital? Überhaupt kein Problem!

Am Nikon-Stand gab es Informationen und Anekdoten. Zum Beispiel, dass die hier schon vorgestellte Nikon Coolpix 100 ziemlich schnell zurückgezogen wurde, weil sie auf zu wenig Notebooks und Rechnern mit PCMCIA-Karteneinschub lief. Da habe ich mit meinem Exemplar und meinem Notebook ja Glück gehabt! Und zur Nikon Coolpix 300 wusste der andere Nikon-Mitarbeiter augenzwinkernd zu berichten, dass auch er nie das zur Übertragung in den Rechner benötigte Kabel hatte. Er hätte fast die Vermutung, dass es dieses Kabel nie gegeben hat ;-)

Langer Rede kurzer Sinn: Ich bin sicher auch am (voraussichtlichen) 24. März 2019 in Gladbeck wieder dabei, um mir das Schauspiel erneut nicht entgehen zu lassen! Geplant ist für 2019 unter anderem: „60 Jahre Nikon F“

Alle Fotos aus Gladbeck wurden mit einer DSLR aufgenommen, die hier im Digicammuseum.de noch einen ausführlichen Praxisbericht bekommt – demnächst…

Aber wofür braucht es bei eBay überhaupt noch Fotobörsen?

Gute Frage. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass die Möglichkeit auf einer Fotobörse ein gewünschtes Fotogerät sofort "begrabbeln" und begutachten zu können weit, viel zu weit hinter der Möglichkeit ein online vom Profi-Anbieter erworbenes Teil umgehend und kommentarlos zurückgeben zu können, zurücksteht. Was ich ja dann zur optischen und Funktions-Kontrolle auch anfassen kann, so genau wie möglich prüfen muss! Nur eben erst nach Versand und Ankunft. Was man ja noch akzeptieren könnte, wenn die Preise denn stimmen würden. Tun sie aber nicht. Vielfach bestenfalls eBay-Niveau ohne die entscheidende Sicherheit der Rückgabemöglichkeit!

Ich kann mich zu Jugendzeiten an sagenhafte Briefmarkenkataloge erinnern. Das Album des Opas damit geschätzt, wäre das laut Katalog 5000 und mehr DM wert gewesen. Schon zu damaligen Zeiten hätte ein Händler einem dafür - vielleicht - 100 Mark geboten... Und vergleichbar liegt das Analogzeugs in Massen auf den Tischen. Zu den beschriebenen, offensichtlich nicht realistischen "Briefmarken-Katalog"-Preisen. Gepaart mit dem  Unverständnis, Wundern, warum niemand das Altmetall/-glas kauft. Oder der Logik folgend, dass der Allerwelts-PC XY 198x doch 10.000 DM gekostet hätte, und ein Angebot dieses teuren Geräts zum heute Zehntel Preis von 500 Euro doch geradezu ein Schnäppchen wäre...

Zu diesem Wert-/Preis-Thema noch die Anekdote, die ich glaube ich schon mal vorgetragen habe. Ich war schon vor Jahren immer mal versucht, auf einer Fotobörse heimlich die eine oder andere Kamera  unsichtbar zu markieren. Um dann Jahr zu Jahr zu kontrollieren: "Guck mal, liegt immer noch unverkauft auf dem Tisch..." Und warum? Weil der Anbieter von seinen Preisvorstellungen her die Flexibilität eines Amboss' hat. Muss das schön sein, Sonntag für Sonntag seinen Tisch mit Ware vollzustellen, um nach Fotobörsenende den ganzen "Gruscht" wieder mitzunehmen. Monat für Monat, Jahr für Jahr... Sicher habe ich etwas übertrieben, aber zumindest mir kommt es so vor...

Wer um Himmels Willen soll das ganze Analogzeugs anno 2018 noch kaufen? Zumindest diese Mengen? Ich will mit drei ausgewählten Analog-Minoltas im Sommer ein paar Filme belichten und zumindest die SW-Filme selbst entwickeln. Genauso kann es mich auch überkommen, noch mal einen Rollfilm in eine zweiäugige Spiegelreflexkamera zu legen. Oder die 6x7 Pentax endlich mit Polaroid-/Fuji-Sofortfilm zu laden... Um dann zum Digitalisieren der entwickelten Filme den Scanner "anzuwerfen"

Ganz sicher bin ich nicht der Einzige, der sich gelegentlich an Analog erfreut, aber diese Menge an Fotobörsen-Analogzeugs?

Ich befürchte allerdings, dass es für das Prinzip der "Resterampe: Alles muss (zu Kampfpreisen) raus" auch schon zu spät ist… Wenn ich auf einer Börse schon höre: "Ich muss dafür aber xxxx haben…“ „Dann nehmt euer unverkäufliches Zeug eben wieder mit!“

Fotobörsen Pilz-Alarm!

Pilze auf Foto(geräte)börsen? Ja, Linsenpilz, Fungus der sich auf Linsenoberflächen bildet. Bevorzugt auf (ur)alten, falsch – zu kalt/feucht – gelagerten Objektiven. Das, was kiloweise auf Fotobörsen auf die Tische gekippt wird. Und in schummerigen Hallen oft nicht, bzw. zu spät, heißt zu Hause entdeckt wird! Wenn ich keine starke LED-Leuchte zur Kontrolle dabei habe und der Anbieter den Gang vor die Halle (gegen Kaution) verweigert: FINGER WEG!

Pilz/Fungus macht Objektive schrottreif

Und was noch schlimmer ist, Pilze vermehren sich durch Sporen. Die umherfliegend auch „gesunde“, einwandfreie Objektive „anstecken“ können. Um den Linsen-Pilz zu entfernen, muss ein Objektiv komplett zerlegt werden, um an die befallenen Oberflächen zu kommen. Lohnt sich bei Uraltlinsen nicht. Für die Reparatur eines 2,8/70-200 mm Canon USM L durfte ich 400 Euro berappen, um die verpilzte Linsengruppe austauschen zu lassen!

Also: Ganz erhöhte Vorsicht bei Kauf auf Fotobörsen! Besonders, wenn die Anbieter im Preis unflexibel sind!

Und Digitalkameras auf der Fotobörse?

Nimmt deutlich zu! Aber: Die "Zigaretten-Chrom-Etui-Kameraklasse" ist - zu Recht - kaum oder allenfalls in der Grabbelkiste zu finden. Ich habe zum Stückpreis von 2,50 Euro eine Grusel-Rollei und eine Canon vergleichbar der hier vorgestellten Canon Powershot SX100IS mitgenommen. Aber noch nicht probiert, ob die Kameras noch Leben haben. Bei 2,50 Euro ist es auch egal...

Die zwei, drei Bridgekameras wurden immerhin mit geladenen Akkus funktionsfähig vorgeführt. Überraschend viele Panasonic-Lumix-Kameras dieser Art wurden offeriert. Von denen mir aber einfach zu viele kaputt sind, so dass ich da noch nicht mal nach dem Preis gefragt habe. 

Und DSLRs?

Habe ich etliche umgedreht, um sie nach aufgeklebten oder erfragten Preisen gleich wieder wegzulegen! Ich hatte sogar mehrere verschiedene DSLR-Akkus, ein Universal-Schnellladegerät und verschiedene Speicherkarten zum Testen einer interessanten DSLR/DSLM dabei, aber für diese Preise möchte ich nur bei eBay und nur beim Profi-Anbieter mit Rückgaberecht kaufen! Es lohnt aber, am Verkaufstisch zu fragen! Denn der eine oder andere Händler bietet auch bei eBay an! Dann sieht die Sache natürlich anders aus. Wenn man Rückgaberecht vereinbaren kann!

Ralf Jannke, März 2018 

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